RumĂ€nien sprengt Felsen fĂŒr AKW-KĂŒhlwasser
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 17:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas AKW bezieht sein gesamtes KĂŒhlwasser aus der Donau, deren Wasserstand dramatisch gesunken ist. Das Kraftwerk droht in Ermangelung von KĂŒhlwasser abgeschaltet werden zu mĂŒssen.
Im Bett eines Donau-Arms bei Izvoarele, etwa 50 Kilometer flussaufwĂ€rts von Cernavoda, sprengten Soldaten den durch die DĂŒrre freigelegten Felsen. Dessen TrĂŒmmer sollen binnen zwei Tagen mit LastkĂ€hnen an eine bestimmte Stelle in einem Donau-Arm gebracht und versenkt werden, um dort den Wasserstand zu erhöhen, so dass mehr Wasser zum AKW Cernavoda im Osten des Landes gelangt.
Verteidigungsminister Radu Miruta bezeichnete die Sprengung als Erfolg. Man hoffe, dass das AKW so genĂŒgend Wasser erhalte. Sicher sei in jedem Fall, dass dadurch die Donau-Schifffahrt erleichtert werde. Seit 30 Jahren habe die Armee erfolglos versucht, diesen Felsen in der Donau zu beseitigen. Sollte diese teilweise Fluss-Umleitung scheitern, mĂŒsse das AKW spĂ€testens an diesem Donnerstag ganz abgeschaltet werden, sagte der Minister weiter.
Bereits vergangene Woche war einer der zwei Reaktoren in Cernavoda wegen KĂŒhlwassermangels heruntergefahren worden. ZunĂ€chst hatten die Behörden auch die Abschaltung des zweiten Reaktorblocks erwogen, dies aber schlussendlich unterlassen und die Umleitung von Donauwasser beschlossen. Die Donau fĂŒhrt derzeit nur ein Drittel der Wassermenge, die durchschnittlich in dieser Jahreszeit gemessen wurde. Es wird erwartet, dass der Wasserstand in den nĂ€chsten Tagen weiter sinkt.
Das AKW Cernavoda produziert jÀhrlich etwa 10 Millionen Megawattstunden Strom und somit 20 Prozent des rumÀnischen Bedarfs. Der erste Reaktor vom kanadischen Typ CANDU ging 1996 ans Netz, der zweite im Jahr 2007.
Autobauer machen Produktionspause, um Strom zu sparen
Angesicht drohender EngpĂ€sse bei der Stromversorgung unterbrechen die Autobauer Dacia und Ford US3453708600 ihre Produktion in RumĂ€nien bis zum 19. August, wie MinisterprĂ€sident Ilie Bolojan in Bukarest nach einem Krisentreffen mit Vertretern der GroĂ-Stromverbraucher aus der Industrie mitteilte. Weitere Unternehmen wĂŒrden diesem Beispiel folgen.
Dacia mit seinem Werk in Mioveni, 100 Kilometer nordwestlich von Bukarest, gehört zur Renault FR0000131906-Gruppe und ist RumĂ€niens gröĂter Autobauer und Exporteur. Ford lĂ€sst im sĂŒdwestrumĂ€nischen Craiova Autos und Nutzfahrzeuge montieren, baut dort zudem Motoren und stellt Batterien her.
Ferner plant RumĂ€nien eine Regierungsverordnung, die es erlauben soll, den Stromkonsum der GroĂverbraucher notfalls einzuschrĂ€nken, sagte Bolojan weiter. In RumĂ€nien herrsche eine Energiekrise, nicht nur, weil ein Reaktor im AKW Cernavoda abgeschaltet wurde, sondern auch weil die Wasserkraftwerke wegen der DĂŒrre bedeutend weniger Strom produzierten als sonst, fĂŒhrte der Premier aus. Erste Appelle an die Bevölkerung zum Stromsparen hĂ€tten bereits ihre Wirkung gezeigt, der Konsum sei landesweit zurĂŒckgegangen.
