Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Euro Auftragsbestand
Veröffentlicht am: 18.06.2026 um 04:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall baut sein Portfolio fĂŒr den digitalen Drohnenkrieg weiter aus. Auf der RĂŒstungsmesse Eurosatory prĂ€sentierte der Konzern ein neues System fĂŒr sogenannte Loitering Munition. Am Aktienmarkt verpufft diese Nachricht völlig. Hier dominiert seit Monaten ein harter AbwĂ€rtstrend das Bild.
Neuer Werfer fĂŒr DrohnenschwĂ€rme
Der neue Mehrfachwerfer basiert auf einem Standard-Schiffscontainer. Er fasst bis zu 18 FluggerÀte des Typs FV-014. Rheinmetall konzipierte das System als eigenstÀndige und modulare Lösung. Eine integrierte Energieversorgung macht auch besatzungslose EinsÀtze möglich.
Die Drohnen fliegen bis zu 100 Kilometer weit. Sie bleiben maximal 70 Minuten in der Luft. Ein einziger Bediener kontrolliert dabei mehrere FluggerÀte in einer Salve. Damit besetzt Rheinmetall die Schnittstelle zwischen AufklÀrung und direktem Angriff.
Das System klinkt sich direkt in die hauseigene Software ein. Diese "Battlesuite" vernetzt Plattformen, Sensoren und Waffen auf dem Gefechtsfeld. Offene Schnittstellen binden kĂŒnftige Waffensysteme leichter an.
AuftragsbĂŒcher voll, Aktie schwach
Einen konkreten KÀufer nannte das Management am Dienstag nicht. Die PrÀsentation liefert Anlegern also keinen sofort messbaren Umsatzbeitrag. Sie unterstreicht vielmehr die strategische Ausrichtung auf vernetzte Waffensysteme. Das operative GeschÀft lÀuft ohnehin auf Hochtouren. Ende MÀrz lag der Auftragsbestand bei 73 Milliarden Euro.
Trotz dieser vollen BĂŒcher meiden Investoren das Papier. Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 1.165,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf rund 27 Prozent.
Der Blick auf das Chartbild zeigt die Tiefe der Korrektur. Vom Rekordhoch ist der Kurs fast 42 Prozent entfernt. Nach unten ist der Puffer dĂŒnn. Das Jahrestief liegt nur noch sechs Prozent entfernt.
Auch die mittelfristigen Trendlinien signalisieren SchwÀche. Die Aktie notiert rund zehn Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
LĂ€ngerfristig sieht es Ă€hnlich dĂŒster aus. Der Abstand zur 200-Tage-Linie betrĂ€gt fast 27 Prozent.
Warten auf handfeste VertrÀge
Die Diskrepanz zwischen operativem GeschĂ€ft und Börsenwert bleibt bestehen. Die Folge: Neue Impulse fĂŒr den Aktienkurs erfordern nun handfeste AbschlĂŒsse. Der Markt wartet auf kommerzielle VertrĂ€ge fĂŒr das neue Drohnensystem.
Fundamental stĂŒtzt die Jahresprognose das Unternehmen. Das Management erwartet fĂŒr 2026 bis zu 14,5 Milliarden Euro Umsatz. Die operative Marge soll bei rund 19 Prozent liegen. Halten diese Zahlen, könnte die Aktie am nahen Jahrestief einen Boden finden.
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