Mehrheit fĂŒr faire Löhne bei öffentlichen AuftrĂ€gen - auch in der CDU
20.02.2026 - 13:13:46 | dpa.deDas ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, mit der der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine Forderungen zum Thema Tarifbindung untermauern will. Zum CDU-Parteitag in Stuttgart zeigt die Umfrage, dass auch 59 Prozent der BeschĂ€ftigten mit CDU-Parteibuch fĂŒr so einen Weg sind.
Gefragt wurde nach der Meinung zu dem Vorschlag, öffentliche AuftrĂ€ge kĂŒnftig nur noch an Unternehmen zu vergeben, "die keine niedrigen Löhne zahlen". Auch bei den BeschĂ€ftigten insgesamt sind 59 Prozent dafĂŒr. 13 Prozent finden diese PlĂ€ne schlecht, 28 Prozent weder gut noch schlecht. Die Ergebnisse liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.
Tarifbindung bedeutet, dass fĂŒr ein Unternehmen ein Tarifvertrag gilt. Die Gewerkschaften verlangen seit langem gesetzliche Schritte fĂŒr mehr TarifvertrĂ€ge und Tarifbindung. Im Oktober wurde dazu ein Gesetzentwurf von Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) im Bundestag erstmals beraten: Bei AuftrĂ€gen des Bundes ab 50.000 Euro Schwellenwert sollen Unternehmen ihre BeschĂ€ftigten kĂŒnftig nach Tarif bezahlen mĂŒssen. Noch sind die abschlieĂenden Beratungen nicht terminiert.
DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell warf der Union vor, den Beschluss zu verzögern. "Sie ignoriert damit auch den Wunsch ihrer eigenen AnhĂ€ngerschaft." Ăffentliche Gelder dĂŒrften nicht lĂ€nger Lohndumping fördern - gerade bei den geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in den kommenden Jahren.
Linke wirft Union "Blockadehaltung" vor
Die Linke sprach von einer "Blockadehaltung" der Union. Sie nehme in Kauf, dass mit Steuergeldern Tarifflucht gefördert werde, und "dass diejenigen Unternehmer, die ihrer sozialen Verantwortung nachkommen und nach Tarif bezahlen, bei öffentlichen AuftrÀgen benachteiligt werden", sagte der arbeitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Pascal Meiser, der dpa.
Derzeit arbeiten laut DGB noch 49 Prozent der BeschÀftigten unter Branchen- oder FirmentarifvertrÀgen. Der DGB wies darauf hin, dass nach EU-Vorgaben 80 Prozent erreicht werden sollen.
FĂŒr die den Angaben nach reprĂ€sentative Umfrage hatte Forsa vom 6. bis 13. Februar 1.004 abhĂ€ngig BeschĂ€ftigte befragt.
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