Rocket, Lab

Rocket Lab Aktie: 31,63% Minus in 30 Tagen umgekehrt

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 11:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein 266-Millionen-Dollar-Vertrag mit der US Space Force fängt die jüngste Talfahrt der Rocket-Lab-Aktie vorerst auf.

Rocket Lab Aktie: Milliardenauftrag der US Space Force stoppt Kursrutsch
Abstrakte Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einem leuchtenden Raketentriebwerk vor dunklem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Auftrag über 266 Millionen Dollar bringt Rocket Lab zurück ins Rampenlicht. Nach Wochen des Ausverkaufs meldet das Raumfahrtunternehmen den größten Startvertrag seiner Geschichte. Die Aktie reagiert prompt und legt am Montag um 4,63 Prozent zu, Schlusskurs: 58,80 Euro.

Der Sprung kommt zur rechten Zeit. In den vergangenen 30 Tagen hatte das Papier 31,63 Prozent verloren. Der jüngste Auftrag der US Space Force liefert nun einen fundamentalen Gegenpol zu dieser Talfahrt.

Rekordauftrag vom Space Systems Command

Am 27. Juli 2026 bestätigte Rocket Lab eine Vereinbarung mit dem Space Systems Command der U.S. Space Force im Rahmen des Rocket Systems Launch Program. Der Vertrag umfasst zwölf feste suborbitale Starts mit der HASTE-Rakete des Unternehmens, einer Trägerrakete für Hyperschalltests. Volumen: 266 Millionen Dollar.

Optionen für sechs weitere Missionen bis 2028 könnten die Gesamtzahl auf 18 Starts erhöhen. Die Missionen sollen frühestens Ende 2026 beginnen. Hauptstandort wird eine neue Startanlage am Pacific Spaceport Complex-Alaska in Kodiak sein — eine strategische Ergänzung zu den bestehenden Standorten in Neuseeland und Virginia.

Vom Kleinsatelliten-Anbieter zum Verteidigungspartner

Der HASTE-Vertrag markiert einen Wandel. Rocket Lab entwickelt sich vom Nischenanbieter für Kleinsatelliten-Starts zu einem gefragten Partner der US-Verteidigung. Häufige, kurzfristig verfügbare Starts für Raketenabwehr- und Hyperschalltests bringen dem Unternehmen margenstarke, wiederkehrende Staatseinnahmen.

Vorausgegangen war die Mission "Victus Haze". Dabei brachte Rocket Lab einen Satelliten nur 16 Stunden nach der finalen Startanweisung ins All. Analysten werten diese Kombination aus Trägerrakete, Satellitenplattform und Missionssoftware als klaren Wettbewerbsvorteil im Verteidigungsgeschäft.

Iridium-Übernahme belastet, Charttechnik zeigt Entspannung

Der eigentliche Grund für den Kurseinbruch der letzten Wochen liegt woanders: in der Ende Juni angekündigten Übernahme von Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar. Der Deal aus Bargeld und Aktien weckte Sorgen über eine Verwässerung bestehender Aktionäre und den Kapitalbedarf für die Integration eines globalen Satellitennetzwerks.

Die Charttechnik deutet inzwischen auf eine mögliche Stabilisierung hin. Der RSI liegt bei 34,7 und damit nahe der überverkauften Zone. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 67,37 Euro fehlen dem Kurs aktuell noch 12,72 Prozent — der Space-Force-Auftrag könnte hier als Brücke wirken.

Zwei Termine mit Signalwirkung

Zwei Ereignisse dürften den weiteren Kursverlauf prägen:

  • 10. August 2026: Rocket Lab veröffentlicht seine Quartalszahlen. Investoren erwarten Updates zum Integrationsfahrplan der Iridium-Übernahme sowie zum Zertifizierungsstatus des Archimedes-Triebwerks.
  • Viertes Quartal 2026: Der Erstflug der mittelschweren Trägerrakete Neutron ist angesetzt. Ein Erfolg gilt als entscheidend, um gegen größere Startanbieter zu bestehen und die hohe Bewertung des Unternehmens zu rechtfertigen.

Der Space-Force-Vertrag liefert Rocket Lab kurzfristig ein stabiles Fundament. Ob daraus mehr wird, entscheidet sich an den zwei genannten Terminen — spätestens mit dem Neutron-Erstflug im vierten Quartal wird sich zeigen, ob das Unternehmen operativ liefern kann, was der Auftrag verspricht.

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