Ă–lpreis, Brent

Ă–lpreis rast auf 116 Dollar: Iran-Krieg blockiert StraĂźe von Hormus und treibt Brent zu Krisenhoch

31.03.2026 - 08:14:01 | ad-hoc-news.de

Durch den anhaltenden Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus steigen die Ölpreise weiter an. Brent Crude notiert bei 116 US-Dollar pro Barrel, WTI folgt mit starken Zuwächsen. Die deutsche Inflation klettert auf 2,7 Prozent – hohe Belastung für DACH-Wirtschaft.

Ă–lpreis, Brent, Iran-Krieg - Foto: THN

Die Ölpreise erreichen neue Höhen inmitten des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten. Brent Crude aus der Nordsee ist auf 116,10 US-Dollar pro Barrel gestiegen, ein Plus von 3,1 Prozent am Montag, dem 30. März 2026. Der Anstieg wird primär durch die Blockade der Straße von Hormus verursacht, die einen Großteil des globalen Ölexports bedroht und Versorgungsengpässe befürchten lässt.

Stand: Dienstag, 31. März 2026, 08:12 Uhr (Europe/Berlin)

Iran-Krieg als zentraler Treiber fĂĽr den Ă–lpreisanstieg

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat nun die fünfte Woche erreicht, ohne dass ein Ende absehbar ist. Zerstörte Produktionsstätten und die Sperrung der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Öltrassen weltweit – treiben die Preise in die Höhe. Etwa 20 Prozent des globalen Öls werden durch diese Meerenge transportiert, hauptsächlich aus Saudi-Arabien, den VAE und Kuwait. Eine längere Blockade würde den Supply-Shock verstärken und die Preise weiter anheizen. Analysten warnen vor einem weiteren Anstieg um bis zu 50 Prozent, falls Ausweichrouten wie Pipelines gefährdet werden.

Brent Crude, der globale Benchmark für den europäischen und internationalen Markt, hat sich im März um rund 40 Prozent verteuert – von etwa 75 auf über 110 US-Dollar. Der front-month Kontrakt für Lieferung morgen notiert bei 116 Dollar, während der neue April-Kontrakt bei 109 Dollar startet. Dies zeigt die anhaltende Volatilität und geopolitisch getriebene Rally.

WTI folgt Brent mit eigenem Momentum

WTI, das US-amerikanische Rohöl-Referenz, steigt ebenfalls stark an und notiert bei über 101 US-Dollar pro Barrel. Im Gegensatz zu Brent, das stärker von internationalen Lieferketten abhängt, wird WTI durch US-interne Produktion und Exporte beeinflusst. Dennoch koppelt sich der Preis eng an den globalen Schock: Der Iran-Konflikt reduziert das verfügbare Angebot weltweit, was auch US-Preise hochtreibt. Am 30. März fiel der OPEC-Korbpreis leicht, doch WTI legte um 3,32 Prozent in den letzten fünf Tagen zu – ein Plus von über 77 Prozent seit Jahresbeginn.

Die Differenz zwischen Brent und WTI bleibt moderat, da beide Märkte vom selben Supply-Risiko betroffen sind. Brent handelt derzeit mit einem Aufschlag von etwa 14 Dollar über WTI, was auf Engpässe in der Transatlantik-Logistik hinweist.

Auswirkungen auf die deutsche und DACH-Wirtschaft

In Deutschland schlägt der Ölpreisanstieg direkt auf die Inflation durch. Das Statistische Bundesamt meldet für März eine Teuerungsrate von 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar – der höchste Wert seit Anfang 2024. Erste Länder-Daten aus Bayern bestätigen: Dort kletterte die Rate auf 2,8 Prozent. Der Preisanstieg von 1,1 Prozent innerhalb eines Monats wird primär durch Energiepreise verursacht. Ökonomen warnen vor Zweitrundeneffekten: Höhere Produktionskosten könnten in die Kerninflation sickern und die EZB-Zinspolitik erschweren.

Heizölpreise in Deutschland folgen dem internationalen Trend und erreichen ein Niveau von über 144 Euro pro 100 Liter für Standardlieferungen (3.000 Liter). Regionale Unterschiede reichen von 130 bis 160 Euro, bedingt durch Bestellflaute und Raffinerieprobleme in Südwestdeutschland. Gasöl-Kontrakte für April notieren bei 1.442 US-Dollar pro Tonne. Für DACH-Investoren bedeutet das: Höhere Energiekosten belasten Industrie, Logistik und Verbraucher – besonders in exportstarken Sektoren wie Automobil und Chemie.

Geopolitische Risiken und Marktstimmung

Die Straße von Hormus bleibt gesperrt, was ein stabiles Preismilieu unmöglich macht. Diplomatische Hoffnungen auf Entspannung wurden schnell enttäuscht, und Trumps Rhetorik hat die Preise zusätzlich befeuert. Der Konflikt birgt Eskalationspotenzial: Sollte saudisches Öl betroffen sein, könnte der Preis neue Rekorde knacken. Marktpositioning zeigt hohe Long-Positionen in Futures, was die Rally verstärkt. Der schwache Euro bei 1,1510 Dollar importiert die Teuerung zusätzlich.

Die DAX-Performance spiegelt die Unsicherheit wider: Trotz eines Schlussplus von 1,2 Prozent auf 22.563 Punkten am 30. März litt der Index unter Ölpreis- und Inflationsdruck. Investoren priorisieren nun Risikoaversion.

Fundamentale Faktoren jenseits der Geopolitik

Neben dem Krieg spielen OPEC+-Produktionskürzungen eine Rolle, doch der aktuelle Spike ist rein supply-driven durch den Konflikt. US-Inventare und Raffinerieauslastungen bleiben zweitrangig, da der globale Engpass dominiert. Nachfrageerwartungen aus China und Europa sind gedämpft, doch das überwiegt nicht das Angebotsszenario. Der US-Dollar-Stärke drückt auf Euro-notierte Käufer, verstärkt den Effekt in DACH.

Analysten sehen kurzfristig keine Besserung: Zerstörte Anlagen im Iran und Bedrohungen für saudische Routen halten das Risikoprämium hoch. Ein Friedenssignal könnte zu schnellen Rücksetzern führen, wie Anfang der Woche beobachtet.

Ausblick und Investorenstrategien

Für den 31. März wird mit weiteren Zuwächsen gerechnet, solange keine Deeskalation eintritt. Brent könnte die 120-Dollar-Marke testen, WTI folgt. Europäische Investoren sollten auf Hedging achten: Öl-ETCs, Futures oder inverse Produkte bieten Schutz. Die EZB beobachtet genau: Höhere Inflation könnte Zinssenkungen verzögern.

Risiken umfassen Sanktionsverschärfungen, Schiffsangriffe oder OPEC+-Reaktionen. Positiv: Globale Reserven könnten den Schock abfedern, doch nicht langfristig.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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