OHB, Aktie

OHB Aktie: Bundeswehr-Fantasie

26.01.2026 - 19:18:31

Der Raumfahrtkonzern OHB peilt höhere Umsatz- und Margenziele an und könnte an einem militärischen Satellitenprojekt im Wert von bis zu 10 Mrd. Euro beteiligt sein, was die Aktie auf Rekordhochs treibt.

Ein möglicher Milliardenauftrag mit der Bundeswehr und frische Wachstumsziele sorgen bei OHB für Fantasie – während die Aktie in kurzer Zeit stark angesprungen ist. Im Raum steht nichts weniger als das größte deutsche Militär-Satellitenprojekt. Wie sehr könnte ein Zuschlag die ohnehin ambitionierten Pläne des Raumfahrtkonzerns untermauern?

Milliardenschweres Satellitenprojekt mit Rheinmetall

Im Mittelpunkt steht das Bundeswehr-Projekt „SATCOMBw Stufe 4“. OHB verhandelt laut übereinstimmenden Medienberichten mit Rheinmetall über eine gemeinsame Bewerbung. Es geht um ein militärisches Kommunikationsnetzwerk mit mindestens hundert Satelliten, konzipiert ähnlich wie das Starlink-System von SpaceX.

Ziel ist ein flächendeckend vernetztes Gefüge aus Panzer-, Schiffs- und Soldatenkommunikation, das bis 2029 einsatzbereit sein soll. Der geschätzte Auftragswert: rund acht bis zehn Milliarden Euro. Die Gespräche zwischen OHB und Rheinmetall befinden sich demnach noch in einem frühen Stadium; auch Airbus Defence and Space ist im Rennen.

Für OHB wäre eine Beteiligung an diesem Programm ein gravierender Hebel für das künftige Wachstum – gerade vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsbudgets in Deutschland und Europa.

Kapitalmarkttag: Deutlich höhere Ziele

Unabhängig vom potenziellen Großauftrag hat OHB seine mittelfristigen Ziele bereits nach oben angepasst. Auf dem Capital Market Day am 20. Januar in Bremen legte das Management neue Prognosen vor, die ein klares Bild zeichnen: Der Konzern will kräftig wachsen und zugleich profitabler werden.

Die neuen Ziele im Überblick:

  • Umsatz 2026: 1,4 Mrd. Euro
  • Umsatz 2027: 1,7 Mrd. Euro
  • Umsatz 2028: mehr als 2,0 Mrd. Euro
  • EBITDA-Marge 2026 (Prognose): 11 %
  • EBIT-Marge 2026 (Prognose): 8 %

Bis 2028 soll die EBITDA-Marge auf über 12 % steigen, die EBIT-Marge auf über 9 %. OHB setzt damit nicht nur auf mehr Volumen, sondern auch auf eine spürbare Effizienzsteigerung.

Treiber dieser Entwicklung sind nach Unternehmensangaben vor allem:

  • höhere Budgets der Europäischen Weltraumorganisation ESA
  • Programme der Europäischen Union
  • Aufträge nationaler Kunden
  • ein wachsender Verteidigungsmarkt

Gerade die Verzahnung von Raumfahrt- und Verteidigungsprojekten gewinnt für den Konzern an Bedeutung – das geplante Bundeswehr-Satellitennetz passt in dieses Bild.

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Auftragseingang und Aktie im Aufwind

Bereits 2025 konnte OHB den Auftragseingang deutlich steigern: Rund 2,1 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 24 Prozent zum Vorjahr. Mittelfristig strebt das Unternehmen einen durchschnittlichen Auftragseingang von etwa 3 Milliarden Euro pro Jahr an. Aus Sicht des Managements ist das Umfeld dafür gegeben, insbesondere durch größere europäische und nationale Programme.

An der Börse spiegelt sich die zunehmende Auftrags- und Ergebnisdynamik in einer beeindruckenden Kursentwicklung wider. Die Aktie hat auf Jahressicht um mehr als 300 Prozent zugelegt und notiert heute bei 226 Euro auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Allein in den vergangenen sieben Tagen beträgt das Plus knapp 50 Prozent.

Der Kurs liegt damit deutlich über den gleitenden Durchschnittswerten; der RSI von 73 signalisiert kurzfristig einen überkauften Zustand. Die starke Schwankungsbreite – eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 100 Prozent – unterstreicht, wie sensibel der Markt derzeit auf Nachrichten rund um OHB reagiert.

Börsennotiz bleibt wichtig

Trotz des starken Kursanstiegs und der strategischen Neuausrichtung sieht das Management keinen Anlass, sich von der Börse zu verabschieden. Auf dem Capital Market Day wurde klar betont, dass ein Delisting aktuell nicht geplant ist.

Die Begründung: Die Notierung schafft nach Unternehmensdarstellung zusätzliches Vertrauen bei Kunden und sichert den Zugang zu den Kapitalmärkten, der für künftiges Wachstum und größere Projekte – wie eben ein breites Satellitenprogramm – wichtig bleibt.

Wichtige Termine im Blick

Die nächsten Monate bringen mehrere Wegmarken, an denen OHB seine Wachstumsstory mit harten Zahlen untermauern kann:

  • 19. März 2026: Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025 und Earnings Call
  • 7. Mai 2026: Zahlen zum ersten Quartal 2026
  • 24. Juni 2026: Hauptversammlung

Bis dahin bleibt entscheidend, ob sich die gestiegenen Auftragseingänge in den Margen niederschlagen und ob es neue Signale zum Bundeswehr-Projekt gibt. Gelingt beides, wären die ambitionierten Mittelfristziele des Raumfahrtkonzerns konkret unterfüttert.

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