Hotelgruppe, Arcona

Hotelgruppe Arcona beendet Insolvenz - GlÀubiger stimmen zu

27.06.2024 - 13:03:28

Rund sieben Monate nach dem Insolvenzantrag kann die in mehreren BundeslÀndern tÀtige Hotelgruppe Arcona aufatmen.

Die GlĂ€ubiger stimmten in allen Verfahren den InsolvenzplĂ€nen der betroffenen Hotel-Betriebsgesellschaften ohne Gegenstimme zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Rostock mitteilte. "Wir sind froh, dass uns unsere Partner auch in dieser schwierigen Phase die Treue gehalten haben und wir so den Weg der Eigenverwaltung gehen konnten", sagte Alexander Winter, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der arcona Hotels & Resorts. Das Amtsgericht Rostock hatte am Mittwoch zu einer GlĂ€ubigerversammlung geladen.

Arcona betreibt unter anderem Vier- und FĂŒnfsterne-Hotels in Weimar (ThĂŒringen), auf Sylt (Schleswig-Holstein) sowie mehrere Hotels auf RĂŒgen und Usedom. Standorte sind zudem Österreich (KitzbĂŒhel) und Mallorca. FĂŒr alle deutschen Betriebe hatte das Unternehmen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Bei dieser Insolvenzvariante behĂ€lt die GeschĂ€ftsfĂŒhrung weiterhin die Kontrolle.

Reduziertes Portfolio

In der Umstrukturierungsphase trennte sich Arcona von insgesamt drei Betrieben auf RĂŒgen (arcona Living First Sellin), in ThĂŒringen (Romantik Hotel Auf der Wartburg) und Österreich (TriforĂȘt). Damit sei ein wesentlicher Beitrag geleistet worden, die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit des Unternehmens wieder zu sichern, so Winter. Die nun angenommenen PlĂ€ne sĂ€hen Zahlungen an die GlĂ€ubiger vor, die auch aus Anteilen an Zukunftsgewinnen bestĂŒnden. Dies bringe den GlĂ€ubigern eine deutlich höhere Befriedigung als die Zerschlagung des Unternehmens.

Die Hotelgruppe, die auf Mallorca das Barefoot Hotel (Marke von Till Schweiger) betreibt, reduzierte ihr Portfolio nach eigenen Angaben auf acht Betriebe. FĂŒr das Unternehmen seien weiterhin mehr als 300 Mitarbeiter tĂ€tig.

Das 2008 gegrĂŒndete Unternehmen hatte den Insolvenzantrag im November vorigen Jahres unter anderem damit begrĂŒndet, dass die wĂ€hrend der anhaltenden Pandemie getroffenen Investitionsentscheidungen und die rasche Expansion des Unternehmens auf nicht vorhersehbare externe Faktoren gestoßen seien. Dazu zĂ€hlten etwa der Krieg in der Ukraine, EngpĂ€sse in der Energieversorgung und die hohe Inflation. Die daraus folgende allgemeine KaufzurĂŒckhaltung der GĂ€ste habe zu erheblichen Umsatzeinbußen, insbesondere in den Gastronomien der Hotels, gefĂŒhrt.

@ dpa.de