Renten

Renten steigen 2026 um voraussichtlich 3,73 Prozent

25.01.2026 - 16:12:12

Millionen Rentner können ab sofort ihre voraussichtliche Rentenerhöhung für Juli 2026 online berechnen. Die Prognose der Deutschen Rentenversicherung liegt bei etwa 3,73 Prozent – ein spürbarer Kaufkraftgewinn.

Aktualisierte Online-Tools und neue Steuertabellen bieten seit diesem Sonntag Klarheit. Zwar wird das Bundesarbeitsministerium die offizielle Rentenanpassungsverordnung erst im März 2026 erlassen. Die Daten der Deutschen Rentenversicherung und aktuelle Lohnstatistiken haben die Prognose jedoch bereits gefestigt. Zusammen mit der neuen „Aktivrente“ und angepassten Steuerfreibeträgen zeichnet sich ein bedeutendes Jahr für die Altersvorsorge ab.

Laut dem Ende 2025 veröffentlichten Rentenversicherungsbericht soll die gesetzliche Rente zum 1. Juli 2026 um 3,73 Prozent steigen. Grundlage sind die starken Lohnentwicklungen des Jahres 2025, in dem die Nominallöhne deutlich stiegen – im zweiten Quartal allein um 4,1 Prozent.

Experten der Deutschen Rentenversicherung, darunter Vorstandschef Alexander Gunkel, deuten an, dass dieser Anstieg die prognostizierte Inflationsrate von etwa 2,3 Prozent für 2026 voraussichtlich übertreffen wird. Diese positive Differenz bedeutet: Rentner können erstmals seit Jahren mit einem spürbaren Zuwachs ihrer realen Kaufkraft rechnen, nicht nur mit einem Inflationsausgleich.

Tabelle: Voraussichtliche Rentenerhöhung (ab 1. Juli 2026)

Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkung der erwarteten Anpassung auf verschiedene monatliche Rentenbeträge. Es handelt sich um Bruttowerte vor Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

Aktuelle Bruttorente (Jan. 2026) Voraussichtliche Erhöhung (+3,73%) Neue Bruttorente (ab Juli 2026)
800,00 € + 29,84 € 829,84 €
1.000,00 € + 37,30 € 1.037,30 €
1.200,00 € + 44,76 € 1.244,76 €
1.500,00 € + 55,95 € 1.555,95 €
1.800,00 € + 67,14 € 1.867,14 €
2.000,00 € + 74,60 € 2.074,60 €
2.500,00 € + 93,25 € 2.593,25 €

Hinweis: Der endgültige offizielle Prozentsatz wird vom Bundesarbeitsministerium im März 2026 festgelegt, sobald die vollständigen Lohndaten für 2025 vorliegen.

Neue Online-Rechner für die persönliche Planung

Mit der Verfestigung der Prognosen haben Finanzportale und Verbraucherschutzorganisationen ihre Online-Rechner Ende Januar 2026 aktualisiert. Diese digitalen Werkzeuge ermöglichen eine personalisierte Berechnung des erwarteten Nettoeinkommens.

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So funktionieren die neuen Tools

Die neueste Generation der Rentenrechner geht über eine einfache Prozentrechnung hinaus. Für 2026 aktualisiert, integrieren sie nun:
* Den „Aktivrente“-Faktor: Die Berechnungen berücksichtigen zusätzliche Einkünfte aus Erwerbstätigkeit, die neuen Steuerfreibeträgen unterliegen.
* Regionale Einheitlichkeit: Da die vollständige Angleichung der Rentenwerte in Ost und West bereits erfolgt ist, wenden die Rechner einen einheitlichen Anpassungssatz für das gesamte Bundesgebiet an.
* Abzugs-Schätzungen: Nutzer sehen die voraussichtlichen Abzüge für Krankenversicherung (i.d.R. 7,3 % plus Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung und erhalten so eine klarere „Netto“-Zahl.

Finanzexperten raten Rentnern, diese Tools jetzt für die Planung der Budgetänderungen zur Jahresmitte zu nutzen – insbesondere angesichts steigender Kosten im Dienstleistungs- und Energiesektor.

Das ist neu 2026: Die „Aktivrente“ und Steueränderungen

Eine zentrale Neuerung, die die Rentenlandschaft 2026 prägt, ist die zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene „Aktivrente“. Diese Reform soll Rentner motivieren, im Erwerbsleben zu bleiben oder zurückzukehren, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Der Vorteil der „Aktivrente“

Nach den neuen Regelungen können Rentner, die über das Standardrentenalter hinaus arbeiten, steuerfrei bis zu 2.000 Euro monatlich zusätzlich zu ihrer gesetzlichen Rente verdienen. Das ist eine deutliche Erhöhung gegenüber früheren „Minijob“-Grenzen und eine lukrative Option für alle, die weiterhin in Teilzeit arbeiten möchten. Die diese Woche veröffentlichten Online-Tabellen und Rechner gehören zu den ersten, die diese Variable vollständig integrieren.

Besteuerung für neue Rentner 2026

Auch die Steuerlandschaft hat sich für alle verschoben, die 2026 in Rente gehen. Nach aktualisierten Richtlinien der Finanzverwaltung gilt:
* Steuerpflichtiger Anteil: Für Neurentner 2026 steigt der steuerpflichtige Teil der Rente auf 84 Prozent. Die verbleibenden 16 Prozent sind ein für die gesamte Rentenbezugsdauer fester steuerfreier Anteil.
* Grundfreibetrag: Zur Abfederung der Inflation wurde der steuerfreie Grundfreibetrag für alle Steuerpflichtigen auf 12.348 Euro für Alleinstehende und 24.696 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare angehoben.

Das bedeutet: Während ein größerer Prozentsatz der Rente theoretisch steuerpflichtig ist, schützt der höhere Grundfreibetrag viele Rentner mit niedrigem und mittlerem Einkommen davor, überhaupt in die Steuerpflicht zu rutschen. Experten der Lohnsteuerhilfe (VLH) weisen darauf hin, dass erst dann Einkommensteuer anfällt, wenn der steuerpflichtige Teil der Rente zuzüglich anderer Einkünfte die Schwelle von 12.348 Euro übersteigt.

Wirtschaftlicher Kontext und Kritik

Die prognostizierte Erhöhung von 3,73 Prozent steht im Kontext einer breiteren wirtschaftlichen Erholung. Nach dem von der Regierung Ende 2025 initiierten „Herbst der Reformen“ hat sich das Lohnwachstum in Deutschland stabilisiert – der primäre Treiber der Rentenanpassungen.

Analysen großer Finanzinstitute sehen in der Anpassung 2026 die Fortsetzung des Trends, Rentner an den wirtschaftlichen Gewinnen der arbeitenden Bevölkerung teilhaben zu lassen. Der Fokus hat sich von der reinen Niveausicherung der Rente hin zur aktiven Arbeitsmarktteilhabe von Senioren verschoben, wie die Aktivrente-Politik zeigt.

Kritiker verweisen jedoch auf die steigenden Sozialversicherungsbeiträge für die arbeitende Bevölkerung. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt 2026 zwar bei 18,6 Prozent. Prognosen deuten aber an, dass eine Erhöhung bis 2027 oder 2028 nötig werden könnte, um die Nachhaltigkeitsrücklage zu erhalten.

Der Fahrplan bis zur Auszahlung im Juli

Während die Online-Rechner heute schon eine solide Schätzung bieten, folgt der Prozess einem strengen gesetzlichen Zeitplan:

  1. März 2026: Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) erlässt die offizielle Rentenanpassungsverordnung. Sie bestätigt den exakten Prozentsatz, der voraussichtlich nur geringfügig von der 3,73-Prozent-Prognose abweichen wird.
  2. April/Mai 2026: Die Verordnung benötigt die Zustimmung des Bundesrates – in der Regel eine Formsache.
  3. Juni 2026: Rentner erhalten ihre offiziellen Rentenanpassungsmitteilungen mit der detaillierten Aufschlüsselung des neuen Betrags.
  4. 1. Juli 2026: Die erhöhte Rente wird rechtlich wirksam.
  5. Ende Juli 2026: Die erste angepasste Zahlung wird auf die Bankkonten überwiesen.

Rentnern wird empfohlen, ihre aktuellen Daten mit den neu verfügbaren Online-Ressourcen zu prüfen und ihre Steuersituation im Licht der Änderungen für 2026 zu überprüfen. Mit dem doppelten Vorteil aus Erhöhung und neuen Aktivrente-Optionen könnte 2026 ein entscheidendes Jahr für das Alterseinkommen in Deutschland werden.

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