Moskau zu EU-Kompromiss: Gesetz und Menschenverstand siegen
19.12.2025 - 07:43:46"Gesetz und gesunder Menschenverstand haben vorerst gesiegt", schrieb der russische ChefunterhĂ€ndler Kirill Dmitrijew auf der Plattform Telegram. Der BrĂŒsseler Beschluss sei ein gewaltiger Schlag "fĂŒr die Kriegstreiber", zu denen er unter anderem EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und Kanzler Friedrich Merz zĂ€hlt. "Einige wenige Stimmen der Vernunft innerhalb der EU haben bislang verhindert, dass die russischen Reserven illegal zur Finanzierung der Ukraine verwendet werden."
Russland hatte stets vor einem "Diebstahl" seines Staatsvermögens gewarnt und damit gedroht, im Gegenzug auch westliches Geld - vor allem von Privatinvestoren und Unternehmen - fĂŒr seine Zwecke zu verwenden.
Dmitrijew schrieb auf der Plattform X, von der Leyen, Merz und der britische Premierminister Keir Starmer seien gescheitert: "Die ganze Welt hat gerade zugesehen, wie ihr daran gescheitert seid, andere zum Rechtsbruch zu zwingen."
Merz' Plan scheitert am Widerstand mehrerer LĂ€nder
Nach monatelangem Streit hatten sich die EU-Staaten in der Nacht auf einen Kompromiss zur Finanzierung der Ukraine fĂŒr die nĂ€chsten zwei Jahre verstĂ€ndigt. Das Land erhĂ€lt von der EU einen zinslosen Kredit ĂŒber 90 Milliarden Euro. Falls Russland fĂŒr KriegsschĂ€den keine EntschĂ€digung leistet, sollen in der EU eingefrorene russische Vermögenswerte fĂŒr die RĂŒckzahlung herangezogen werden.
Eigentlich wollte Merz das vor allem in Belgien festgesetzte Geld der russischen Zentralbank direkt fĂŒr Darlehen in Höhe von bis zu 210 Milliarden Euro einsetzen. Dieser Plan scheiterte letztlich aber am Widerstand von LĂ€ndern wie Frankreich und Italien, nachdem vor allem Belgien groĂe rechtliche und politische Risiken geltend gemacht hatte.

