PatientenschĂŒtzer: FachĂ€rzte mĂŒssen Befunde erlĂ€utern
Veröffentlicht am: 03.01.2026 um 10:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEs sei absurd, dass sich viele FachĂ€rzte mittlerweile davon verabschiedet hĂ€tten, Befunde und Therapieempfehlungen direkt mit den Kranken zu besprechen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Patienten seien so gezwungen, danach den Hausarzt zu konsultieren, der zum "ErklĂ€rbĂ€ren" mutiere. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) mĂŒsse FachĂ€rzte verpflichten, Befunde auch zu erlĂ€utern.
Brysch forderte auĂerdem, Ungleichgewichte zwischen Stadt und Land bei der Verteilung von Praxisstandorten anzugehen. Er sprach sich fĂŒr die Abschaffung von VermittlungsvergĂŒtungen fĂŒr HausĂ€rzte aus, wenn sie direkt Termine bei FachĂ€rzten vereinbaren. "Was als gut gemeinte Ausnahmeregelung eingefĂŒhrt wurde, ist zu einer sprudelnden Einnahmequelle ohne Mehrwert geworden."
Was bringt die geplante Reform fĂŒr Termine?
Der PatientenschĂŒtzer warnte vor hohen Erwartungen an die von Warken geplante stĂ€rkere Steuerung von Terminen bei FachĂ€rzten ĂŒber HausĂ€rzte. Diese "Erst-Hausarzt-Pflicht" solle zum Allheilmittel fĂŒr alle Probleme der ambulant-Ă€rztlichen Versorgung werden, sagte Brysch. Völlig ungeklĂ€rt sei aber unter anderem, wie zusĂ€tzliche Patienten von HausĂ€rzten betreut werden könnten. "SchlieĂlich gehen in den nĂ€chsten Jahren mehr HausĂ€rztinnen und HausĂ€rzte in den Ruhestand oder wollen ihre Arbeitszeit reduzieren."
Union und SPD wollen ein verbindliches System einfĂŒhren, bei dem Patienten primĂ€r in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf - mit Termin in einem bestimmten Zeitraum - an FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte ĂŒberweist. Brysch bezweifelt, dass eine solche "Termingarantie" tatsĂ€chlich greift. "Die schwarz-rote Koalition lĂ€uft Gefahr, mit der Zwangsregelung ein Ă€hnliches politisches Fiasko zu erleben wie die gescheiterte Ampelregierung mit ihrem Heizungsgesetz."
