Rackspace Technology Aktie: Kurssturz trotz Palantir-Deal
Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 14:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein prominenter KI-Partner reicht manchmal nicht, um schlechte Nachrichten zu ĂŒberdecken. Rackspace Technology hat am Donnerstag gleichzeitig eine strategische Partnerschaft mit Palantir Technologies verkĂŒndet und die Umsatzprognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 deutlich gesenkt. Die Aktie brach daraufhin um mehr als zehn Prozent ein.
PrognosekĂŒrzung ĂŒberschattet Palantir-Nachricht
Rackspace kappte die Umsatzerwartung fĂŒr 2026 auf eine Spanne von 2,45 bis 2,55 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 2,6 bis 2,7 Milliarden Dollar in Aussicht standen. Auch beim bereinigten EBITDA rutschte die Zielmarke nach unten, von 305 bis 315 Millionen Dollar auf nun 285 bis 295 Millionen Dollar. Das Management begrĂŒndet den Schnitt von 150 Millionen Dollar mit einem bewussten RĂŒckzug aus margenschwachen GeschĂ€ftsfeldern.
Im Public-Cloud-Segment allein strich das Unternehmen 125 Millionen Dollar, weil es sich aus dem margenschwachen Reselling-GeschĂ€ft zurĂŒckzieht â ein Trend, der sich verschĂ€rft, seit groĂe Cloud-Anbieter Kunden zunehmend direkt an sich binden statt ĂŒber ZwischenhĂ€ndler. Im Private-Cloud-Bereich fielen weitere 25 Millionen Dollar weg, da Rackspace margenschwache Colocation- und Basis-Hosting-Dienste abbaut. Lieferverzögerungen in der Lieferkette und geopolitische Faktoren belasten zusĂ€tzlich das kurzfristige GeschĂ€ft.
Auch die vorlĂ€ufigen Zahlen fĂŒr das zweite Quartal enttĂ€uschten die Markterwartungen. Rackspace rechnet mit einem Umsatz zwischen 641 und 649 Millionen Dollar, wĂ€hrend Analysten im Schnitt 657 Millionen Dollar erwartet hatten. Beim bereinigten Verlust je Aktie peilt das Unternehmen 0,08 bis 0,11 Dollar an â nahe an der KonsensschĂ€tzung von 0,11 Dollar Verlust.
Palantir macht Rackspace zum bevorzugten Partner
Parallel zur Prognosesenkung meldete Rackspace eine vertiefte Zusammenarbeit mit Palantir. Die beiden Unternehmen schlossen eine definitive Vereinbarung, die Rackspace als bevorzugten Partner fĂŒr den Einsatz der Palantir-Plattformen Foundry und AIP in regulierten und souverĂ€nen Umgebungen positioniert â etwa im Gesundheitswesen, in der Finanzbranche und bei Energieversorgern. Seit der ersten AnkĂŒndigung der Partnerschaft im Februar 2026 hat Rackspace rund 400 Palantir-Zertifizierungen erworben und die erste gemeinsame Kundenimplementierung in weniger als zwei Monaten abgeschlossen. Bei einem US-Hersteller von Solartracking-Systemen fĂŒhrte der Einsatz demnach zu einer Reduzierung der Angebotszykluszeit um 94 Prozent.
Rackspace verknĂŒpft die Partnerschaft mit seiner Wachstumsstrategie im Bereich Enterprise AI. Bis Ende 2027 soll die KapazitĂ€t in diesem Segment auf 15 Megawatt steigen, bis Ende 2028 auf 30 Megawatt â was laut Unternehmensangaben ein Umsatzpotenzial von 450 bis 600 Millionen Dollar bei EBITDA-Margen von ĂŒber 50 Prozent eröffnen könnte. FĂŒr das laufende Jahr 2026 wird lediglich eine KapazitĂ€t von 2 Megawatt angepeilt, der eigentliche Wachstumsschub soll also erst 2027 einsetzen.
Ein Investorencall am Donnerstagmorgen sollte weitere Details zur neuen Strategie liefern. Die vorlĂ€ufigen Zahlen zum zweiten Quartal stehen unter Vorbehalt, da sie vor Abschluss der regulĂ€ren AbschlussprĂŒfung veröffentlicht wurden â die endgĂŒltigen Werte folgen mit dem Quartalsbericht.
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