ProLogis Aktie: Cash-Bonbon für SEGRO
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 16:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Prologis lässt in seinem Ringen um den britischen Logistikkonzern SEGRO nicht locker. Der US-Riese hat sein drittes Angebot vorgelegt – und wurde prompt wieder abgewiesen. Statt aufzugeben, schnürt der Konzern nun ein süßeres Paket samt Barkomponente und untermauert die Offerte mit kräftigen Quartalszahlen.
Der Übernahmepoker eskaliert
Seit der ersten Offerte vom 24. Juni 2026 hat Prologis zweimal nachgebessert. Das jüngste, dritte Angebot reichte der Konzern am 16. Juli ein, SEGROs Vorstand lehnte bereits einen Tag später ab.
Kernstück ist ein leicht verbessertes Tauschverhältnis: 0,0890 neue Prologis-Aktien je SEGRO-Anteil, sechs Prozent mehr als beim ursprünglichen Vorschlag. Hinzu kommt eine Barkomponente von bis zu 2,7 Milliarden Pfund, rund ein Fünftel der Gesamtsumme, zu einem Fixpreis von 1.000 Pence je SEGRO-Aktie.
Auf Basis des Prologis-Schlusskurses von 149,79 US-Dollar ergibt sich daraus ein Wert von 993 Pence je SEGRO-Aktie. Die Prämie reicht von 9,7 Prozent auf den Nettoinventarwert bis zu 41,1 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnittskurs vor Bekanntgabe der Offerte.
Insgesamt bewertet der Vorschlag SEGRO mit rund 13,5 Milliarden Pfund. Nach Abschluss der Fusion würden die heutigen SEGRO-Aktionäre etwa 9,2 Prozent an Prologis halten.
Zahlen sollen Zweifel zerstreuen
Prologis untermauert seine Offerte mit den eigenen Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 11,5 Prozent auf 2,43 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn kletterte auf 1,06 Milliarden Dollar – nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr.
Die operative Kennziffer Core FFO je Aktie legte um 11,6 Prozent zu, das Vergleichsimmobiliengeschäft (Same-Store NOI) um 8,5 Prozent. Im Datencenter-Geschäft wurden im ersten Halbjahr Baustarts im Wert von 2,1 Milliarden Dollar verzeichnet, mehr als ursprünglich für das gesamte Jahr geplant. Die Strom-Pipeline für diese Projekte hat sich binnen zwei Jahren auf 5,8 Gigawatt mehr als verdoppelt.
Der Vorstand hob die Prognose für das Core FFO je Aktie 2026 um 179 Basispunkte an – bereits die zweite Anhebung in diesem Jahr.
Der Übernahmekampf zieht auch handfeste Marktbeobachtung nach sich: Nach britischem Übernahmerecht müssen Investoren mit Positionen ab einem Prozent ihre Bestände offenlegen. Der Vermögensverwalter Cohen & Steers meldete zuletzt einen Anteil von 2,44 Prozent an Prologis – ein Beleg dafür, wie genau institutionelle Anleger die Schlacht um SEGRO verfolgen.
Für ein bindendes Angebot nach Rule 2.7 des britischen Takeover Code müsste sich das SEGRO-Board nun bewegen. Bislang lehnte es alle drei Vorschläge ab. Prologis prüft parallel die Machbarkeit einer Zweitnotierung seiner Aktien an der Londoner Börse, sollte ausreichend Investorennachfrage bestehen – vorausgesetzt, SEGRO lässt sich auf weitere Gespräche ein.
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