PayPal Aktie: Wall Street bleibt skeptisch
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 00:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Übernahmeangebot von 53 Milliarden Dollar treibt den Kurs, doch die Analysten feiern nicht mit. Während Anleger nach dem Kurssprung noch die Zahlen sortieren, bleibt das Bild an der Wall Street gespalten — zwischen Bewertungsskepsis und der Aussicht auf einen möglichen Käufer.
Clear Street startete die Coverage von PayPal mit "Hold" und einem Kursziel von 61 Dollar, abgeleitet aus dem 10,5-fachen der für 2027 erwarteten 5,80 Dollar Gewinn je Aktie. Die Analysten sehen versteckten Wert, der durch eine komplexe Konzernstruktur verdeckt werde — rechnen aber erst in etwa einem Jahr mit einer vollständigen Umsetzung des Restrukturierungsplans. Der eigentliche Wendepunkt dürfte demnach eher 2027 oder 2028 kommen als noch in diesem Jahr.
Kursziele zwischen 48 und 61 Dollar
Andere Häuser sind zurückhaltender. Macquarie und Mizuho bestätigten jeweils ein neutrales Rating mit einem Kursziel von 50 Dollar, TD Cowen bleibt bei "Hold" mit 48 Dollar. Die Spanne der Kursziele — 48 bis 61 Dollar — liegt damit unter dem kursierenden Übernahmeangebot von Stripe und dem Finanzinvestor Advent International in Höhe von 60,50 Dollar je Aktie. Genau dieser Abstand nährt Zweifel, ob der Deal in der aktuellen Form überhaupt zustande kommt.
Nach übereinstimmenden Berichten haben Stripe und Advent das Angebot bereits im Juli eingereicht, unterlegt mit rund 50 Milliarden Dollar zugesagter Bankenfinanzierung. Vorstand und der neu berufene CEO zeigten sich demnach zunächst zurückhaltend gegenüber einem Verkauf. Ein Bericht über die durchgesickerten Verhandlungen könnte den Druck auf das Gremium jedoch erhöhen, sich vor dem für den 20. Juli 2026 angesetzten Board-Meeting ernsthaft mit dem Angebot auseinanderzusetzen.
Als mögliche Alternativ-Szenarien nennt Clear Street neben einem Verkauf an Stripe und Advent auch eine Abspaltung von Venmo sowie zusätzliche Offenlegungen zu drei neuen Geschäftssegmenten. Fortschritte bei Umsatzwachstum und Margenausweitung im Branded-Checkout-Geschäft gelten als weiterer Katalysator, der die Aktie unabhängig vom Übernahmepoker bewegen könnte.
Der Kurs selbst zeigt bereits, wie nervös der Markt reagiert: Nach einem Sprung von 17,2 Prozent auf 55,52 Dollar gab die Aktie im vorbörslichen US-Handel wieder leicht nach. Ob das Board am 20. Juli tatsächlich in Verhandlungen eintritt, dürfte darüber entscheiden, welches der genannten Kursziele sich als realistischer erweist.
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