Pernod, Ricard

Pernod Ricard und Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman erwÀgen Fusion

27.03.2026 - 10:43:44 | dpa.de

Pernod Ricard FR0000120693 und der Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman US1156371007 fĂŒhren GesprĂ€che ĂŒber einen möglichen Zusammenschluss, um sich in einem schwĂ€cheren Spirituosenmarkt besser aufzustellen.

Beide Unternehmen bestĂ€tigten entsprechende GesprĂ€che. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen darĂŒber berichtet.

Sofern eine Einigung erzielt werde, solle der angestrebte Zusammenschluss einer Fusion unter Gleichen Ă€hneln, die StĂ€rken beider Unternehmen bĂŒndeln und fĂŒr die AktionĂ€re beider Unternehmen einen Mehrwert bringen, heißt es in Ă€hnlich klingenden Stellungnahmen beider Unternehmen. Man wolle erst wieder darĂŒber informieren, wenn eine Vereinbarung erreicht oder die GesprĂ€che beendet seien.

Die Aktienkurse beider Unternehmen stehen seit einiger Zeit unter anderem wegen der Branchenprobleme stark unter Druck. Der französische Konzern Pernod Ricard kommt aktuell auf einen höheren Börsenwert. In beiden Unternehmen haben die Nachkommen der GrĂŒnder ein gewichtiges Wort mitzureden. So liegen 15 Prozent der Pernod-Ricard-Papiere in Familienhand.

Das US-Unternehmen wird von der Familie Brown, Nachkommen des GrĂŒnders George Garvin Brown, kontrolliert. Diese halten rund 70 Prozent der mit Stimmrechten versehenen A-Aktien. Da es deutlich mehr B-Aktien gibt, hĂ€lt die Familie allerdings nur rund ein Viertel des gesamten Aktienkapitals.

Die Familien der beiden Konzerne dĂŒrften große Anteile in eine neue Gesellschaft einbringen. Die GesprĂ€che der beiden Unternehmen dauerten an, und es sei ungewiss, ob es tatsĂ€chlich zu einem Abschluss komme.

Vertreter von Pernod und Brown-Forman lehnten es gegenĂŒber Bloomberg ab, sich nĂ€her zur Struktur und zum Zeitplan einer möglichen Vereinbarung zu Ă€ußern.

Die Aktie von Pernod Ricard legte am Freitagvormittag drei Prozent auf knapp 62 Euro zu. Die Marktkapitalisierung stieg damit auf knapp 16 Milliarden Euro. Die Brown-Forman-Anteile hatten am Donnerstag in New York nach dem Bloomberg-Bericht ĂŒber eine mögliche Fusion in der Spitze bis zu ein FĂŒnftel angezogen.

Bis zum Handelsende gab das Papier wieder einen Teil der Gewinne ab und schloss knapp zehn Prozent fester. Der Börsenwert des US-Unternehmens liegt damit bei knapp 12 Milliarden Dollar.

Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass ein aktienbasierter Zusammenschluss der Brown-Familie eine bedeutende Beteiligung sichern und sie an möglichen langfristigen Kursgewinnen teilhaben lassen wĂŒrde.

FĂŒr Olivier Nicolai von der US-Investmentbank Goldman Sachs wĂŒrde ein Zusammenschluss die zweite Position der Franzosen unter den globalen Spirituosenherstellern untermauern. Zusammen kĂ€men beide auf 14 Prozent Weltmarktanteil gegenĂŒber 16 Prozent von Diageo GB0002374006 auf Platz Eins. Begrenzte Überschneidungen erschienen attraktiv, noch entscheidender sei allerdings zunĂ€chst die Struktur eines Deals.

Brown-Forman, zu dessen Marken neben Jack Daniel?s auch Fords Gin und Herradura Tequila gehören, kĂ€mpft in den USA mit einer schwĂ€cheren Nachfrage nach Premium-Spirituosen. Pernod Ricard zĂ€hlt zu Europas grĂ¶ĂŸten Spirituosenherstellern und besitzt unter anderem Marken wie Absolut Wodka, Havana Club Rum und Jameson Whiskey. Beide Konzerne suchen nach Wegen, ihr GeschĂ€ft zu stĂ€rken, wĂ€hrend Verbraucher weniger Alkohol trinken und vermehrt zu gĂŒnstigeren Marken greifen.

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