Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: Laserwaffen-Deal mit MBDA Deutschland

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 21:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall vermeldet mehrere Großaufträge, doch der Aktienkurs bleibt schwach und notiert deutlich unter dem Jahreshoch.

Rheinmetall: Milliardenaufträge trotz anhaltendem Kursverfall
Ein Laserstrahl durchschneidet eine dunkle, hochtechnologische Industrieumgebung, die fortschrittliche Verteidigungstechnologie symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Milliardenauftrag aus Großbritannien, die erste Munitionslieferung aus einem brandneuen Werk an die Ukraine, ein Laserwaffen-Deal für die Marine — Rheinmetall meldet in kurzer Zeit gleich mehrere operative Erfolge. Der Kurs reagiert trotzdem kaum. Am Dienstag notiert die Aktie bei 977,00 Euro und verliert damit weitere 0,61 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 983,00 Euro. Die Marke von 1.000 Euro bleibt außer Reichweite.

Britischer Großauftrag zur Digitalisierung der Gefechtsausbildung

Rheinmetall hat einen bedeutenden Zuschlag im Vereinigten Königreich gewonnen. Als Teil des Konsortiums „Omnia Training" übernimmt die Tochtergesellschaft Rheinmetall Electronics UK eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung der britischen Gefechtsausbildung. Das Gesamtprojekt läuft 15 Jahre und trägt den Namen „Collective Training Transformation Programme".

Auf Rheinmetall entfällt dabei ein Anteil von knapp einer Milliarde Euro. Der Konzern verantwortet als „Land Collective Training Partner" die Simulationssysteme und die physische Ausbildungsinfrastruktur. Die operative Umsetzung startet im Sommer 2026 — ein weiterer Baustein in der Strategie, sich als Systemhaus für digitale Verteidigungstechnologien zu positionieren.

Erste Munition aus dem Werk Niedersachsen an die Ukraine

Parallel zum britischen Erfolg meldet Rheinmetall einen Durchbruch am Standort Unterlüß. Aus dem neu errichteten „Werk Niedersachsen" hat der Konzern erstmals Artilleriemunition an die ukrainischen Streitkräfte geliefert. Es handelt sich um Geschosse des Typs RH1412 im Kaliber 155 Millimeter mit hoher Reichweite.

Die aktuelle Lieferung umfasst eine niedrige fünfstellige Stückzahl. Über die Hälfte des zugrunde liegenden Gesamtauftrags ist damit erfüllt, die restlichen Einheiten sollen bis Ende 2026 folgen. Der schnelle Produktionshochlauf soll helfen, das Ziel von 1,5 Millionen Artilleriegeschossen pro Jahr bis 2030 zu erreichen.

Laserwaffen und autonome Logistik ergänzen das Bild

Rheinmetall baut zudem seine Rolle in der militärischen Forschung aus. Im Auftrag des BAAINBw übernimmt der Konzern die Gesamtverantwortung für das Projekt „InterRoC VII". Ziel sind hochautomatisierte Logistikkonvois, bei denen verschiedene Fahrzeugplattformen autonom zusammenarbeiten.

Bereits am 9. Juli 2026 hatte Rheinmetall einen weiteren Vertrag unterschrieben. Gemeinsam mit MBDA Deutschland entwickelt der Konzern ein Hochenergie-Laserwaffensystem für die Deutsche Marine. Das Auftragsvolumen liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich, einsatzfähig soll das System bis 2029 sein.

Warum der Kurs trotzdem unter Druck bleibt

An der Börse überwiegt trotz der vollen Auftragsbücher die Skepsis. Der aktuelle Kurs liegt gut 51 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro aus dem September 2025. Zum 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro aus dem Juni 2026 beträgt der Abstand dagegen nur noch rund 8 Prozent.

Marktbeobachter machen dafür unter anderem die schwache Sektorstimmung verantwortlich. Hinzu kommt der Verlust des Fregatten-Projekts F126 Ende Juni. Der RSI von 35,9 zeigt eine tendenziell schwache, aber noch nicht überverkaufte Aktie.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.510,16 Euro verdeutlicht das Ausmaß der Korrektur. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 39 Prozent verloren, auf Sicht von zwölf Monaten sogar knapp 48 Prozent. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei fast 69 Prozent annualisiert — ein Zeichen für die Nervosität, mit der der Markt derzeit auf jede Nachricht reagiert.

Die kommenden Quartalszahlen im August dürften zeigen, ob sich der massive Kapazitätsausbau bereits in der Profitabilität niederschlägt. Erst dann lässt sich einschätzen, ob die operativen Erfolge der vergangenen Wochen auch am Aktienkurs ankommen.

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