Ă–lpreis, Brent

Ölpreis steigt kräftig: Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an – Brent nähert sich 104 Dollar

15.04.2026 - 10:00:14 | ad-hoc-news.de

Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus ab 16 Uhr MEZ zu blockieren, sind die Ölpreise in der Nacht zum Montag stark gestiegen. Brent kletterte bis auf fast 104 US-Dollar, WTI legte ebenfalls deutlich zu – geopolitische Spannungen treiben den Markt.

Ă–lpreis, Brent, Geopolitik - Foto: THN

Die Ölpreise haben in der Nacht zum Montag, 13. April 2026, einen kräftigen Aufschwung hingelegt. Grund ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus ab 16:00 Uhr deutscher Zeit zu blockieren. Brent Crude Futures für Juni-Lieferung stiegen zeitweise um neun Prozent auf fast 104 US-Dollar pro Barrel, notierten am frühen Morgen bei rund 102 Dollar – sieben Prozent über dem Freitagabend-Niveau. Auch WTI für Mai-Lieferung legte deutlich zu, während der breitere Ölmarkt unter dem geopolitischen Risiko leidet.

Stand: Montag, 13. April 2026, 18:15 Uhr MEZ

Geopolitischer Schock als Treiber: Trumps BlockadeankĂĽndigung

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engpässe für den globalen Ölhandel. Täglich passieren dort Schiffe mit rund 20 Millionen Barrel Rohöl, was etwa 20 Prozent des weltweiten Seehandels ausmacht. Trump begründet die Blockade damit, dass der Iran Gebühren von Reedereien für die Durchfahrt verlangt und gleichzeitig von Öleinnahmen profitiert. Der Iran zählt zu den größten Ölproduzenten weltweit mit einer Förderkapazität von über 3 Millionen Barrel pro Tag. Eine Blockade würde den iranischen Export quasi vollständig lahmlegen und Lieferketten weltweit stören, was direkt zu einem Angebotsschock führt und die Preise in die Höhe treibt.

Diese Entwicklung folgt auf gescheiterte Verhandlungen zwischen USA und Iran in Islamabad am Samstag. Vor dem Treffen notierte Brent bei 95,20 Dollar. Die Ankündigung der Blockade katapultierte die Notierungen empor, da Märkte ein hohes Risiko für physische Versorgungsengpässe einpreisen. Brent und WTI bewegen sich parallel, wobei Brent als globaler Benchmark stärker auf asiatische und europäische Lieferrisiken reagiert, während WTI enger mit US-Lagern und Produktion verknüpft ist.

Preisentwicklung im Detail: Brent vs. WTI

Brent Crude, der Referenzpreis für den internationalen Ölmarkt, startete das Wochenende bei etwa 95 Dollar und erreichte in der Nacht zum Montag ein Hoch von fast 104 Dollar. Am frühen Montagmorgen lag der Juni-Future bei 102 Dollar, ein Plus von sieben Prozent zum Freitagabschluss. WTI, der US-West-Texas-Intermediate-Preis für Mai-Lieferung, folgte mit deutlichen Zuwächsen, wobei genaue Zahlen bei 98,37 Dollar lagen, bevor der Sprung einsetzte. Die Spread zwischen Brent und WTI bleibt eng, signalisiert aber keine Divergenz – beide reagieren auf dasselbe geopolitische Risiko.

Im Vergleich zur Waffenruhe-Ankündigung vom 8. April, die Brent auf 91,11 Dollar drückte (minus elf Prozent), markiert dies einen vollständigen Umschwung. Damals fielen die Preise um bis zu 16 Prozent, da Märkte Entspannung einpreisten. Heute kehrt die Volatilität zurück: Der Rakete-und-Feder-Effekt – schneller Anstieg, langsamer Rückgang – droht erneut. Der breitere Ölmarkt, inklusive Derivaten und physischer Sorten, spiegelt dies wider, mit steigenden Preisen für Heizöl in Deutschland.

Europäische und DACH-Relevanz: Auswirkungen auf Verbraucher und Wirtschaft

In Europa und der DACH-Region treffen die steigenden Ölpreise besonders hart. Deutschland importiert rund 90 Prozent seines Öls, viel davon aus dem Persischen Golf. Eine Blockade der Hormus-Straße würde Diesel- und Benzinpreise in die Höhe treiben, was die Inflation anheizt. Aktuell steigen Heizölpreise: In Bayern notiert 100 Liter bei 139,52 Euro (+3,77 Prozent zum Vortag), in Nordrhein-Westfalen bei 142,52 Euro (+2,18 Prozent). Niedersachsen sah kürzlich 147,74 Euro, Sachsen 91,87 Euro pro 100 Liter – regionale Schwankungen verstärken sich.

Die Bundesregierung hat kürzlich die Energiesteuer um 17 Cent gesenkt, um Verbraucher zu entlasten. Dennoch warnen Experten: Steigende Rohölpreise über 100 Dollar könnten Spritpreise um 20-30 Cent pro Liter pushen. Für Industrie, Logistik und Haushalte in DACH bedeutet das höhere Kosten. Die EZB beobachtet dies genau, da Ölpreise einen direkten Transmission-Mechanismus zur Kerninflation haben – pro 10-Dollar-Anstieg bei Brent steigt die EU-Inflation um 0,2-0,4 Prozentpunkte.

Hintergrund des Iran-Konflikts und Ă–lmarkt-Dynamik

Der Konflikt eskalierte Ende Februar 2026, als Israel und USA Angriffe auf den Iran starteten. Teheran konterte regional, was Ölpreise um ein Drittel anhob. Die zweiwöchige Waffenruhe vom 8. April brachte kurzfristige Entspannung, doch gescheiterte Talks in Pakistan und Trumps Blockade kehren das um. OPEC+ hält Produktionskürzungen bei, doch geopolitische Risiken überlagern fundamentale Bilanzen. US-Inventare spielen derzeit keine Rolle; der Fokus liegt auf Supply-Disruption.

Marktpositioning zeigt Long-Positionen in Futures, die nun Gewinne mitnehmen könnten. Dennoch bleibt das Sentiment bullisch: Banken wie Goldman Sachs sehen Brent bei 105-110 Dollar, solange das Hormus-Risiko anhält. Der US-Dollar-Index, der Ölpreise normalerweise dämpft, spielt hier keine dominante Rolle – Geopolitik dominiert.

Risiken und nächste Katalysatoren

Die Blockade soll um 16:00 Uhr MEZ starten – bis dahin könnten Preise weiter schwanken. Mögliche Eskalationen: Iranische Gegenmaßnahmen, Schiffsangriffe oder diplomatische Durchbrüche. Refinery-Outages in Europa könnten den Druck verstärken, da Wintervorräte nachgefüllt werden. Nachfrageerwartungen bleiben robust durch China-Wachstum, doch Rezessionsängste in den USA bremsen.

Investor in DACH sollten auf ETFs wie Brent-ETCs achten, aber Volatilität meiden. Die ECB-Sitzung nächste Woche könnte EUR/USD beeinflussen, was Ölpreise in Euro verstärkt. Kurzum: Der Ölmarkt ist in höchster Alarmbereitschaft.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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