Aktien Frankfurt: SAP-Erholungsrally und Zollstreit-Hoffnung beflĂŒgeln den Dax
23.04.2025 - 14:54:34Als Antrieb hinzukam ein Kurssprung bei den Aktien von Europas gröĂtem Softwarehersteller SAP DE0007164600. Der deutsche Leitindex zog um 2,3 Prozent auf 21.789 Punkte an und nĂ€herte sich wieder der 22.000-Punkte-Marke, an der Anfang April ein Kursrutsch wegen der Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump begonnen hatte.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen stieg um 1,3 Prozent auf 27.621 ZĂ€hler. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 2,3 Prozent nach oben.
Trump signalisierte im Zollstreit mit China nicht mit harten Bandagen kÀmpfen zu wollen. US-Finanzminister Scott Bessent stellte zudem Medienberichten zufolge eine baldige Deeskalation des Konfliktes in Aussicht.
Am Vortag hatten sich an den MĂ€rkten noch BefĂŒrchtungen mit Blick auf US-Notenbankchef Jerome Powell breit gemacht, nachdem Trump diesen abermals verbal attackiert hatte. DiesbezĂŒglich betonte der US-PrĂ€sident nun keine Entlassungsabsichten.
"Es herrscht Erleichterung darĂŒber, dass der US-PrĂ€sident in Richtung Fed wieder etwas mildere Töne anschlĂ€gt, nachdem Investoren bis gestern auch eine sofortige Entlassung des Notenbankchefs als Risikofaktor einkalkulieren mussten", schrieb Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Gleichzeitig wolle Trump "nett" zu China sein und stelle damit die Weichen auf eine Deeskalation im Handelsstreit mit der zweitgröĂten Volkswirtschaft. Die Börse setzt Molnar zufolge jetzt darauf, dass das Thema Zölle zwar nicht ganz von der BildflĂ€che verschwindet, aber zumindest mit der Papptafel Anfang April seinen Höhepunkt erlebt hat.
SAP profitierte im ersten Quartal von seinem Stellenabbau aus dem Vorjahr. Weil viele BeschĂ€ftigte erst zu Jahresanfang das Unternehmen verlieĂen, kamen die Einsparungen wegfallender Stellen groĂteils erst in den ersten drei Monaten dieses Jahres zum Tragen. Laut Analyst Charles Brennan vom Investmenthaus Jefferies sollten die GeschĂ€ftszahlen nach der KursschwĂ€che und vor dem Hintergrund der konjunkturellen Unsicherheit insgesamt "ermutigend" wirken. SAP waren mit einem Plus von 9,6 Prozent der mit Abstand gröĂte Gewinner im Dax.
Chemiewerte profitierten hierzulande neben den allgemeinen Konjunkturhoffnungen von ĂŒberzeugenden Quartalszahlen des niederlĂ€ndischen Konzerns Akzo Nobel NL0000009132. So gewannen BASF DE000BASF111, Wacker Chemie DE000WCH8881 und Lanxess DE0005470405 zwischen 1,8 und 4,4 Prozent.
FĂŒr die Papiere von Delivery Hero DE000A2E4K43 ging es um 4,5 Prozent nach oben. Die Anleger goutierten, dass sich der Essenslieferdienst weiter aus fĂŒr ihn unattraktiven MĂ€rkten zurĂŒckzieht. Die Asien-Tochter Foodpanda wird den Betrieb der Plattform sowie ihrer Essens- und Lebensmittellieferdienste in Thailand zum 23. Mai einstellen.
Weiter Kasse machten Anleger derweil bei RĂŒstungswerten wie Hensoldt DE000HAG0005, Rheinmetall DE0007030009 und Renk DE000RENK730. Die Anteilsscheine bĂŒĂten bis zu 6,4 Prozent ein. HĂ€ndler verwiesen als Auslöser auf aktuelle Tendenzen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. GesprĂ€chsstoff lieferten vor allem Medienberichte, wonach Gebietsabtretungen an Russland Gegenstand von GesprĂ€chen zwischen Washington und Moskau sind. Laut einem Bericht der "Financial Times" soll Kremlchef Wladimir Putin die Bereitschaft signalisiert haben, die Invasion entlang der aktuellen Frontlinie zu stoppen./la/jha/
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

