Pflege-Digitalisierung: Datenschutz als Stolperstein
30.01.2026 - 01:10:12Die Bundesregierung treibt die Digitalisierung der Pflege voran – und stellt Heime vor unlösbare Aufgaben. Zwischen elektronischer Patientenakte und IT-Sicherheitslücken droht die Überforderung.
Berlin. Deutschlands Pflegesektor steht vor einem digitalen Zwangsspurt. Das Bundesgesundheitsministerium hat diese Woche seine überarbeitete Digitalstrategie vorgelegt. Sie sieht eine flächendeckende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) und digitaler Pflegeanwendungen vor. Das Ziel: Bürokratie abbauen und dem Personalmangel begegnen. Doch der Plan weckt massive Zweifel. Können Pflegeheime die hohen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit überhaupt bewältigen?
Digitale Pflicht trifft auf harte Realität
Der Kern der Strategie ist eindeutig. Pflegeeinrichtungen sollen vollständig in die Telematikinfrastruktur eingebunden werden. Das bedeutet: sichere Datenverbindungen, digitale Pflegedokumentation und den Einsatz zertifizierter Apps. „Die Digitalisierung ist entscheidend für die Zukunft der Pflege“, betonte Bayerns Pflegeministerin Judith Gerlach diese Woche.
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Doch die Umsetzung ist ein Drahtseilakt. Pflegedaten gehören nach der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zur höchsten Schutzstufe. Jedes Heim muss nun lückenlos nachweisen, dass Datenzugriff, -speicherung und -übertragung konform sind. Dazu kommen technische Hürden. Viele Häuser, besonders kleinere, haben weder eigene IT-Abteilungen noch das Budget für hochgerüstete Sicherheitssysteme.
Cyberangriffe als existenzielle Gefahr
Die Digitalisierung macht Pflegeheime zum attraktiven Ziel für Cyberkriminelle. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit Langem vor Ransomware-Angriffen auf Gesundheitsbetriebe. Ein erfolgreicher Hack könnte lebenswichtige Pläne und Medikationsdaten blockieren – mit katastrophalen Folgen.
„Ein Angriff gefährdet nicht nur den Betrieb, sondern zerstört das Vertrauen der Bewohner und Angehörigen nachhaltig“, erklärt ein IT-Sicherheitsexperte. Die erste Verteidigungslinie sei oft die schwächste: die Sensibilisierung des Personals für Gefahren wie Phishing-Mails. Doch regelmäßige Schulungen sind in unterbesetzten Häusern ein Luxus.
Verbände fordern Geld und klare Standards
Die Branchenverbände begrüßen die Digitalisierungsvision grundsätzlich. Doch sie machen deutlich: Ohne massive Unterstützung scheitert das Projekt. Der Hauptkritikpunkt: Die Finanzierung ist völlig unzureichend. Die aktuellen Pflegesätze decken die Kosten für Hard- und Software, Wartung und Fachpersonal nicht ansatzweise.
Zudem fehlen einheitliche Schnittstellen. Der Markt ist zersplittert, jedes System spricht eine andere Sprache. „Wir brauchen verbindliche Standards, sonst entstehen nur digitale Inseln“, fordert ein Verbandssprecher. Die Heime würden im Dickicht inkompatibler Softwarelösungen für Dokumentation und Dienstplanung ersticken.
Innovation auf Kosten der Praktiker?
Die Digitaloffensive ist eine Reaktion auf den akuten Fachkräftemangel und die alternde Gesellschaft. Technik soll Verwaltung automatisieren und mehr Zeit für die menschliche Zuwendung schaffen. Doch die Strategie erzeugt ein Grunddilemma: Sie verlangt von den Heimen den Bau einer High-Tech-Infrastruktur, während der Betrieb auf Hochtouren läuft.
Die kommenden Monate werden zur Nagelprobe. Fristen für „ePA-ready“-Software rücken näher, die Datenschutzaufsicht wird ihre Prüfungen verschärfen. Ob die Digitalisierung gelingt, hängt an einer Frage: Stellt die Politik nicht nur ambitionierte Ziele auf, sondern auch ausreichend Geld und praktische Hilfen bereit? Gelingt dieser Balanceakt nicht, bleibt die digitale Pflege ein Risiko statt einer Rettung.
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