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Rocket Lab Aktie: 11,43-Prozent-Einbruch nach Analyst-Einstufung

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 00:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Piper Sandler stuft Rocket Lab erstmals negativ ein, der Aktienkurs fällt deutlich. Analysten sehen trotz operativer Fortschritte Bewertungsrisiken.

Rocket Lab Aktie: Erste Verkaufsempfehlung nach Kursrutsch
Abstrakte, atmosphärische Darstellung des Raumfahrtsektors mit dunklen, stimmungsvollen Tönen, die einen Rückgang oder eine Herausforderung andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auslöser war die Erstbewertung durch Piper Sandler, die dem Raumfahrtunternehmen erstmals unter 16 beobachtenden Analysten eine Verkaufs-äquivalente Einstufung verpasst. Der aktuelle Kurs von 58,90 Euro liegt 11,43 Prozent unter dem Vortagesniveau und markiert damit den vorläufigen Tiefpunkt einer Talfahrt, die sich über die vergangenen Wochen zugespitzt hat.

Erste kritische Stimme unter 16 Analysten

Piper-Sandler-Analyst Alexander Potter startete die Coverage für Rocket Lab mit einem Neutral-Rating und einem Kursziel von 83 US-Dollar. Parallel dazu bewertete er SpaceX ebenfalls neutral (Kursziel 156 US-Dollar), während er AST SpaceMobile mit Overweight und einem Kursziel von 100 US-Dollar zu seinem klaren Favoriten im Sektor kürte. Potter würdigt Rocket Lab zwar als glaubwürdigste Nummer zwei hinter SpaceX mit mehr als 90 absolvierten Electron-Starts und der in Entwicklung befindlichen Neutron-Rakete, sieht die Bewertung nach dem Kurslauf der vergangenen Monate jedoch als zu ambitioniert an. AST SpaceMobile biete demgegenüber einen klareren Pfad zu positivem EBITDA. Der breitere Analystenkonsens fällt weiterhin deutlich optimistischer aus: Laut MarketBeat votieren die beobachtenden Häuser im Schnitt für ein Kursziel von 110,18 US-Dollar bei einer Einstufung als Moderate Buy.

Charttechnisch untermauert der aktuelle Kurs die skeptische Lesart. Rocket Lab notiert 37,50 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 94,24 Euro, während der 14-Tage-RSI mit 29,6 tief im überverkauften Bereich liegt. Seit dem Rekordhoch von 133,80 Euro Ende Mai hat sich der Kurswert fast halbiert.

Neutron-Fortschritt trifft auf Wall-Street-Skepsis

Operativ kann Rocket Lab durchaus Erfolge vorweisen. Das Archimedes-Vakuumtriebwerk für die zweite Stufe der Neutron-Rakete bestand am 13. Juli einen 5,5-minütigen Volllast-Test bei NASA Stennis. Zuvor hatte das Unternehmen den erfolgreichen Abschluss der VICTUS-HAZE-Mission für die US Space Force vermeldet, bei der Rocket Lab erstmals als alleiniger Hauptauftragnehmer für Rakete, Satellit und Orbitalbetrieb auftrat. Für das Neutron-Programm ist der Erstflug gegen Ende 2026 anvisiert; erst danach kann das Unternehmen Aufträge aus dem bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar schweren NSSL-Phase-3-Lane-1-Programm der Space Force gewinnen, für das Rocket Lab bereits zugelassen wurde. Der Zeitplan hatte sich zuvor bereits einmal wegen eines Testfehlers am Erststufentank verschoben, was als zentrales Risiko gilt.

Iridium-Übernahme und Insiderverkäufe belasten die Stimmung

Neben der Neutron-Entwicklung sorgt die geplante Übernahme von Iridium für 8 Milliarden US-Dollar samt einer Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden US-Dollar für Verunsicherung unter Anlegern. Verschärft wird das Bild durch anhaltende Insiderverkäufe: Über die vergangenen drei Monate trennten sich Führungskräfte und Insider von Aktien im Wert von 362,8 Millionen US-Dollar, während laut TradeVae keine Führungskraft in den vergangenen sechs Monaten Aktien am offenen Markt zukaufte. CEO Peter Beck veräußerte über einen Treuhandmechanismus im Rahmen eines 10b5-1-Plans mehrere Millionen Aktien.

Fundamental bleibt das Wachstum intakt: Im ersten Quartal steigerte Rocket Lab den Umsatz um 63,4 Prozent auf 200,35 Millionen US-Dollar, der Auftragsbestand verdoppelte sich auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Für das zweite Quartal, dessen Zahlen am 6. August anstehen, rechnen Analysten mit einem Umsatz von 231,79 Millionen US-Dollar bei einem Verlust von 0,07 US-Dollar je Aktie. Ob die operativen Fortschritte bei Neutron und im Verteidigungsgeschäft ausreichen, um die Bewertungsskepsis von Piper Sandler zu widerlegen, dürfte sich an diesem Termin entscheiden.

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