Ölpreis, Brent

Ölpreis steigt kräftig: Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an – Brent über 100 Dollar

15.04.2026 - 10:00:36 | ad-hoc-news.de

Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zur Blockade der Straße von Hormus sind die Ölpreise wieder über 100 Dollar pro Barrel geklettert. Brent notiert bei rund 102 Dollar, WTI folgt mit starken Zuwächsen – geopolitische Spannungen treiben den Markt.

Ölpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die Ölpreise haben nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer Blockade der Straße von Hormus einen kräftigen Aufschwung hingelegt. Brent Crude ist in der Nacht zum Montag, 13. April 2026, um bis zu neun Prozent auf fast 104 US-Dollar pro Barrel gestiegen und notiert am frühen Morgen bei rund 102 Dollar. Die US-Sorte WTI legte ebenfalls deutlich zu und spiegelt die wachsende Sorge vor Versorgungsstörungen wider.

Stand: Dienstag, 14. April 2026, 03:45 Uhr (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Treiber

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engpässe im globalen Ölhandel: Rund 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen passieren diese Meerenge. Trumps Ankündigung einer Blockade ab 16 Uhr Schweizer Zeit – was Europe/Berlin entspricht – hat die Märkte in Aufruhr versetzt. Die vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad am Samstag hatten bereits Unsicherheit geschürt. Brent startete bei 95,20 Dollar, fiel nach einer Feuerpause-Ankündigung auf 91 Dollar, erholte sich aber nun stark.

Diese Entwicklung unterstreicht, wie geopolitische Risiken direkt auf den Ölpreis wirken: Eine Blockade würde Lieferungen aus dem Persischen Golf massiv behindern, was zu Engpässen führt und Preise in die Höhe treibt. Analysten warnen vor einer Verschärfung der ohnehin fragilen Versorgungslage, insbesondere da die Ost-West-Pipeline Kapazitäten von 700.000 Barrel pro Tag verloren hat.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent Crude, der globale Benchmark für etwa zwei Drittel des weltweiten Ölhandels, reagiert sensibler auf Nahost-Ereignisse, da es stark von Golf-Exporten abhängt. Der Juni-Future kletterte auf 102 Dollar, ein Plus von sieben Prozent gegenüber Freitagabend. WTI, der US-amerikanische Referenzpreis, folgte mit Zuwächsen, notierte aber bei 98,37 Dollar vor dem jüngsten Sprung – ein Indikator für regionale Unterschiede in der Lagerbestandsentwicklung.

Brent bleibt unter der 100-Dollar-Marke in der abwartenden Phase, während WTI durch US-interne Faktoren wie Raffinerieauslastung beeinflusst wird. Der Spread zwischen beiden Sorten weitet sich, was Händler nutzen, um auf divergenten Pfaden zu spekulieren.

Marktfolgen für Europa und DACH

Für europäische Investoren und Verbraucher hat der Ölpreisanstieg direkte Relevanz. In Deutschland und der DACH-Region treiben steigende Ölpreise Heizöl- und Spritpreise in die Höhe. Aktuelle Heizölnotierungen in Sachsen liegen bei 91,87 Euro pro 100 Liter, im Saarland bei 129,99 Euro – ein Spiegel der Börsenentwicklung. Die Bundesregierung hat kürzlich die Energiesteuer um 17 Cent gesenkt, doch der Rakete-und-Feder-Effekt droht: Schnelle Anstiege, langsame Rückgänge.

Die EZB beobachtet dies genau, da hohe Energiepreise die Inflation befeuern. Im DACH-Raum belasten sie Industrie, Logistik und Privathaushalte. Dieselpreise könnten wieder anziehen, was Frachtkosten und Exportwettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

Vergleich der jüngsten Entwicklungen

Die Volatilität ist hoch: Am Mittwoch fiel Brent nach einer Feuerpause-Meldung um 16 Prozent auf 91,11 Dollar, WTI um 12,5 Prozent. Donnerstag erholte es sich auf 97,24 Dollar (+2,6 Prozent), Freitag bei 96,76 Dollar (+0,9 Prozent). Der Sprung über 100 Dollar markiert nun einen Wendepunkt.

DatumBrent (USD/Barrel)WTI (USD/Barrel)Trigger
12.04. (Mittwoch)91,11-12,5%Feuerpause
13.04. (Donnerstag)97,24+2,6%Erholung
13.04. (Nacht)102+7%Trump-Ankündigung

Diese Tabelle zeigt die direkte Transmission geopolitischer News auf Preise.

Ausblick und Risiken

Ob die Blockade umgesetzt wird, hängt von Verhandlungen ab. Eine Eskalation könnte Preise auf 110 Dollar oder höher treiben, eine Deeskalation zu Rückgängen führen. OPEC+ Kapazitäten könnten puffern, doch Sanctions und Schiffsdisruptionen erschweren das. Der US-Dollar-Kurs spielt mit: Ein starker Dollar dämpft Ölpreise in Euro.

Investoren sollten Positionierung beobachten: Long-Positionen in Brent-Futures gewinnen, während WTI durch US-Inventare gemischt ist. Für DACH-Fonds relevant: ETFs auf Rohstoffe spiegeln den Move wider.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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