Ă–lpreis, Brent

Ölpreise steigen kräftig: Brent über 110 Dollar durch Nahost-Krise und US-Iran-Spannungen

28.03.2026 - 07:42:34 | ad-hoc-news.de

Brent-Rohöl hat am Freitag die Marke von 110 US-Dollar pro Barrel überschritten, getrieben durch anhaltende Konflikte in Nahost, Schließung der Straße von Hormus und reduzierte russische Exporte. WTI folgt mit deutlichen Zuwächsen, während Heizölpreise in Deutschland weiter anziehen.

Ă–lpreis,  Brent,  WTI - Foto: THN
Ă–lpreis, Brent, WTI - Foto: THN

Die Ölpreise an den internationalen Märkten haben am Freitag, 27. März 2026, weiter deutlich zugelegt. Brent-Rohöl aus der Nordsee wurde kurz vor Wochenendhandelsende bei 110,58 US-Dollar pro Barrel notiert, was einem Zuwachs von rund 2,5 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. WTI, das US-amerikanische Rohöl, stieg ebenfalls stark und notierte zuletzt bei etwa 109,25 Dollar pro Barrel. Dieser Aufwärtstrend wird primär durch geopolitische Risiken in Nahost und reduzierte Angebote getrieben.

Stand: Samstag, 28. März 2026, 07:42 Uhr (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Haupttreiber

Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten dominieren den Ölmarkt. Die Schließung der Straße von Hormus hat zu massiven Angebotsausfällen geführt. Experten schätzen, dass bereits rund 8 Millionen Barrel pro Tag an Fördermengen ausgefallen sind, während weltweit etwa 100 Millionen Barrel täglich produziert werden. Zusätzlich sind rund 15 Millionen Barrel pro Tag durch die Meeresenge blockiert, was die Versorgungsketten empfindlich stört. Diese Engstelle im Persischen Golf gefährdet einen erheblichen Teil des globalen Ölexports, was direkt zu Preisanstiegen führt, da Angebotsmangel den Preisdruck erhöht.

US-Präsident Donald Trump hat ein Ultimatum an den Iran verlängert und bis zum 6. April keine Angriffe auf iranische Kraftwerke angekündigt. Trotz Hinweisen auf 'sehr gute' Gespräche mit dem Iran hat dies den Markt nicht beruhigt. Im Gegenteil: Die Unsicherheit hält an, und Analysten wie Ewa Manthey von der ING Bank warnen, dass die Sorgen am Markt nicht abnehmen werden. Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank hebt hervor, dass zu den Hormus-Problemen nun Exportausfälle aus Russland kommen, mit einem Rückgang um rund 40 Prozent der Kapazitäten.

Unterschiede zwischen Brent und WTI

Brent und WTI zeigen ähnliche, aber nicht identische Bewegungen. Brent, als globaler Benchmark für den europäischen und internationalen Markt, profitiert stärker von den Nahost-Risiken, da Europa abhängiger von Importen aus dieser Region ist. Der Mai-Kontrakt für Brent stand heute Morgen in Asien bei 108 Dollar pro Barrel, mit Tendenzen weiter nach oben. WTI, stärker an den US-Markt gekoppelt, notiert bei 109,25 Dollar und zieht mit, bleibt aber leicht hinter Brent zurück. Gasöl-Kontrakte für April lieferung kosteten 1360 Dollar pro Tonne, was Heizölpreise in Deutschland direkt beeinflusst.

Der schwächere Euro bei 1,1540 Dollar macht Importe teurer und verstärkt den Druck auf europäische Verbraucher. In der DACH-Region spürt dies besonders die Industrie, Logistik und Privathaushalte, da Diesel und Heizölpreise anziehen.

Auswirkungen auf den deutschen Markt

In Deutschland führen die steigenden Rohölnotierungen zu Aufschlägen bei Heizöl von 4 bis 6 Cent pro Liter. Gasöl-Notierungen starteten heute mit deutlichen Zuwächsen, und der Markt erwartet weitere Anstiege. Verbraucher mit knappen Vorräten werden geraten, aufzustocken, da die Nachfrage langsam anzieht. Trotz kurzfristiger Entspannung bei Spritpreisen – Diesel fiel am Donnerstag auf 2,234 Euro pro Liter – überwiegen nun wieder Aufwärtstendenzen durch den Ölpreisanstieg.

Die neue Bundestagsregelung zur Preiserhöhung an Tankstellen, beschlossen am 26. März, könnte ab Anfang April greifen und den Pass-Through der Ölpreise beschleunigen. Dies hat Implikationen für Inflation und Verbraucherausgaben in der Eurozone.

Marktpositionierung und Prognosen

Technische Analysen sehen für WTI ein positives Signal bei 96,15 Dollar, mit Potenzial bis 105 Dollar kurzfristig. Für 2026 wird eine Stabilisierung über 80 Dollar als bullisch eingestuft, beeinflusst von OPEC+-Entscheidungen und geopolitischen Risiken. Der Ölpreis hat 2025 eine Range von 55 bis 80 Dollar durchbrochen und könnte bis 125 Dollar klettern.

Heizölpreise werden als steigend prognostiziert, mit Verbrauchern, die auf fallende Notierungen verzichten und nachkaufen. Globale Dieselknappheit verstärkt dies, da Raffinerien unter Druck geraten.

Risiken und nächste Katalysatoren

Die Verlängerung des US-Ultimatums bis 6. April birgt Unsicherheit. Weitere Eskalationen in Nahost oder Russland könnten Preise weiter treiben. Umgekehrt könnten Deeskalationssignale zu Korrekturen führen. OPEC+ könnte durch Quoten reagieren, doch aktuelle Ausfälle überfordern dies. US-Lagerbestände und ECB-Entscheidungen bleiben relevant für Europa.

In der DACH-Region wirkt sich dies auf Freight-Kosten, Industrie und Heizkosten aus, mit potenziell höherer Inflation. Investoren sollten Positionierungen in Öl-ETCs prüfen, aber Volatilität beachten.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Fastenergy: Heizöl-Markt aktuell
Marketscreener: Ă–lpreise steigen weiter
Comdirect: Ă–lpreise ĂĽber 110 Dollar
ADAC: Spritpreise und Krieg in Nahost

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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