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Omnibus I: Trotz Befreiung setzen Europas Firmen auf Nachhaltigkeitsberichte

16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.de

Die meisten von der neuen EU-Berichtspflicht befreiten Unternehmen setzen ihre Nachhaltigkeitsberichte fort, da der Markt Transparenz als strategischen Wettbewerbsvorteil fordert.

Omnibus I: Trotz Befreiung setzen Europas Firmen auf Nachhaltigkeitsberichte - Foto: über boerse-global.de
Omnibus I: Trotz Befreiung setzen Europas Firmen auf Nachhaltigkeitsberichte - Foto: über boerse-global.de

Neun von zehn Unternehmen, die ab kommender Woche nicht mehr berichten müssen, halten an ihren Plänen fest. Der Markt zwingt, wo der Gesetzgeber entlastet.

Ab dem 18. März entfällt für Tausende europäische Unternehmen die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Doch eine aktuelle Marktstudie zeigt: Die allermeisten wollen freiwillig weitermachen. Die neue EU-Richtlinie Omnibus I hat die Schwellenwerte für die Pflichtberichte massiv erhöht. Nur noch Firmen mit über 1.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 450 Millionen Euro müssen berichten. Rund 90 Prozent der bisher betroffenen Unternehmen sind damit befreit.

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Dennoch planen laut einer Umfrage des Softwareanbieters osapiens neun von zehn der nun freigestellten Firmen, ihre Aktivitäten beizubehalten oder sogar auszubauen. Für sie ist Transparenz in Umwelt- und Sozialfragen längst kein Bürokratie-Akt mehr, sondern ein strategisches Muss für Risikomanagement und Wettbewerbsfähigkeit.

Warum freiwillig berichten? Der Markt diktiert die Regeln

Die Gründe für das Festhalten an den Berichten sind vielfältig und wirtschaftlich getrieben. „Die Studie zeigt, dass Unternehmen handfeste Geschäftsvorteile aus ihren Offenlegungen ziehen“, erklärt ein Marktexperte. Dazu zählen bessere Konditionen bei Krediten und Versicherungen sowie größere Erfolgschancen in Ausschreibungen.

86 Prozent der Befragten sind zudem zuversichtlich, Berichte nach den anspruchsvollen Standards der Corporate Sustainability Reporting Directive erstellen zu können. Die Integration in die Unternehmenssteuerung ist also bereits weit fortgeschritten. Investoren und Ratingagenturen erwarten diese Daten mittlerweile standardmäßig, um Risiken und langfristigen Wert eines Unternehmens beurteilen zu können.

Technologie-Investitionen trotz Hürden

Die freiwillige Berichterstattung treibt Investitionen in die digitale Infrastruktur voran. Fast 89 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben für Reporting-Technologie und Automatisierungstools in den nächsten zwölf Monaten erhöhen. Nachhaltigkeitsdaten werden mit derselben Genauigkeit behandelt wie Finanzkennzahlen.

Dennoch bleiben praktische Hürden bestehen. Die größten Hindernisse sind laut Studie:
* Budgetengpässe bei Datenerfassung und -analyse (43 %)
* Fragmentierte Daten in verschiedenen Unternehmenssystemen (40 %)
* Schlechte Technologie-Integration (31 %)
* Unklare interne Verantwortlichkeiten (29 %)

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Immer häufiger übernehmen daher Finanzabteilungen und Prüfungsausschüsse die Verantwortung für die Nachhaltigkeitsdaten. Sie sorgen dafür, dass interne Kontrollen auch für CO?-Bilanzierung, Energieverbrauch und Lieferketten gelten.

Internationaler Kontext: Europa vereinfacht, andere ziehen nach

Während die EU mit Omnibus I entbürokratisiert, verschärfen andere Regionen ihre Vorgaben. Im Vereinigten Königreich plant die Finanzaufsicht FCA, Nachhaltigkeitsberichte für börsennotierte Unternehmen ab Januar 2027 verbindlich zu machen. Maßstab werden die Standards des International Sustainability Standards Board sein.

Diese globale Dynamik unterstreicht den strategischen Wert der Daten. Ein glaubwürdiges Berichtswesen ist heute eine Grundvoraussetzung, um im internationalen Kapitalmarkt zu bestehen.

Ausblick: Der Fokus verschiebt sich zur Datenqualität

Für die Zukunft erwarten Beobachter eine stärkere Konzentration auf die Qualität und Nutzung der Daten. Die EU-Kommission will bis Mitte 2026 vereinfachte Berichtsstandards vorlegen.

Der Wettbewerbsvorteil entsteht künftig nicht mehr durch die bloße Tatsache des Reportings, sondern durch die Genauigkeit, Prüfbarkeit und strategische Anwendung der Daten. Unternehmen, die ihre Umwelt- und Sozialdaten nahtlos in ihre Finanzberichterstattung integrieren, werden die Nase vorn haben. Nachhaltigkeit wird so endgültig vom Kommunikationsthema zur Säule der globalen Unternehmensstrategie.

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