Rheinmetall Aktie: F126-Stopp kostet Milliardenauftrag
27.06.2026 - 19:39:20 | boerse-global.de
Das Bundesverteidigungsministerium zieht den Stecker. Weil die Behörde das Fregattenprogramm F126 überraschend stoppt, verliert Rheinmetall einen Milliardenauftrag. Die Börse reagiert gnadenlos und schickt das Papier auf Talfahrt.
Auf Wochensicht brach der Kurs um fast 22 Prozent ein. Am Freitag schloss das Papier bei 940,60 Euro. Ein massiver Wertverlust. Innerhalb weniger Tage lösten sich rund 10 Milliarden Euro Börsenwert in Luft auf.
Analysten halten diese Reaktion für völlig überzogen. Experten von DZ Bank und Jefferies bestätigen ihre Kaufempfehlungen. Sie rechnen den Schaden vor. Der entgangene operative Gewinn aus dem Projekt liege bei lediglich 1,5 Milliarden Euro. Dieser Verlust verteilt sich über mehrere Jahre.
Trotzdem passen die Banken ihre Modelle an. Die DZ Bank senkte den fairen Wert der Aktie von 2.188 auf 1.705 Euro. Dennoch sehen die Analysten weiterhin viel Luft nach oben.
Indikatoren im Extrembereich
Technisch bewegt sich die Aktie in seltenem Terrain. Der Relative-Stärke-Index fällt auf 23,7. Marktbeobachter werten Indexstände unter 30 als massiv überverkauft. Sie deuten oft auf eine baldige Gegenbewegung hin.
Am Donnerstag markierte der Kurs bei 902,50 Euro ein neues Jahrestief. Auf diesem Niveau versuchen Käufer nun einen Boden zu bilden. Der Abstand zur 200-Tage-Linie verdeutlicht die starke Entkoppelung vom Trend. Er beträgt aktuell fast 40 Prozent.
Politische Debatte rückt in den Fokus
In der kommenden Woche blicken Investoren nach Berlin. Die Politik diskutiert dort über den Kauf von acht MEKO-Fregatten beim Konkurrenten TKMS. Marktteilnehmer hoffen auf ein Hintertürchen. Rheinmetall könnte über seine Werfttochter NVL als Unterauftragnehmer einsteigen.
Folgende Daten stehen nun im Fokus:
* 902,50 Euro: Wichtige Unterstützung auf Schlusskursbasis.
* 1.000,00 Euro: Nächster psychologischer Widerstand.
* 6. August 2026: Veröffentlichung der Quartalszahlen und der neuen Jahresprognose.
Bis zu den Quartalszahlen bleibt das Umfeld hochvolatil. Die annualisierte Schwankungsbreite lag zuletzt bei über 65 Prozent. Bestätigt Berlin den NVL-Auftrag, liefert dies einen starken Impuls für eine Erholung. Fällt die Unterstützung beim Jahrestief, droht ein weiterer Rutsch in Richtung 850 Euro.
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