OpenAI, KI-Commerce

OpenAI setzt im KI-Commerce auf Marken-Apps

13.03.2026 - 04:00:59 | boerse-global.de

OpenAI verlagert den Fokus von einem eigenen Zahlungssystem hin zu individuellen HĂ€ndler-Apps, wĂ€hrend der Einzelhandel die frĂŒhe KI-Werbung dominiert und die Werbeinfrastruktur ausgebaut wird.

OpenAI setzt im KI-Commerce auf Marken-Apps - Foto: ĂŒber boerse-global.de
OpenAI setzt im KI-Commerce auf Marken-Apps - Foto: ĂŒber boerse-global.de

OpenAI verlagert seine Strategie fĂŒr KI-gesteuerten Handel weg von eigenen Checkouts hin zu individuellen Marken-Apps. Diese Neuausrichtung erfolgt parallel zu Werbedaten, die zeigen, dass Einzelhandel und Lebensmittel den Großteil der frĂŒhen ChatGPT-Werbeeinblendungen auf sich ziehen. Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt: KĂŒnstliche Intelligenz wird vom Informations- zum Einkaufsassistenten.

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Strategische Wende: StÀrkung der Markenkontrolle

Berichten vom 11. MĂ€rz zufolge drosselt OpenAI seine ursprĂŒnglichen PlĂ€ne, ProduktkĂ€ufe direkt ĂŒber einen eigenen ChatGPT-Checkout abzuwickeln. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen nun auf den Ausbau von dedizierten ChatGPT-Anwendungen fĂŒr HĂ€ndler. Dieser Schritt soll den Marken mehr Kontrolle ĂŒber das gesamte Kauferlebnis und wertvolle Kundendaten geben.

Doch der Weg zum nahtlosen In-App-Kauf ist steinig. Viele Nutzer sehen den Chatbot nach wie vor primĂ€r als Recherche- und Konversationstool, nicht als Einkaufsziel. Zudem ist die Sichtbarkeit der Marken-Apps ein Problem – oft wissen Nutzer nicht einmal von ihrer Existenz im ChatGPT-Ökosystem. Die Folge: Viele folgen lieber einem generierten Link zur externen Website des HĂ€ndlers, um ihren Einkauf abzuschließen.

Aktuell haben zwar rund 100 Unternehmen eigene ChatGPT-Apps entwickelt, doch die Integration von flĂŒssigen BezahlvorgĂ€ngen steckt in den Kinderschuhen. Bislang ermöglicht nur ein einziger Partner – der Lieferdienst Instacart – einen kompletten Checkout innerhalb seiner spezifischen App. Eine technische LĂŒcke, die andere Marken erst noch schließen mĂŒssen.

Werbeboom: Handel dominiert frĂŒhe KI-Werbung

WĂ€hrend OpenAI seine Transaktionsarchitektur verfeinert, testen Marken aggressiv die Entdeckungsfunktionen der Plattform. Daten des App-Analyseunternehmens Sensor Tower vom 10. MĂ€rz zeigen: Werbung fĂŒr Einzelhandel und Lebensmittel macht 44 Prozent aller Werbeeinblendungen auf ChatGPT aus. Damit liegt die Branche deutlich vor anderen Teilnehmern des Pilotprogramms.

Zu den frĂŒhen Experimentierern gehören große EinzelhĂ€ndler wie Target, Sephora und Wayfair. Andere Sektoren spielen eine deutlich kleinere Rolle: Medien und Bildung (12,6 %), Software und Technologie (11,9 %), Reisen und Unterhaltung (10,4 %) sowie Lieferdienste (9,1 %). AuffĂ€llig ist die Abwesenheit von Giganten wie Amazon, Walmart und Apple in den frĂŒhen Tests. Sie setzen wohl vorerst auf ihre eigenen Werbenetzwerke oder warten auf aussagekrĂ€ftigere Leistungsdaten.

Anders als klassische Display-Werbung erscheinen diese Platzierungen natĂŒrlich in den Chatbot-Antworten – basierend auf dem Kontext des NutzergesprĂ€chs. Marktforscher sehen darin ein Spiegelbild traditioneller Suchmaschinentrends: Nutzer entdecken Produkte zunehmend ĂŒber Konversation.

Infrastruktur-Ausbau: OpenAI will programmatische Werbung

Um das wachsende Markenengagement zu monetarisieren, baut OpenAI seine Werbetechnologie aus. Berichten vom 12. MĂ€rz zufolge fĂŒhrt das Unternehmen frĂŒhe GesprĂ€che mit The Trade Desk, der grĂ¶ĂŸten unabhĂ€ngigen Demand-Side-Plattform fĂŒr programmatische Werbung.

Eine solche Partnerschaft wĂŒrde es Marken und Agenturen ermöglichen, ChatGPT-WerbeplĂ€tze mit den gleichen Tools zu kaufen, die sie bereits fĂŒr Display-, Video- und Connected-TV-Kampagnen nutzen. Dies wĂ€re eine Erweiterung der ersten Ad-Tech-Integration mit Criteo, die am 2. MĂ€rz bekannt gegeben wurde.

Die finanziellen Ambitionen sind hoch: OpenAI rechnet damit, dass Werbung die Einnahmen aus dem Consumer-ChatGPT in diesem Jahr auf 17 Milliarden US-Dollar verdoppeln könnte. Da nur schĂ€tzungsweise 5 Prozent der Nutzer fĂŒr Premium-Abos zahlen, bleibt der Großteil der Nutzer auf den kostenlosen oder gĂŒnstigeren Tarifen – ein riesiges, werbefĂ€higes Publikum. FrĂŒhe Preismodelle liegen bei etwa 60 US-Dollar Cost-per-Mille (CPM) mit einem Mindestbudget von 200.000 US-Dollar. Zu den ersten KĂ€ufern zĂ€hlen Ford, Adobe, Best Buy, AT&T und Expedia.

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Die Herausforderung: Markenimage in der KI-Konversation

WÀhrend die Werbeinfrastruktur wÀchst, stehen Marken vor einer neuen Herausforderung: Wie werden ihre Produkte organisch von der KI dargestellt? Forschungsergebnisse von BrightEdge zeigen deutliche Unterschiede zwischen ChatGPT und traditionellen Suchmaschinen bei der Bewertung von Marken.

Die Daten deuten darauf hin, dass ChatGPT seine Markenkritik 13-mal stĂ€rker in der phase kurz vor dem Kaufpunkt konzentriert als Googles KI-Übersichten. Steht der Nutzer kurz vor einer Entscheidung, fasst der Chatbot oft die gesamte digitale Historie einer Marke zusammen – inklusive vergangener Kontroversen, ServiceausfĂ€lle, ProduktmĂ€ngel und Preis-Kritik.

Zudem stellte die Forschung fest, dass Google und ChatGPT bei ĂŒberlappenden negativen Suchanfragen in 73 Prozent der FĂ€lle völlig unterschiedliche Marken beanstandeten. Experten warnen: Das birgt ein erhebliches Risiko fĂŒr Unternehmen mit schwacher Content-Optimierung. Da KI-Systeme zunehmend synthetisierte Meinungen direkt in ihren Antworten teilen, anstatt nur Links zu externen Quellen zu liefern, mĂŒssen Marken ihren digitalen Fußabdruck aktiv ĂŒber mehrere Plattformen hinweg managen.

Die Entwicklungen deuten auf eine rasante Reifung des konversationalen Handels hin. Der Erfolg in diesem neuen Kanal wird davon abhĂ€ngen, wie gut es Marketern gelingt, bezahlte Sichtbarkeit mit robusten organischen Content-Strategien in Einklang zu bringen – und sicherzustellen, dass KI-Modelle ihren Markenwert in kritischen Kaufentscheidungen korrekt und positiv widerspiegeln.

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