Kritik, Bahncard

Kritik an digitaler Bahncard: 'Menschen von Teilhabe ausgeschlossen'

22.07.2024 - 06:14:01

Politiker von SPD und CDU sowie SozialverbĂ€nde kritisieren die Deutsche Bahn fĂŒr die Entscheidung, die Bahncard nur noch digital anzubieten.

"Digitalisierung bringt - wenn sie gut gemacht ist - viele Vorteile. Das darf jedoch nicht dazu fĂŒhren, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen wird", sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nadine Heselhaus, der "Rheinischen Post".

Seit Anfang Juni werden die Bahncards 25 und 50 nur noch digital angeboten und nicht mehr als Plastikkarte. Voraussetzung ist immer ein digitales Kundenkonto. Laut Heselhaus gibt es 3,1 Millionen Menschen, die das Internet noch nie genutzt hÀtten. "Seltsam ist auch, dass es die Bahncard 100 weiterhin als Plastikkarte gibt."

Unionsfraktionsvize Steffen Bilger (CDU) sagte dem Blatt, die Bahn habe eine besondere Verantwortung als Unternehmen. Darauf seien Millionen Reisende jeden Alters angewiesen. Deshalb sollte eine Wahlmöglichkeit zwischen digital und analog bestehen".

Die PrĂ€sidentin des Sozialverbanden VdK, Verena Bentele, sagte der Zeitung, zwar biete die Bahn Kunden ohne Smartphone an, ein Ersatzdokument in DB-Reisezentren zu bekommen. "Leider wird das zu wenig von der Bahn beworben, und von unseren Mitgliedern hören wir, dass es auch noch nicht flĂ€chendeckend umgesetzt wird", so Bentele. Die Bahn mĂŒsse Wege anbieten, "wie wirklich jeder die Rabatte durch die Bahncard wahrnehmen kann".

Die Deutsche Bahn hatte frĂŒhere Kritik an der digitalen Bahncard zurĂŒckgewiesen. Es sei weiter möglich, die Bahncard kĂŒnftig auch als Papierausdruck bei sich zu fĂŒhren. Die Bahn verkauft nach frĂŒheren Angaben 90 Prozent ihrer Fernverkehrstickets ĂŒber digitale KanĂ€le.

@ dpa.de