Verband: Potenzial von Robotern im Mittelstand ist gigantisch
27.11.2023 - 05:53:12"Beim Einsatz von Robotik wird es einen Schwenk geben - von den GroĂunternehmen wie der Automobilindustrie zu den kleineren Unternehmen, die das genauso brauchen, um kĂŒnftig wettbewerbsfĂ€hig zu operieren. Das Potenzial ist gigantisch", sagte die GeneralsekretĂ€rin der International Federation of Robotics (IFR), Susanne Bieller, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.
Unternehmen achten auf Bedienbarkeit und Preis
FĂŒr kleine und mittlere Unternehmen sind demnach vor allem die Themen Bedienbarkeit und Preis wichtig. "Da gab es in den vergangenen Jahren einen extremen Push. Und dadurch sind nun auch die HĂŒrden kleiner, in die Technologie zu investieren", sagte Bieller. Wenn zum Beispiel ein SchweiĂer dem Roboter per Touchpad sagen könne, wie die SchweiĂlinie auszusehen habe, dann sei das einfach. "Wenn der das Ganze in einen Programmiercode umsetzen muss, dann braucht er eine lĂ€ngere Schulung oder kann es im schlechtesten Fall gar nicht bewerkstelligen."
Die Vorteile lĂ€gen auf der Hand: "Durch den Einsatz von Robotern kann in einer gleichbleibend hohen QualitĂ€t produziert werden. Und in der Regel gibt es auch weniger Ausschuss", sagte sie. Das mache sich bei den Produktionskosten bemerkbar und sei auch in puncto Nachhaltigkeit ein enormer Gewinn. "Der CO2-FuĂabdruck in der Fertigung wird kleiner - und ich kann in Deutschland zu international wettbewerbsfĂ€higenPreisen produzieren", sagte die IFR-GeneralsekretĂ€rin.
Roboter gegen den FachkrÀftemangel?
Automatisierung kann Bieller zufolge dabei helfen, den demografischen Wandel und den dadurch ausgelösten FachkrĂ€ftemangel abzumildern. "Die ausscheidende Babyboomer-Generation werden wir nicht komplett durch menschliche Kollegen ersetzen können", sagte sie. Vielmehr mĂŒsse man die Chancen der Automatisierung nutzen. Die verbliebene Arbeitskraft könne man dann auf die TĂ€tigkeiten konzentrieren, die Roboter nicht so gut erledigen könnten, wie zum Beispiel kreative Prozesse.
Ein mögliches Nadelöhr sieht der Verband jedoch bei den sogenannten Systemintegratoren - also jenen Spezialisten, die die Roboter an die Prozesse der Betriebe anpassen und kundenspezifisch einbauen. Durch die steigende Nachfrage sei es aktuell schon so, dass sie nicht mehr alle AuftrĂ€ge gleichzeitig abarbeiten könnten. Das werde sich kĂŒnftig wohl noch verstĂ€rken, sagte Bieller.
Industrieroboter-Absatz zuletzt auf Allzeithoch
Der weltweite Absatz von Industrierobotern hat nach Angaben zuletzt auf hohem Niveau zugenommen. Im vergangenen Jahr waren 553 052 neue Anlagen in Fabriken rund um den Globus installiert worden - etwa fĂŒnf Prozent mehr als 2021. Der Absatz hatte 2021 erstmals die Marke von einer halben Million ĂŒberschritten. FĂŒr das laufende Jahr erwartet der Verband trotz KonjunkturabkĂŒhlung weiteres Wachstum. 2024 dĂŒrfte dann die Marke von 600 000 Robotern ĂŒberschritten werden, hieĂ es.
In Deutschland war die Zahl neu installierter Industrieroboter 2022 leicht zurĂŒckgegangen - vor allem weil die Autobauer und Zulieferer weniger Roboter kauften. Insgesamt waren in der deutschen Industrie im vergangenen Jahr 259 626 Roboter im Einsatz - und damit ungefĂ€hr fĂŒnf Prozent mehr als 2021. Die Bundesrepublik ist demzufolge die am stĂ€rksten automatisierte Volkswirtschaft Europas.

