PASAT-Training, Altes

PASAT-Training: Altes Diagnose-Tool wird neue Therapie-Hoffnung

31.01.2026 - 11:41:12

Der klassische Neuropsychologie-Test PASAT zeigt in Studien vielversprechende Wirkung bei der Reduktion depressiver Symptome und kognitiver MS-Beschwerden. Experten diskutieren den breiteren klinischen Einsatz.

Ein klassischer Neuropsychologie-Test erlebt eine Renaissance als Therapie. Der Paced Auditory Serial Addition Task (PASAT), lange ein Standardwerkzeug zur Diagnose von Hirnleistungsstörungen, zeigt in neuen Studien vielversprechende Wirkung gegen Depressionen und kognitive MS-Symptome. Experten diskutieren nun seinen breiteren Einsatz in der Klinik.

Vom Stress-Test zum Gehirn-Trainer

Das Prinzip des PASAT ist simpel, aber fordernd: Patienten hören eine Reihe von Zahlen und müssen ständig die Summe der beiden letzten nennen. Jahrzehntelang diente dieser Test nur dazu, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit zu messen. Jetzt versteht man ihn als aktives Trainingsgerät für das Gehirn.

Kampf gegen das Grübeln: Hilfe bei Depressionen

Die aussagekräftigsten neuen Daten kommen aus der Depressionsforschung. Eine kürzlich diskutierte Meta-Analyse mit über 1.200 Teilnehmern belegt: Das aPASAT-Training kann depressive Symptome signifikant reduzieren.

  • Nachhaltiger Effekt: Die Verbesserungen blieben auch nach Ende des Trainings bestehen.
  • Zielgenau: Besonders profitieren könnten Menschen in der Remissionsphase, die unter kognitiven Restbeschwerden leiden.
  • Der Mechanismus: Das Training beansprucht das Arbeitsgedächtnis stark. Dadurch soll die kognitive Kontrolle über negative Gedankenschleifen gestärkt werden – Patienten lernen auf neuronaler Ebene, sich von Grübeleien zu lösen.

Interessant sind auch Begleitstudien: Sie deuten an, dass das Training die übermäßige neuronale Reaktion von Depressiven auf negatives Feedback normalisieren kann.

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Stärkung für MS-Patienten

Bei Multipler Sklerose (MS) sind kognitive Einbußen ein massives Problem. Hier etabliert sich computergestütztes Training, darunter der PASAT, als wichtige Säule neben medikamentösen Therapien. Es zeigt positive Effekte auf ein Kernproblem: die verlangsamte Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Die große Herausforderung bleibt jedoch der Transfer in den Alltag. Kann die am Computer trainierte Leistung auch im komplexen täglichen Leben genutzt werden? Neue Ansätze kombinieren das Training deshalb mit gamifizierten oder alltagsnahen Aufgaben, um diesen Brückenschlag zu schaffen.

Nicht ohne Hürden: Frustration und offene Fragen

Trotz der Hoffnung warnen Neuropsychologen vor zu viel Euphorie. Das PASAT-Training ist hart.

  • Hohe Frustrationsgefahr: Das adaptive Design passt die Schwierigkeit ständig an die Leistungsgrenze an. Das ist therapeutisch gewollt, erfordert aber eine sensible Begleitung, um Patienten nicht zu überfordern.
  • Unklare Dosierung: Wie oft und wie lange muss trainiert werden? Die Studienlage reicht von wenigen bis zu über 50 Sitzungen. Hier fehlen noch klare Leitlinien für die Praxis.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft des kognitiven Kontrolltrainings liegt in der Personalisierung. Erwartet werden Softwarelösungen, die mit Algorithmen das Schwierigkeitslevel noch feiner justieren und individuelles Feedback geben. Groß angelegte klinische Studien in diesem Jahr sollen die Evidenzbasis weiter verbreitern. Ihr Ziel: den Weg für eine mögliche Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu ebnen. Bis dahin bleibt der PASAT ein vielversprechendes Werkzeug in den Händen von Spezialisten.

@ boerse-global.de