Österreichs Patentanmeldungen steigen um fünf Prozent
24.03.2026 - 10:39:24 | boerse-global.deÖsterreichs Wirtschaft meldet sich mit einem Innovationsschub zurück. Die Patentanmeldungen aus der Alpenrepublik stiegen im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 2.253. Damit übertrifft Österreich deutlich den EU- und den weltweiten Durchschnitt. Dieser Aufschwung markiert eine Trendwende nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen.
Aufwärtstrend nach schwierigen Jahren
Die neuen Daten des Europäischen Patentamts (EPA) zeigen eine dynamischere Entwicklung als im Rest Europas. Während die weltweiten Anmeldungen nur um 1,4 Prozent und die EU-weiten um 0,7 Prozent stiegen, legte Österreich um fünf Prozent zu. Das ist bemerkenswert, denn 2023 und 2024 verzeichnete das Land noch Rückgänge.
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Mit 245 Patentanmeldungen pro Million Einwohner behauptet sich Österreich auf dem achten Platz im globalen Ranking. Angeführt wird die Liste weiterhin von der Schweiz. Die Entwicklung zeigt, dass heimische Unternehmen in Krisenzeiten verstärkt in den Schutz geistigen Eigentums investieren.
Borealis führt, KI treibt globales Wachstum
An der Spitze der aktivsten Anmelder steht die OMV-Tochter Borealis mit 173 Patenten. Auf den Plätzen folgen voestalpine (85) und Julius Blum (73). Auch Tridonic und ams-Osram gehören zu den Top-Innovatoren.
Global treiben vor allem Zukunftstechnologien das Wachstum. Anwendungen im Bereich Künstlicher Intelligenz legten um 9,5 Prozent zu, Quantentechnologien sogar um 37,9 Prozent. In Österreich konzentrieren sich die Innovationen hingegen auf klassische Stärkefelder wie elektrische Maschinen und den Spezialmaschinenbau.
Wien und Oberösterreich sind die Hotspots
Innerhalb Österreichs bleibt Wien mit 550 EPA-Anmeldungen das Zentrum der Patentaktivitäten. In der nationalen Statistik des Österreichischen Patentamts, die auch Gebrauchsmuster umfasst, sicherte sich jedoch Oberösterreich mit 496 Erfindungen den Spitzenplatz.
Vorarlberg belegt bei der relativen Anzahl der Erfindungen pro Kopf bundesweit den ersten Platz. In der Steiermark ist der Automobilzulieferer AVL List der dominierende Akteur. Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft gilt als Grundpfeiler für die hohe Qualität der Patente.
Regierung plant Patentrechtsnovelle
Die positive Entwicklung wird von der Politik aktiv begleitet. Innovationsminister Peter Hanke brachte kürzlich die „Patentrechtsnovelle 2026“ in Begutachtung. Das Gesetzespaket soll Verfahren vereinfachen und beschleunigen, besonders für kleine und mittlere Unternehmen.
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Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen. Das nationale Patent soll als „Sprungbrett“ für den globalen Schutz von Innovationen gestärkt werden. Österreich hatte im European Innovation Scoreboard 2025 bereits den ersten Platz bei der Anmeldung von Schutzrechten erreicht.
Kann Österreich zur europäischen Spitze aufschließen?
Im europäischen Vergleich rangiert Österreich auf Platz acht der innovativsten EU-Staaten. Die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung werden positiv bewertet. Doch Analysten sehen auch Schwächen.
Ein kritischer Punkt bleibt die Kommerzialisierung von Innovationen. Junge Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, die Finanzierung für den weltweiten Markteintritt zu finden. Das Patentamt schlägt vor, Patente stärker in Unternehmensbilanzen sichtbar zu machen, um die Attraktivität für Investoren zu erhöhen.
Für die Zukunft erwarten Experten eine Fortsetzung des Trends. Vor allem im Bereich grüner Technologien wird mit weiteren Anmeldungen gerechnet. Die Kombination aus moderner Gesetzgebung und dem europäischen Einheitspatent könnte Österreichs Position weiter festigen.
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