Psychische Krise bei Jugendlichen spitzt sich zu
17.03.2026 - 05:09:55 | boerse-global.deDie psychische Gesundheit von Jugendlichen gerät immer stärker unter Druck. Innerhalb weniger Tage schlugen sowohl die Bundesschülerkonferenz als auch UNICEF Alarm und starteten neue Hilfsangebote. Hintergrund sind aktuelle Krankenkassendaten, die einen dramatischen Anstieg chronischer Angst- und Essstörungen belegen.
#fühlICH: Kampagne holt Gefühle in die Öffentlichkeit
Mitte März startete eine bundesweite, interaktive Kampagne unter dem Titel #fühlICH. Die Kooperation von UNICEF und dem Medienunternehmen Ströer richtet sich an 13- bis 17-Jährige. Auf digitalen Werbeflächen an Bahnhöfen oder in Einkaufszentren erscheinen QR-Codes.
Sie führen zu einem anonymen digitalen Stimmungsbarometer. Per Wisch-Geste können Jugendliche ihre aktuellen Gefühle mitteilen. Die gesammelten Ergebnisse fließen zurück auf die öffentlichen Bildschirme. Die Initiatoren wollen so zeigen: Du bist mit deinen Sorgen nicht allein. Gleichzeitig rückt das Thema psychische Belastung stärker ins öffentliche Bewusstsein.
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Bundesschülerkonferenz warnt vor "tiefgreifender Krise"
Parallel dazu meldete sich die Bundesschülerkonferenz mit einem dringenden Appell zu Wort. Die Schülervertretung spricht von einer "tiefgreifenden Krise" der mentalen Gesundheit. Als Ursachen nennt sie enormen schulischen Leistungsdruck, Einsamkeit und Zukunftsängste.
Mit der eigenen Kampagne Uns geht's gut? macht die Konferenz auf die unzureichende Versorgungslage aufmerksam. In einem Positionspapier fordert sie einen massiven Ausbau von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Auch Medienkompetenz und Stressbewältigung sollen fest in die Lehrpläne.
DAK-Daten: Angststörungen bei Teenagern verdoppelt
Die Warnungen werden durch harte Zahlen untermauert. Ein aktueller Report der DAK-Gesundheit zeigt: Die psychische Gesundheit von Minderjährigen hat sich nach der Pandemie nicht erholt.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei chronischen Verläufen. Die Zahl dauerhaft behandlungsbedürftiger Angststörungen bei Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt – ein Plus von 106 Prozent. Wartelisten für Therapieplätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind lang, die Wartezeiten betragen oft vier bis sechs Monate.
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Südtirol schafft neue Stellen für Schulpsychologen
Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen beginnen erste Regionen, ihre Unterstützungsstrukturen auszubauen. Die Landesverwaltung in Südtirol informierte kürzlich über die personelle Aufstockung der Schulpsychologie.
Zehn zusätzliche Stellen wurden geschaffen und werden schrittweise besetzt. Diese Fachkräfte sollen Ersteinschätzungen vornehmen, Schüler begleiten und Lehrpersonal sowie Eltern beraten. Bildungsexperten fordern ähnliche Investitionen im gesamten deutschsprachigen Raum.
Permakrisen und Social Media belasten Jugendliche
Analysten sehen die aktuelle Situation als Resultat sogenannter Permakrisen. Eine internationale UN-Studie ergab: Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen fühlt sich durch die ständige Nachrichtenflut über globale Konflikte, Klimawandel und wirtschaftliche Unsicherheiten überfordert.
Hinzu kommt der Einfluss sozialer Medien. Der ständige Vergleich mit unrealistischen Idealen und die Gefahr von Cybermobbing erhöhen das Risiko für depressionen und Ängste. Obwohl das Thema präsenter ist, berichten viele Betroffene weiter von Stigmatisierung, die sie von rechtzeitiger Hilfe abhält.
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