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Partners Group Aktie: 12 Milliarden Abflüsse aus Evergreen erwartet

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 10:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

S&P bewertet neue Kreditverbriefung positiv, während Morningstar den fairen Wert der Aktie aufgrund erwarteter Mittelabflüsse aus Evergreen-Fonds kürzt.

Partners Group: Kreditverbriefung bestätigt, Fair Value gesenkt
Abstrakte Darstellung von Kapitalabflüssen und Marktbewegungen in einem modernen, professionellen Finanzumfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Partners Group liefert zwei Nachrichten gleichzeitig. S&P Global Ratings bewertet eine neue Kreditverbriefung des Schweizer Vermögensverwalters positiv. Parallel kappt Morningstar den fairen Wert der Aktie – wegen Abflussrisiken bei den offenen Evergreen-Fonds.

S&P bestätigt Rating für neue Kreditverbriefung

Die Ratingagentur veröffentlichte am Donnerstag, den 23. Juli 2026, ihre Bewertungen für die Tranchen A-1, A-2 und B der Partners Group Private Credit CLO 1A und 1B LLC. Eine US-Tochtergesellschaft der Partners Group Holding AG verwaltet die Verbriefung. Sie bündelt besicherte Kredite an mittelständische Unternehmen mit spekulativem Rating.

Das Rating zeigt: Partners Group kann weiterhin komplexe Finanzierungsprodukte strukturieren. Private Credit bleibt ein wichtiger Ertragsbringer für den Konzern. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 entfiel ein signifikanter Teil der gesamten 186 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen auf dieses Segment.

Morningstar senkt Fair Value

Trotz der operativen Fortschritte im Kreditgeschäft bleiben Analysten bei den offenen Fondsstrukturen vorsichtig. Morningstar senkte diese Woche die Fair-Value-Schätzung für die Partners Group Aktie um 6 Prozent auf 910 Schweizer Franken. Grund sind erwartete Mittelabflüsse aus dem Evergreen-Segment.

Im Juni und Juli 2026 führte das Unternehmen Rücknahmebeschränkungen ein. Die Anträge auf Kapitalrückzahlung hatten bei einzelnen Produkten die Grenze von 5 Prozent des Nettoinventarwerts erreicht. Morningstar rechnet in den kommenden 18 Monaten mit Abflüssen von bis zu 12 Milliarden US-Dollar aus der Evergreen-Plattform.

Das dämpft die Wachstumserwartungen für das gebührenpflichtige verwaltete Vermögen.

Umbau der Evergreen-Plattform

CEO David Layton reagiert auf die Skepsis mit einem strategischen Umbau. Statt auf wenige große Flaggschiff-Fonds zu setzen, plant Partners Group rund 30 verschiedene Evergreen-Vehikel. Zusätzlich baut der Konzern Partnerschaften mit BlackRock und der Deutschen Bank aus, um die Vertriebsbasis zu verbreitern.

In den ersten sechs Monaten 2026 meldete das Unternehmen Brutto-Neuzusagen in Rekordhöhe von 16 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen rund 4,2 Milliarden US-Dollar auf das Evergreen-Programm. Die Nettomittelzuflüsse in diesem Bereich blieben wegen der Rücknahmen nur leicht positiv.

Marktreaktion

An der Börse zeigt sich das gemischte Bild bereits im Kurs. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 729,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Rückgang von 31,29 Prozent zu Buche.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei -24,82 Prozent und unterstreicht die schwierige mittelfristige Trendlage. Partners Group treibt die Verbreiterung auf rund 30 Evergreen-Vehikel voran. Gelingt das, sinkt das Konzentrationsrisiko einzelner Fonds – bis dahin bleibt der von Morningstar erwartete Abfluss von bis zu 12 Milliarden US-Dollar die größte Belastung für die Aktie.

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