RingCentral Aktie: Dividende springt kräftig
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 01:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wer noch dachte, RingCentral sei nur ein Cloud-Telefonie-Anbieter mit KI-Ambitionen, muss nach diesem Quartal umdenken. Das Board hat die Dividende um rund 67 Prozent angehoben — von 7,5 auf 12,5 US-Cent je Aktie. Für ein Unternehmen, das noch vor wenigen Jahren tiefrote GAAP-Zahlen schrieb, ist das ein deutliches Signal.
Zahlen übertreffen die eigene Prognose
Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 5,9 Prozent auf 657 Millionen Dollar. Die Non-GAAP-Marge kletterte auf 23,4 Prozent, ein Plus von 90 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow legte um fast ein Viertel auf 180 Millionen Dollar zu.
Auch bei den GAAP-Kennzahlen zeigt sich der Wandel: Die operative Marge stieg auf 7,7 Prozent, nach 6,0 Prozent im Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie sprang von 14 auf 45 US-Cent. Parallel dazu kaufte das Unternehmen im Quartal Aktien im Volumen von 94 Millionen Dollar zurück — gut 2,2 Millionen Stück.
Die Börse reagierte verhalten positiv: Die Aktie schloss zuletzt bei 38,62 Dollar, ein Plus von 2,55 Prozent, nachbörslich ging es um weitere 1,4 Prozent nach oben.
KI-Produkte verdoppeln ihren Anteil
Der eigentliche Treiber der Story bleibt die künstliche Intelligenz. Kunden, die mindestens ein bezahltes KI-Produkt nutzen, stellen inzwischen 13 Prozent des wiederkehrenden Umsatzes — doppelt so viel wie vor einem Jahr. Besonders der KI-Rezeptionist AIR wuchs rasant: Die Kundenzahl stieg von rund 3.100 auf über 16.400 binnen eines Jahres.
Auch das Conversation-Analyse-Tool ACE und die Contact-Center-Lösung RingCX legten deutlich zu. Kunden mit KI-Nutzung zeigen zudem eine Nettoretentionsrate über 100 Prozent — ein Hinweis darauf, dass sie nicht nur bleiben, sondern mehr ausgeben. Untermauert wird die KI-Strategie durch eine frisch angekündigte Zusammenarbeit mit OpenAI: In einer unternehmensweiten Challenge bauten Mitarbeiter aus allen Abteilungen binnen 30 Tagen rund 2.500 Softwareprojekte mit ChatGPT Work und Codex.
Strategisch flankiert wird das Ganze durch eine ausgeweitete Partnerschaft mit dem Contact-Center-Anbieter NICE, der künftig RingCentrals UCaaS-Lösung vertreiben soll.
Ausblick angehoben
Für das dritte Quartal rechnet RingCentral mit einem Umsatz zwischen 664 und 670 Millionen Dollar sowie einer Non-GAAP-Marge von 23,5 bis 24,0 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen die Prognose an: Umsatz von 2,635 bis 2,646 Milliarden Dollar und ein freier Cashflow von 615 bis 625 Millionen Dollar, ein Plus von 20 Millionen Dollar gegenüber der vorherigen Zielspanne.
Der Bruttoschuldenstand soll bis Jahresende auf eine Milliarde Dollar sinken. Das Management peilt zudem eine GAAP-operative Marge von rund 20 Prozent an — nun schon ein Jahr früher als ursprünglich geplant.
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