Python-Blut, Schlüssel

Python-Blut enthält Schlüssel für neue Abnehm-Therapie

21.03.2026 - 02:09:27 | boerse-global.de

Ein aus Pythonblut isoliertes Molekül zügelt im Tierversuch den Appetit und reduziert Gewicht, während es die Muskelmasse erhält. Ein Biotech-Startup arbeitet an einer Therapie.

Python-Blut enthält Schlüssel für neue Abnehm-Therapie - Foto: über boerse-global.de
Python-Blut enthält Schlüssel für neue Abnehm-Therapie - Foto: über boerse-global.de

Ein Molekül aus dem Blut von Pythons könnte den Weg für eine neue Generation von Abnehm-Medikamenten ebnen. Forscher entdeckten, dass der Stoff namens pTOS den Appetit zügelt – und das ohne die typischen Nebenwirkungen aktueller Präparate. Die Studie erschien diese Woche im Fachjournal Nature Metabolism.

Schlangen als Vorbild für den Stoffwechsel

Burmesische Pythons und Königspythons sind Meister der Extremernährung. Sie verschlingen Beute, die fast ihrem eigenen Gewicht entspricht, und können danach monatelang fasten. Ihr Stoffwechsel beschleunigt sich nach der Mahlzeit um das 4000-Fache, das Herz wächst für die Verdauungsarbeit.

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Bei der Analyse von Schlangenblut stach ein Molekül besonders hervor: para-Tyramin-O-Sulfat, kurz pTOS. Seine Konzentration stieg nach der Nahrungsaufnahme um das Tausendfache. Offenbar signalisiert es dem Körper der Schlange: „Die Mahlzeit ist vorbei, jetzt beginnt die Verdauung.“

Appetitzügelung direkt im Gehirn

Die Entdeckung kommt zur rechten Zeit. Aktuelle Abnehm-Medikamente wie GLP-1-Rezeptor-Agonisten haben oft starke Nebenwirkungen. Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden sind häufig, viele Patienten brechen die Therapie ab. Noch problematischer: Die Präparate bauen oft wertvolle Muskelmasse ab.

pTOS wirkt anders. In Tests mit übergewichtigen Mäusen reduzierte das Molekül die Nahrungsaufnahme deutlich. Innerhalb von 28 Tagen verloren die Nager neun Prozent ihres Körpergewichts. Entscheidend: pTOS greift nicht in die Magenentleerung ein, sondern wirkt direkt im Hypothalamus – dem Appetitzentrum im Gehirn.

Darmbakterien als Produzenten

Woher kommt das Wundermolekül? Die Forscher fanden heraus: pTOS wird nicht von der Schlange selbst produziert, sondern von ihren Darmbakterien. Diese wandeln die Aminosäure Tyrosin aus proteinreicher Nahrung in pTOS um. Gaben die Wissenschaftler den Schlangen Antibiotika, blieb der pTOS-Anstieg aus.

Auch im Menschen ist pTOS nachweisbar. Seine Konzentration steigt nach Mahlzeiten leicht an. Da wir aber winzige Portionen im Vergleich zu unserem Körpergewicht essen, fällt die Produktion minimal aus. Der evolutionär konservierte Stoffwechselweg macht pTOS jedoch auch für den Menschen interessant.

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Start-up arbeitet an Therapie

Die beteiligten Forscher der University of Colorado Boulder und Stanford Medicine gründeten bereits das Biotech-Startup Arkana Therapeutics. Ihr Ziel: synthetische Versionen von pTOS entwickeln und in klinischen Studien testen.

Das Potenzial geht über reine Gewichtsreduktion hinaus. Da pTOS Fett abbaut, aber Muskeln erhält, könnte es auch gegen altersbedingten Muskelschwund helfen. Bisher gibt es keine zugelassenen Medikamente dagegen.

Bis zu einem marktreifen Präparat werden noch Jahre vergehen. Doch die Studie zeigt: Extreme der Natur können unerwartete Lösungen für menschliche Gesundheitsprobleme liefern.

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