Ă–lpreis, Brent

Ölpreis volatil: Brent steigt auf 108 Dollar – Trump droht mit neuen Angriffen auf Iran

02.04.2026 - 11:22:14 | ad-hoc-news.de

Trotz Hoffnungen auf Deeskalation im Iran-Krieg springen die Ölpreise heute Morgen neu an. Brent notiert bei 108 US-Dollar pro Barrel, während der Gasölpreis auf 1480 Dollar klettert. Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Preise weiter in die Höhe und belastet die europäische Wirtschaft.

Ă–lpreis, Brent, Iran-Krieg - Foto: THN

Die Ölpreise zeigen sich volatil: Während Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs zu kurzfristigen Rückgängen führte, haben neue Drohungen von US-Präsident Trump die Kurse heute Morgen wieder nach oben getrieben. Brent-Kontrakte für Juni notieren derzeit bei 108 US-Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl kostet 1480 US-Dollar. Dieser Sprung folgt auf gemischte US-Energiebestandsdaten und anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten.

Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 11:21 Uhr (Europe/Berlin)

Frischer Preisanstieg durch Trump-Drohungen

Die internationalen Rohölmärkte erleben einen abrupten Stimmungswechsel. Nach Rückgängen um rund drei Prozent bei Brent und WTI zur Wochenmitte – verursacht durch Spekulationen über ein schnelles Kriegsende – haben Ankündigungen von US-Präsident Trump zu neuen schweren Angriffen gegen den Iran die Preise explodieren lassen. Brent für Juni-Lieferung steht um 08:20 Uhr bei 108,04 US-Dollar pro Barrel, ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag bei etwa 102 US-Dollar. Gasöl, relevant für den europäischen Heizölmarkt, zieht auf 1483,75 US-Dollar pro Tonne an, nach 1340 US-Dollar gestern Abend. Dieser Move unterstreicht die direkte Transmission geopolitischer Risiken auf den Ölpreis: Jede Eskalation erhöht die Risikoprämie um 5-10 US-Dollar pro Barrel, da Investoren Engpässe im Angebot fürchten.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent und WTI bewegen sich derzeit nicht synchron. Während Brent – der europäische Benchmark für Nordseeöl – durch die Nähe zum Konfliktgebiet stärker reagiert und auf 108 US-Dollar klettert, notiert WTI, das US-Leichtöl, tendenziell schwächer bei etwa 102 US-Dollar. Der Spread zwischen beiden liegt nun bei rund 6 US-Dollar, bedingt durch regionale Versorgungsdynamiken. WTI profitiert von höheren US-Produktionsraten, die trotz globaler Spannungen stabil bleiben, wohingegen Brent direkt von der Blockade der Straße von Hormus betroffen ist. Diese Blockade, als Reaktion Irans auf US- und israelische Angriffe, reduziert das tägliche Ölaustrittsvolumen um bis zu 20 Millionen Barrel und treibt Freight Costs um 30 Prozent in die Höhe.

DOE-Bestandsdaten als Nebenfaktor

Die gestern veröffentlichten wöchentlichen DOE-Daten (US Department of Energy) spielten eine untergeordnete Rolle. Gesamtbestände sanken leicht, doch Rohölbestände bauten sich weiter auf. Die US-Inlandsnachfrage stieg um 0,9 Millionen Barrel pro Tag auf 20,9 Millionen Barrel – ein positives Signal für den Konsum, das jedoch von der Geopolitik überschattet wird. Diese offiziellen Zahlen gelten als preliminär final, da sie vor den API-Schätzungen (preliminär) publiziert wurden und von mehreren Quellen bestätigt sind. Für Investoren signalisieren sie keine unmittelbare Überhang-Situation, verstärken aber die Abhängigkeit vom geopolitischen Faktor.

Geopolitische Risiken dominieren den Markt

Der Iran-Krieg bleibt der dominante Treiber. Die Blockade der Straße von Hormus – durch die 20 Prozent des globalen Öls fließen – schafft ein klassisches Supply-Shock-Szenario. Experten wie Priyanka Sachdeva von Phillip Nova warnen: Selbst bei Kriegsende dauert die Normalisierung von Schifffahrtskosten, Versicherungen und Tankerbewegungen Monate. Capital Economics prognostiziert Brent bei 80 US-Dollar bis Ende 2026, inklusive einer bleibenden Energierisikoprämie. Für Europa bedeutet das höhere Diesel- und Heizölpreise, die die Inflation um 0,5-1 Prozentpunkte anheizen und die ECB-Politik erschweren.

Auswirkungen auf DACH-Wirtschaft und Investoren

In Deutschland und der DACH-Region trifft der Ölpreisschock die Industrie hart. Heizölnotierungen korrelieren direkt mit Gasöl und belasten Haushalte sowie produzierende Unternehmen. Experte Hagen Reiners von Argus Media notiert einen eingebrochenen Heizölnachfrage nach Kriegsbeginn, doch der aktuelle Preisanstieg könnte zu Vorratskäufen führen. Der schwache Euro bei 1,1530 USD verschärft dies, da Importe teurer werden. Dax-Unternehmen wie Rheinmetall profitieren indirekt durch Rüstungsaufträge, während Airlines von fallenden Erwartungen profitieren – doch der Sektor bleibt volatil. Investoren sollten auf Öl-ETCs wie Brent-fokussierte Produkte achten, die den Spread nutzen.

Marktpositioning und technische Analyse

Der Ölmarkt ist stark long-positioniert: Hedgefonds halten Netto-Long-Positionen bei Rekordhochs, was Rücksetzer verstärkt, wenn Risiken abnehmen. Technisch testet Brent die 110-US-Dollar-Resistenz; ein Breakout könnte 120 US-Dollar freisetzen. WTI kämpft mit 105 US-Dollar. Der USD-Index bei Höchstständen drückt zusätzlich, da Öl in Dollar gehandelt wird. Europäische Investoren profitieren vom EUR/USD-Drop, müssen aber Volatilität einpreisen.

Ausblick: Kein schnelles Ende in Sicht

Analysten sehen keine nachhaltige Entspannung zum Quartalsende. Die Dauer der Hormus-Blockade entscheidet; Experten wie Robert Duranec von MONTANA erwarten volatile, tendenziell steigende Preise. OPEC+ könnte durch Quotenanpassungen kontern, doch Sanktionen gegen Iran limitieren dies. Für DAX-Investoren bleibt Öl ein Key-Risiko: Ein Preis über 100 US-Dollar bremst die Konjunktur, wie Ifo-Prognosen zeigen.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂĽr. Immer. Kostenlos.
boerse | 69055608 |