Angriffspause fĂŒr das kalte Kiew? Kreml folgt Trumps Bitte
30.01.2026 - 16:57:11SelbstverstĂ€ndlich komme man der "persönlichen Bitte" Trumps nach, um die am Sonntag geplanten Verhandlungen russischer und ukrainischer UnterhĂ€ndler zu begĂŒnstigen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Das Treffen ist in Abu Dhabi, wo beide Kriegsparteien schon vergangene Woche unter US-Vermittlung verhandelt hatten.
Trump hatte am Vortag von seiner Bitte an Kremlchef Wladimir Putin berichtet, Kiew und andere ukrainische StĂ€dte eine Woche lang nicht zu beschieĂen. Putin habe dem zugestimmt, sagte der US-PrĂ€sident.
Kein Angriff auf Kiew bis Sonntag?
In der ukrainischen Hauptstadt und anderen StĂ€dten mĂŒssen nach russischen Luftangriffen Millionen Menschen seit Wochen in Dunkelheit und KĂ€lte ausharren, weil es kaum Strom und Heizung gibt. Am Freitag waren nach Angaben von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in Kiew noch 378 HochhĂ€user ohne Heizung. Auch in Charkiw, Odessa oder Dnipro ist die Lage schwierig. Anfang der kommenden Woche werden bis zu 26 Grad Frost in der Nacht erwartet.
Ob die versprochene Feuerpause wirklich Erleichterungen fĂŒr die ukrainische Zivilbevölkerung bringt, war unklar. "TatsĂ€chlich hat sich PrĂ€sident Trump mit einer persönlichen Bitte an PrĂ€sident Putin gewandt, fĂŒr eine Woche bis zum 1. Februar auf Angriffe auf Kiew zu verzichten, um gĂŒnstige Bedingungen fĂŒr GesprĂ€che zu schaffen", sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Er betonte, dass die Moskauer Zusage nur bis Sonntag gelte.
Selenskyj: Stellen auch unsere Angriffe ein
Selenskyj sagte, es seien in der Nacht auf Freitag keine russischen Angriffe auf Energieanlagen verzeichnet worden. DafĂŒr werde verstĂ€rkt die Logistik attackiert. Er stellte in Aussicht, dass die Ukraine ihrerseits Angriffe einstellen könnte. "Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen", sagte der Staatschef im GesprĂ€ch mit Journalisten.
Russische MilitĂ€rblogs berichteten schon am Donnerstagmorgen, dass ein Befehl zum Stopp von Angriffen auf Energieobjekte ergangen sei. Den letzten Luftalarm gab es in Kiew am Mittwoch. Es hat im fast vierjĂ€hrigen russischen Angriffskrieg schon mehrmals von Moskau verkĂŒndete Feuerpausen gegeben, beide Seiten warfen sich aber immer wieder VerstöĂe vor.
Schwerer Luftangriff ĂŒberschattete erste Runde in Abu Dhabi
WĂ€hrend der russisch-ukrainischen GesprĂ€che in Abu Dhabi Ende vergangener Woche warf ein schwerer russischer Angriff mit Drohnen und Raketen die Reparatur der Energieversorgung in Kiew erneut um Tage zurĂŒck. Trotzdem brachen die Ukrainer das Treffen nicht ab - vermutlich aus RĂŒcksicht auf die USA, auf deren UnterstĂŒtzung sie angewiesen sind. Ăffentlich kritisierten US-Vertreter den Angriff nicht. Sie lobten im Gegenteil die positive Stimmung bei den ersten direkten GesprĂ€chen der Kriegsparteien seit Monaten.
Kontrolle ĂŒber Donbass bleibt Streitfall
Vor der neuen Runde sagte Selenskyj, es gebe bislang keinen Kompromiss bei der Kontrolle ĂŒber das Industriegebiet Donbass im Osten. Moskau verlangt, dass ukrainische Truppen die Teile der Gebiete Donezk und Luhansk rĂ€umen, die sie noch verteidigen.
Ein US-Vorschlag sehe vor, dort eine freie Wirtschaftszone einzurichten. "Die Frage der Kontrolle muss fair sein. Die Ukraine kontrolliert das Territorium, das sie auch jetzt kontrolliert", betonte Selenskyj. Sein Land werde EinschrÀnkungen der SouverÀnitÀt nicht hinnehmen.
Zwei Geheimdienstler als UnterhÀndler
Zur ersten GesprĂ€chsrunde in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate hatte die Ukraine das Team entsandt, das auch seit Wochen mit den Amerikanern ĂŒber Sicherheitsgarantien verhandelt. GefĂŒhrt wurde die Delegation vom SekretĂ€r des nationalen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow.
AuĂerdem nahm Selenskyjs neuer Kanzleichef Kyrylo Budanow teil, der schon frĂŒher als Leiter des MilitĂ€rgeheimdienstes mit russischen Vertretern in Abu Dhabi gesprochen hat. Moskau entsandte den Leiter der militĂ€rischen AufklĂ€rung, Igor Kostjukow, und weitere GenerĂ€le.

