Oracle Aktie: 550 Milliarden Dollar Auftragsbestand
05.06.2026 - 11:14:44 | boerse-global.de
Oracle geht mit RĂŒckenwind in die letzte Berichtswoche des GeschĂ€ftsjahres. Der Kurs hat krĂ€ftig angezogen, die Erwartungen an Cloud und KI sind hoch. Jetzt muss der Konzern zeigen, ob die Infrastruktur schnell genug mit der Nachfrage wĂ€chst. Genau dort liegt der Kern der Story.
Am 10. Juni legt Oracle Zahlen zum vierten GeschÀftsquartal vor. Im Blick stehen nicht nur Umsatz und Gewinn. Der Markt schaut vor allem auf Rechenzentren, Investitionen und freien Cashflow.
KI-Nachfrage trifft auf KapazitÀtsfrage
RBC Capital hat das Kursziel fĂŒr die Oracle-Aktie von 160 auf 190 Dollar angehoben. Die Einstufung bleibt bei âSector Performâ. Die BegrĂŒndung liegt weniger in einer neuen Oracle-These, sondern in höheren Bewertungen der Vergleichsgruppe.
Der wichtigere Punkt ist operativ. Oracle muss RechenzentrumskapazitÀten schnell genug ausbauen, um Cloud- und KI-AuftrÀge abzuarbeiten. Zum Ende des dritten GeschÀftsquartals lagen die ausstehenden Leistungsverpflichtungen bei mehr als 550 Milliarden Dollar. Das ist ein starkes Nachfrage-Signal, erhöht aber auch den Lieferdruck.
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Ein zusĂ€tzlicher Faktor ist das Stargate-Projekt. GroĂkunden wie OpenAI setzen zunehmend auf direkte LeasingvertrĂ€ge fĂŒr KapazitĂ€ten. Solche Vereinbarungen können die Auslastung von Oracle absichern, binden aber Kapital und Planungskraft.
Private Cloud als BrĂŒcke
Oracle flankiert den Cloud-Ausbau mit der Private Cloud Appliance X10. Das System bringt Rechenleistung, Speicher und Netzwerkfunktionen der Oracle Cloud Infrastructure in die Rechenzentren der Kunden. Damit zielt Oracle auf Unternehmen, die Cloud-Funktionen wollen, aber Daten lokal halten mĂŒssen.
Der Konzern bindet das Angebot an bestehende Produkte wie Exadata und Database Appliance an. Das macht die Lösung vor allem fĂŒr Bestandskunden relevant. Oracle verkauft damit nicht nur KapazitĂ€t in eigenen Rechenzentren, sondern auch Cloud-Architektur fĂŒr Kundensysteme.
Strategisch passt das zur Lage. Nicht jeder Kunde kann sensible Daten vollstĂ€ndig in eine öffentliche Cloud verlagern. Oracle versucht diese LĂŒcke zu schlieĂen und seine Plattform tiefer in IT-Landschaften zu verankern.
Kurs lÀuft voraus
Am Donnerstag schloss die Aktie bei 203,80 Euro. In den vergangenen 30 Tagen legte sie um 23,40 Prozent zu. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 22,04 Prozent zu Buche.
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Der Abstand zum Rekordniveau bleibt dennoch spĂŒrbar. Das Papier liegt weiter 27,40 Prozent unter dem Hoch bei 280,70 Euro. Dieser Abstand zeigt, dass der Markt trotz der Rally noch nicht zur frĂŒheren Euphorie zurĂŒckgekehrt ist.
Technisch ist der Lauf klar sichtbar. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt betrĂ€gt 33,14 Prozent. Zur 200-Tage-Linie liegt er bei 14,87 Prozent. Der RSI von 69,5 deutet auf eine leicht ĂŒberhitzte Lage hin.
Am 10. Juni zĂ€hlt deshalb vor allem die Verbindung aus RPO, CapEx und Cashflow. Liefert Oracle Hinweise auf schnelleres Umsatzwachstum aus neuen Rechenzentren, hĂ€tte die jĂŒngste Rally ein solides Fundament. Fehlen diese Belege, dĂŒrfte der hohe Investitionsbedarf stĂ€rker ins Gewicht fallen.
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