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Psychische Gesundheit: Junge Arbeitnehmer unter Druck

25.03.2026 - 00:00:40 | boerse-global.de

Die Bedeutung mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz sinkt laut Arbeitsbarometer drastisch, während Jobsicherheit zur Top-Priorität wird. Besonders junge Beschäftigte leiden unter Zukunftsängsten und KI-Druck.

Psychische Gesundheit: Junge Arbeitnehmer unter Druck - Foto: über boerse-global.de
Psychische Gesundheit: Junge Arbeitnehmer unter Druck - Foto: über boerse-global.de

Die psychische Belastung am Arbeitsplatz bleibt hoch, während die Jobsicherheit für viele zur neuen Priorität wird. Das zeigt der aktuelle Randstad Arbeitsbarometer. Besonders junge Berufseinsteiger und Auszubildende leiden unter Zukunftsängsten und dem Druck durch neue Technologien.

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Mentale Gesundheit verliert an Bedeutung

Nur noch 45 Prozent der Beschäftigten ist die Unterstützung ihrer mentalen Gesundheit durch den Arbeitgeber wichtig. Vor zwei Jahren lag dieser Wert bei 85 Prozent. Der Grund für den Absturz: In unsicheren wirtschaftlichen Zeiten rückt die reine Jobsicherheit mit 71 Prozent Zustimmung in den Vordergrund.

Fast die Hälfte der Arbeitnehmer scheut sich, Probleme offen anzusprechen – aus Angst um den eigenen Job. Dabei bleibt das Arbeitsklima ein kritischer Faktor. 36 Prozent haben bereits wegen einer toxischen Atmosphäre gekündigt.

Generation Z im Dauerstress

Junge Berufseinsteiger trifft es besonders hart. Fast jeder zweite unter 30 hat akute Angst um seinen Arbeitsplatz. Schwächelnde Konjunktur, globale Konflikte und Klimawandel erzeugen ein Gefühl der Ohnmacht.

Hinzu kommt der Druck durch Künstliche Intelligenz. Zwei Drittel der unter 30-Jährigen empfinden die Arbeit mit KI-Tools als belastend. Die gewonnene Zeit wird oft sofort mit neuen, komplexeren Aufgaben gefüllt. Über die Hälfte der jungen Nutzer nimmt ihre Arbeit durch KI zudem als fehleranfälliger wahr.

Auszubildende am Limit

Psychische Erkrankungen sind bei Auszubildenden mittlerweile die zweithäufigste Krankheitsursache. In der Industrie ist bereits jeder fvierte Azubi betroffen. Das Handwerk zeigt mit rund 11 Prozent eine deutlich höhere Resilienz – Experten führen das auf festere Strukturen und ein stärkeres Wir-Gefühl zurück.

Die Realität in der Ausbildung ist oft hart: Ein Drittel der Azubis leistet regelmäßig Überstunden, 15 Prozent werden mit ausbildungsfremden Tätigkeiten belastet. Über 60 Prozent können von ihrer Vergütung nicht selbstständig leben. Kein Wunder, dass etwa drei von zehn Ausbildungsverträgen vorzeitig aufgelöst werden.

Unternehmen müssen umdenken

Die AOK-Fehlzeiten-Bilanz zeigt: Die Dauer der Ausfälle bei psychischen Diagnosen bleibt mit durchschnittlich 28,5 Tagen pro Fall extrem hoch. Doch nur 28 Prozent der Beschäftigten geben an, dass in ihrem Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen stattfindet.

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Führungskräfte werden zur Schlüsselfigur. Sie müssen als Vorbilder für Selbstfürsorge agieren und Räume für offene Kommunikation schaffen. Niedrigschwellige Hilfsangebote wie Beratungshotlines für Azubis oder Mentoring-Programme gewinnen an Bedeutung.

Prävention wird zum Wettbewerbsfaktor

Die volkswirtschaftlichen Kosten sind immens: Über 20 Milliarden Euro jährlich durch Produktionsausfälle. Branchen mit hohem emotionalem Anteil wie das Gesundheitswesen verzeichnen die höchsten Fehlzeitenraten.

Unternehmen, die jetzt in die psychische Widerstandskraft investieren, haben klare Vorteile. Sie punkten im „War for Talents“ – denn die Generation Z bevorzugt langfristig Arbeitgeber, die eine gesunde Work-Life-Balance garantieren. Die mentale Gesundheit wird vom sozialen „Nice-to-have“ zum harten Wettbewerbsfaktor.

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