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CRIF GmbH / Privatinsolvenzen steigen 2025 auf knapp 108.000 FĂ€lle / ...

27.02.2026 - 08:50:14 | dpa.de

Privatinsolvenzen steigen 2025 auf knapp 108.000 FÀlle / besonders junge und Àltere Menschen stark betroffen Hamburg - Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 107.816 Privatinsolvenzen registriert.

Das entspricht einem deutlichen Anstieg von 7,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr (2024: 99.991 FĂ€lle). Dies sind die zentralen Ergebnisse aus dem aktuellen "Schuldenbarometer 2025" des Informationsdienstleisters CRIF.

Der aktuelle Anstieg auf knapp 108.000 Privatinsolvenzen im Jahr 2025 stellt den höchsten regulĂ€ren Wert der vergangenen zehn Jahre dar. Zwar lag die Zahl der Privatinsolvenzen im Jahr 2021 (109.032 Privatinsolvenzen) noch höher, doch dieses außergewöhnliche Niveau war kein Ausdruck der damaligen wirtschaftlichen Lage, sondern das Ergebnis eines einmaligen Sondereffekts. Viele betroffene Privatpersonen hatten im Jahr 2020 ihre InsolvenzantrĂ€ge bewusst zurĂŒckgehalten, um von der zum 1. Januar 2021 in Kraft getretenen Gesetzesreform zur VerkĂŒrzung der Restschuldbefreiung zu profitieren. Die Dauer des Verfahrens reduzierte sich damals von sechs auf drei Jahre, weshalb zahlreiche AntrĂ€ge gebĂŒndelt erst 2021 gestellt wurden.

Die wirtschaftliche Lage bleibt fĂŒr viele Menschen in Deutschland herausfordernd. "Das Jahr 2025 war fĂŒr die deutsche Wirtschaft und fĂŒr die Verbraucher von erheblichen Belastungen geprĂ€gt. Vor allem weiterhin hohe Energie- und Lebensmittelpreise haben die Lebenshaltungskosten spĂŒrbar erhöht. Die finanzielle Situation vieler Privatpersonen bleibt dadurch anhaltend angespannt", betont Dr. Frank Schlein, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von CRIF Deutschland.

Die Kombination aus ansteigenden Kosten, begrenzten Einkommen und zunehmendem finanziellen Druck fĂŒhrt dazu, dass immer mehr Haushalte ihre RĂŒcklagen aufzehren und laufende Verpflichtungen wie Mieten, Kredit- oder Ratenzahlungen nicht mehr verlĂ€sslich erfĂŒllen können. "Wir beobachten, dass Faktoren wie ein umfangreicher Niedriglohnsektor, befristete oder unsichere BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse und Arbeitslosigkeit das Risiko von Privatinsolvenzen zusĂ€tzlich verschĂ€rfen.", erklĂ€rt Dr. Schlein.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die finanzielle Widerstandskraft vieler Menschen abnimmt. "Trotz einer grundsĂ€tzlich höheren Sparbereitschaft reichen die RĂŒcklagen in vielen Haushalten nicht mehr aus, um die steigenden Kosten aufzufangen", so Dr. Schlein weiter.

FĂŒr das Jahr 2026 geht CRIF in Deutschland von weiter hohen Privatinsolvenzen aus. "Aktuell rechnen wir mit 110.000 FĂ€llen", so Dr. Schlein.

Die Hauptursachen fĂŒr Privatinsolvenzen bleiben unverĂ€ndert. Dazu zĂ€hlen Arbeitslosigkeit oder geringes Einkommen, gescheiterte SelbststĂ€ndigkeit, familiĂ€re VerĂ€nderungen wie Trennung oder Scheidung, gesundheitliche Probleme sowie ein nicht zum Einkommen passendes Konsumverhalten. Die durchschnittliche Schuldenhöhe liegt derzeit bei rund 15.000 Euro.

Anstiege bei jungen Erwachsenen und bei Personen ab 61 Jahren

Die stĂ€rksten prozentualen Anstiege im Jahr 2025 entfallen auf sehr junge Erwachsene und Ă€ltere Menschen. Bei den 18- bis 20-JĂ€hrigen stiegen die Privatinsolvenzen um 52,6 Prozent, bei den 21- bis 30-JĂ€hrigen um 28,6 Prozent. Hier spielen vor allem eine geringere finanzielle Widerstandskraft, spontane RatenkĂ€ufe, die steigende Nutzung von "Buy now, pay later"-Modellen und fehlende RĂŒcklagen eine wesentliche Rolle.

Auch in der Altersgruppe ab 61 Jahren zeigt sich ein signifikanter Zuwachs von 10,6 Prozent. Laut CRIF sind hierfĂŒr vor allem steigende Miet- und Energiekosten, stagnierende oder sinkende Renten sowie der Wegfall eines Partners ausschlaggebend. "Die ArmutsgefĂ€hrdungsquote Ă€lterer Menschen liegt seit Jahren ĂŒber dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung - ein Trend, der die wirtschaftliche InstabilitĂ€t dieser Gruppe weiter verstĂ€rkt. Ältere Haushalte kommen zunehmend an ihre finanziellen Belastungsgrenzen", fasst Dr. Frank Schlein zusammen.

Privatinsolvenzen 2025 regional stark unterschiedlich - Spitzenwerte im Norden, höchste ZuwĂ€chse im Saarland und Baden-WĂŒrttemberg

Die regionalen Unterschiede bleiben auch 2025 deutlich erkennbar. Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Zahl der Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner in Deutschland bei 127. Besonders die nördlichen BundeslĂ€nder weisen weiterhin hohe Werte auf: Bremen liegt mit 201 FĂ€llen je 100.000 Einwohner erneut an der Spitze, gefolgt von Hamburg mit 177 FĂ€llen und Niedersachsen mit 172 FĂ€llen. Deutlich ĂŒber dem Bundesdurchschnitt liegen zudem Schleswig-Holstein mit 164 FĂ€llen, das Saarland mit 161 FĂ€llen, Sachsen-Anhalt mit 143 FĂ€llen sowie Nordrhein-Westfalen mit 142 FĂ€llen. Am wenigsten Privatinsolvenzen je Einwohner verzeichnen Bayern und ThĂŒringen, die jeweils bei 86 FĂ€llen je 100.000 Einwohner liegen.

Nordrhein-Westfalen weist 2025 mit 25.864 Privatinsolvenzen die höchste Fallzahl auf (2024: 24.654), gefolgt von Niedersachsen mit 14.024 FÀllen (2024: 12.970) und Bayern mit 11.579 FÀllen (2024: 10.592).

Den stĂ€rksten Anstieg verzeichnet das Saarland mit plus 21,8 Prozent, gefolgt von Baden-WĂŒrttemberg mit plus 17,0 Prozent, Sachsen mit plus 14,4 Prozent, Hessen mit plus 13,3 Prozent sowie Rheinland-Pfalz mit plus 10,9 Prozent. RĂŒckgĂ€nge gab es dagegen in ThĂŒringen mit minus 5,0 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 3,4 Prozent, in Bremen mit minus 3,3 Prozent sowie in Berlin mit minus 2,0 Prozent.

Pressekontakt:

Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22285/6225140 OTS: CRIF GmbH

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