Nvidia, RTX-6000-Grafikkarten

Nvidia verschiebt RTX-6000-Grafikkarten überraschend auf 2028

15.03.2026 - 00:00:20 | boerse-global.de

Nvidia verschiebt die nächste Gaming-Generation auf 2028 und streicht geplante Super-Modelle, da knappe Ressourcen für KI-Chips priorisiert werden. Die Preise für aktuelle Grafikkarten bleiben hoch.

Nvidia verschiebt RTX-6000-Grafikkarten überraschend auf 2028 - Foto: über boerse-global.de
Nvidia verschiebt RTX-6000-Grafikkarten überraschend auf 2028 - Foto: über boerse-global.de

Die nächste Gaming-Generation von Nvidia lässt länger auf sich warten als je zuvor. Einem Branchenbericht zufolge hat der Tech-Riese den Start seiner RTX-6000-Serie auf das Jahr 2028 verschoben. Grund sind eine globale Speicherknappheit und die überwältigende Nachfrage nach KI-Hardware. Für Gamer bedeutet das eine beispiellose Durststrecke mit hohen Preisen.

KI-Boom frisst Gaming-Chips: Rubin-Architektur in weiter Ferne

Eigentlich sollte die nächste Grafikkarten-Generation mit der Rubin-Architektur Ende 2027 erscheinen. Doch nun wird daraus 2028 – eine Lücke von drei Jahren zur aktuellen RTX-5000-Serie. Der Grund ist ein strategischer Kurswechsel bei Nvidia. Das Unternehmen priorisiert laut einem Bericht von The Information hochprofitabele KI-Beschleuniger für Rechenzentren vor Gaming-Produkten.

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Die begehrten Hochleistungs-Komponenten, insbesondere GDDR7-Speichermodule und fortschrittliche Silizium-Wafer, werden fast vollständig an das Enterprise-Geschäft geliefert. Hersteller wie Samsung oder SK Hynix können den Bedarf kaum decken. „Nvidia hat sich entschieden, das knappe Halbleiter-Angebot dem profitableren Unternehmenssektor zuzuteilen“, erklärt ein Branchenkenner. Damit überspringt der Konzern erstmals seit drei Jahrzehnten ein ganzes Jahr auf dem Gaming-Market.

Ausgefallenes Upgrade: RTX-5000-Super-Refresh abgesagt

Die Knappheit trifft auch die Gegenwart hart. Der erwartete Mid-Generation-Refresh der RTX-5000-Serie, eine „Super“-Version, wurde stillschweigend gestrichen. Üblicherweise bringt Nvidia solche verbesserten Modelle zwölf bis achtzehn Monate nach dem Serienstart auf den Markt.

Doch die Pläne für RTX 5070 Super und RTX 5080 Super liegen auf Eis. Der Grund: Die für diese Karten benötigten Speichermodule sind zu teuer und zu knapp. Eine Massenproduktion wäre unwirtschaftlich gewesen. Statt überteuerte Karten zu verkaufen, verzichtet Nvidia ganz auf das Update. Die seit Januar 2025 erhältliche Grundversion wird damit zur langlebigsten Serie der modernen Firmengeschichte.

Globale Speicherkrise hält bis 2028 an

Hinter den Verzögerungen steckt eine tiefgreifende Lieferkette-Krise. Die Engpässe bei Speicherchips und die damit verbundenen Preiserhöhungen werden Prognosen zufolge bis weit ins Jahr 2028 anhalten. Die Krise betrifft nicht nur Grafikspeicher.

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Nvidia hat laut Analysten auch Produktionskapazitäten bei fortschrittlichen Fertigungsprozessen von Consumer- auf Enterprise-Produkte umgeschichtet. Die Auftragsbücher für KI-Chips sind prall gefüllt. Die Folge: Die Produktion aktueller Gaming-Grafikkarten wurde um bis zu 20 Prozent gedrosselt. Für Verbraucher wird die Lage dadurch noch angespannter.

Teure Wartezeit für Gamer – aber Hoffnung auf großen Sprung

Für PC-Bauer und Spieler entsteht eine toxische Marktsituation. Die Preise für die RTX-5000-Serie steigen stetig, High-End-Modelle sind oft ausverkauft. Da weder eine neue Generation noch ein Refresh für Preisdruck sorgen, ist mit keiner Entspannung zu rechnen. Nvidia setzt stattdessen auf Software wie DLSS, um die Lebensdauer bestehender Hardware zu verlängern.

Doch die lange Wartezeit könnte auch einen Vorteil haben. Erste Gerüchte zur Top-Modell RTX 6090 deuten an, dass der verlängerte Entwicklungszyklus zu einem gewaltigen Leistungssprung führen könnte. Bis zu 80 Prozent mehr Leistung bei Raytracing werden von einigen Analysten projiziert.

Der Verzug betrifft die gesamte Branche. Auch der Konkurrent AMD kämpft mit ähnlichen Lieferkettenproblemen. Dessen nächste RDNA-5-Architektur könnte sich ebenfalls in den späten Zeitraum 2027/2028 verschieben. Der traditionelle Zwei-Jahres-Rhythmus bei Grafikkarten-Upgrades scheint ein Opfer des KI-Booms zu werden.

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