Russland, Selenskyjs

Russland lehnt Selenskyjs Vorschlag zu Donbass-Referendum ab

12.12.2025 - 13:09:35

Russland lehnt den Vorschlag von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in Kiew ab, die ukrainische Bevölkerung bei einer Volksabstimmung ĂŒber Gebietsabtretungen im Donbass entscheiden zu lassen.

"Dieses Gebiet ist russisches Territorium", sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, der Agentur Interfax zufolge mit Blick auf die Annexion von 2022. Wenige Monate nach Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine gliederte Russland den Donbass - das sind die Gebiete Donezk und Luhansk - sowie die Regionen Cherson und Saporischschja per VerfassungsĂ€nderung völkerrechtswidrig in sein Staatsgebiet ein.

Selenskyj hatte am Donnerstag erklĂ€rt, dass nur das ukrainische Volk ĂŒber Gebietsfragen entscheiden könne - bei einem Referendum etwa. Ziel Selenskyjs sei es, bei den Verhandlungen nun fĂŒr Russland unannehmbare VorschlĂ€ge in den Friedensplan mit den USA schreiben zu lassen, sagte Uschakow in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat am Rande einer Reise Putins.

Der Kremlbeamte erklĂ€rte, dass Russland die aktuell mit fĂŒhrenden Vertretern europĂ€ischer Staaten besprochenen Dokumente bisher nicht gesehen habe. Eine neue Variante könne schlechter und fĂŒr Russland nicht annehmbar sein. Uschakow bekrĂ€ftigte zudem russische Forderungen, nach denen die Ukraine fĂŒr einen Waffenstillstand ihre Truppen aus dem Donbass abziehen mĂŒsse.

Kreml hĂ€lt Zone ohne Soldaten fĂŒr möglich - will aber Nationalgarde

Erstmals gibt es nun auch offizielle Äußerungen, dass Russland sich eine entmilitarisierte Zone im Donbass vorstellen könnte - unter Moskauer Verwaltung. "Gut möglich, dass dort keine unmittelbaren StreitkrĂ€fte sein werden - weder russische noch ukrainische. Dennoch werden dort die Nationalgarde, unsere Polizei sein; es wird alles geben, was fĂŒr die Einhaltung der Ordnung und die Organisation des Lebens gebraucht wird", sagte Uschakow. Russlands Nationalgarde ist allerdings mit Waffensystemen und militĂ€rĂ€hnlichen Befugnissen ausgestattet - und auch im Krieg im Einsatz.

Kremlchef Putin hatte am Vortag von neuen Erfolgen beim Vormarsch im Donbass berichtet und erklÀrt, dass Russland seine Kriegsziele auch auf dem Schlachtfeld erreichen könne. Ziel sei es nun, die ukrainischen StreitkrÀfte aus dem noch nicht von Moskau kontrollierten Teil des Gebiets zu verdrÀngen.

@ dpa.de