Rheinmetall Aktie: 9,6 Milliarden für Munition 2027
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 14:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall-Aktien legen am heutigen Dienstag deutlich zu und notieren bei 1.095,20 Euro, ein Plus von 3,34 Prozent. Der Kurssprung kommt, nachdem Bloomberg am Vortag über geplante Kürzungen beim deutschen Munitionsbudget berichtet hatte – eine Nachricht, die den Rüstungskonzern eigentlich hätte belasten müssen.
Bund plant weniger Munition für 2027
Laut Bloomberg will die Bundesregierung die Ausgaben für Munition im Jahr 2027 auf rund 9,6 Milliarden Euro senken, nach 11 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Von der Kürzung sollen 7,7 Milliarden Euro aus dem Kernhaushalt und 1,9 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen stammen, der gesamte Verteidigungshaushalt für 2027 liegt Bloomberg zufolge bei 109,7 Milliarden Euro. Der Gesamtverteidigungsetat wächst demnach bis 2030 weiter, die Prioritäten verschieben sich jedoch zunehmend von Munition und Artillerie hin zu Drohnen, Luftverteidigung und IT-Systemen – Bereiche, in denen Rheinmetall bislang eine kleinere Rolle spielt als bei klassischer Munitionsproduktion. Analysten bewerten den Titel dennoch mehrheitlich positiv: Nach Angaben der österreichischen Tageszeitung Die Presse stehen 23 Kaufempfehlungen vier Halten-Voten und keiner einzigen Verkaufsempfehlung gegenüber.
Parallel zur Budgetdebatte hat China Rheinmetall Berichten zufolge auf eine Exportkontrollliste für Dual-Use-Güter gesetzt, betroffen sind unter anderem Seltene Erden, Sensoren und Mikroelektronik. Die Maßnahme unterstreicht die Abhängigkeit westlicher Rüstungslieferketten von chinesischen Vorprodukten, konkrete operative Folgen für Rheinmetall wurden bislang nicht beziffert.
Aufträge und Werftgeschäft als Gegengewicht
Dem Sparsignal aus Berlin stehen mehrere positive Unternehmensmeldungen gegenüber. Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall 56 weitere Schwerlasttransporter bestellt, die Auslieferung ist für 2026 und 2027 vorgesehen. Beim Flugabwehrsystem Skyranger, das in Zürich-Oerlikon gefertigt wird, wächst die Auftragsbasis international: Die Schweiz plant rund 992 Millionen US-Dollar für 32 Systeme ab 2028, Österreich hat 36 Skyranger 30 für den Schützenpanzer Pandur EVO bestellt, Deutschland orderte 19 Einheiten, dazu kommen Aufträge aus den Niederlanden und Rumänien. Die Produktionskapazität soll von derzeit 70 bis 100 auf 400 Türme pro Jahr steigen, monatlich sollen rund 50 neue Arbeiter eingestellt werden.
Im Werftgeschäft zeichnet sich zudem eine Entscheidung ab: Der Marineschiffbauer TKMS hat sein Interesse an der Übernahme der German Naval Yards Kiel aufgegeben, damit bleibt Rheinmetall als einziger verbliebener Bieter im Rennen um die Werft.
Kurs erholt sich von den Tiefständen
Die Aktie hat sich in den vergangenen 30 Tagen um 12,62 Prozent erholt, nachdem sie zuvor deutlich unter Druck geraten war. Vom Rekordhoch aus dem Oktober 2025 bleibt der Titel aber weit entfernt – der Abstand beträgt 45,43 Prozent. Die jüngste Kurserholung fällt in eine Phase, in der Rheinmetall-Chef Armin Papperger laut dem Managerranking der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für das zweite Quartal den ersten Platz nach Medienpräsenz belegte, unter anderem wegen der Themen europäische Rüstungskooperation und Drohnenabwehr sowie einer Kooperation mit der Telekom in diesem Bereich.
Anleger richten den Blick nun auf den 6. August, wenn Rheinmetall seine Zahlen für das zweite Quartal vorlegt. Im ersten Quartal hatte der Konzern einen Gewinn je Aktie von 2,42 Euro ausgewiesen, nach 1,92 Euro im Vorjahreszeitraum, bei einem Umsatz von 1,94 Milliarden Euro. Ob die angekündigten Sparpläne beim Munitionsbudget die mittelfristigen Wachstumsaussichten des Konzerns tatsächlich bremsen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
