Plug Power Aktie: 275 Millionen Dollar Liquiditätsprogramm
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 21:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Plug Power trennt sich von einem weiteren US-Wasserstoffprojekt. Käufer ist erneut Stream Data Centers. Der Schritt zeigt: Der Wasserstoffkonzern baut sein Geschäft mit großen Anlagen in den USA gerade grundlegend um.
Die Aktie kostet aktuell 1,91 Euro, ein Plus von gut zwei Prozent zum Vortag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,72 Euro aus dem Juni trennen das Papier fast 49 Prozent. Der jüngste Verkauf ist Teil eines größeren Plans: Plug Power will durch Vermögensverkäufe frisches Kapital freisetzen.
New York-Projekt gerät ins Visier der Politik
Ein Deal aus Western New York macht das Ausmaß der regulatorischen Unsicherheit deutlich. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul hat per Verfügung ein bis zu einjähriges Moratorium für große Rechenzentren erlassen. Betroffen ist auch der Verkauf von Grundstücken im "New York Gateway Project" an Stream Data Centers.
Der Deal hat ein Volumen von 142 Millionen Dollar. Er wird trotz des Moratoriums umgesetzt, allerdings verschiebt sich der Abschluss auf den 31. März 2027.
CEO Jose Luis Crespo positioniert sich vorsichtig. Er unterstütze Regeln zum Schutz des Stromnetzes und der Steuerzahler, sagte er. Das Moratorium selbst lehnt er jedoch ab. Als Begründung nennt er die Gefahr für lokale Investitionen und Arbeitsplätze.
Texas-Deal soll schnelles Geld bringen
Parallel zum New-York-Fall treibt Plug Power den Verkauf seines Projekts in Graham, Texas voran. Am 13. Juli meldete das Unternehmen den Verkauf an Stream US Data Centers. Enthalten sind Grundstücke und Netzanschlusskapazitäten von 164 Megawatt.
Der Deal ist bis zu 76,5 Millionen Dollar wert. Eine erste Zahlung von 50 Millionen Dollar soll bei Abschluss fließen, geplant für den 31. Juli 2026. Bis zu 26,5 Millionen Dollar kommen als Earnout hinzu, abhängig von der finalen Netzlastkapazität.
Zusätzlich löst der Texas-Verkauf rund 14 Millionen Dollar an hinterlegten Sicherheiten auf. In Summe soll allein dieser Deal die Liquidität um 90,5 Millionen Dollar verbessern.
Über 275 Millionen Dollar sollen zusammenkommen
Beide Transaktionen sind Bausteine eines größeren Programms. Plug Power will die Liquidität durch Vermögensverkäufe, die Freigabe gesperrter Barmittel und geringere Wartungskosten um mehr als 275 Millionen Dollar steigern.
Zum 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über rund 162 Millionen Dollar an frei verfügbaren Barmitteln. Die aktuellen Deals sollen kurzfristig mehr als 80 Millionen Dollar zusätzlich einbringen.
Der Kapitalbedarf hat einen klaren Hintergrund. Veränderte US-Förderprogramme und neue politische Prioritäten bei der Finanzierung von Klimaprojekten setzen Plug Power unter Druck. Große Wasserstoffanlagen werden in diesem Umfeld schwerer finanzierbar.
Das Unternehmen sucht deshalb nach neuen Wegen. Eine Option: Kooperationen mit Stream Data Centers, um Wasserstofftechnologie direkt in Rechenzentren einzusetzen. Der Sektor wächst rasant, getrieben von der Nachfrage aus künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing.
Die technische Charttechnik unterstreicht den Druck, unter dem die Aktie steht. Der RSI von 30,5 signalisiert eine überverkaufte Situation, während der Kurs 27,8 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt liegt. Ob die Vermögensverkäufe reichen, um die Finanzstruktur nachhaltig zu verbessern, bleibt die zentrale Frage für die kommenden Quartale.
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