S&P 500 vertieft Verluste durch Iran-Krieg und steigende Ölpreise – Fünfte Verlustwoche in Folge
31.03.2026 - 08:00:36 | ad-hoc-news.deDer S&P 500 Index hat in der jüngsten Handelswoche weitere Verluste hinnehmen müssen und schloss am Freitag, den 27. März 2026, bei etwa 6.506 Punkten. Das entspricht einem Rückgang von rund 3 Prozent gegenüber dem Vorwochenende und markiert die fünfte konsequitive Verlustwoche – die längste Abwärtsserie seit 2022. Der Index befindet sich nun etwa 9 Prozent unter seinem Rekordhoch von 6.978 Punkten Ende Januar.
Stand: Dienstag, 31. März 2026, 06:59 Uhr MEZ
Iran-Krieg als zentraler Treiber des Abstiegs
Der dominante Auslöser für die anhaltenden Verluste im S&P 500 ist der esklierende Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, der Ende Februar 2026 begann. Seitdem hat der Index rund 8 Prozent verloren. Die Unsicherheit über die Dauer und Intensität des Krieges treibt die Ölpreise in die Höhe – ein Barrel US-Rohöl kletterte am Montag auf 102,88 US-Dollar und stieg um 3,3 Prozent. Höhere Energiekosten belasten die Unternehmensgewinne, erhöhen die Inflationserwartungen und heizen Rezessionsängste an. Dies wirkt sich direkt auf die Bewertung des S&P 500 aus, da viele Konzerne in den 500 Konstituenten von stabilen Rohstoffpreisen abhängen.
Die Transmission zum Index erfolgt über mehrere Kanäle: Erstens erhöhen steigende Ölpreise die Produktionskosten in Sektoren wie Industrie, Transport und Konsumgütern, die einen großen Anteil am S&P 500 haben. Zweitens signalisieren geopolitische Risiken ein höheres Risikoprämium für US-Aktien, was zu Abverkäufen führt. Drittens zwingt die Ölpreisentwicklung die Federal Reserve möglicherweise zu einer anderen Zinspolitik, was langfristig Wachstumsaktien im Index trifft.
Technische Warnsignale häufen sich
Technische Indikatoren unterstreichen die Bedenken. Der S&P 500 hat letzte Woche um 9 Prozent vom jüngsten Hoch abgerutscht – ein Niveau, das historisch als Verkaufssignal gilt, wenn es 7,2 Prozent oder mehr beträgt, wie Ned Davis Research analysiert. Der 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 6.803 Punkten nähert sich dem 200-Tage-Durchschnitt bei 6.636 Punkten an, was ein potenzielles 'Death Cross' andeutet – ein klassisches Bärenmarkt-Signal.
Zudem zeigt das Volumenverhalten eine zunehmende Verkaufsdruck: Die Spanne zwischen Nachfrage- und Angebotvolumen sank auf 1,25 und könnte unter 0,8 fallen, was laut Ned Davis Research einen Wechsel zu Treasuries empfehlen würde. Diese Signale sind besonders relevant für den S&P 500, da sie auf eine Breiten der Abverkäufe hindeuten, wenngleich der equal-weighted Index mit nur 0,58 Prozent Verlust besser abschnitt als der kapitalgewichte Standardindex.
Sektorrotation begĂĽnstigt Value-Aktien
Innere Dynamiken des S&P 500 verstärken den Trend. Große Tech- und Wachstumswerte, die den Index stark prägen, litten stärker: Der S&P 500 Growth fiel um 3,95 Prozent wöchentlich, während Value-Aktien mit moderateren Verlusten besser dastanden. Der Russell 1000 Value outperformte den Growth erneut, getrieben von Präferenz für stabile Erträge und Rohstoffexposition inmitten geopolitischer Turbulenzen.
Der S&P 500 Equal Weighted Index, der kleinere Konstituenten stärker gewichtet, verlor nur 0,58 Prozent – ein klares Zeichen, dass der Druck auf die 'Magnificent Seven' und andere Mega-Caps konzentriert ist. Dies spiegelt eine Rotation wider, bei der Investoren defensive Sektoren wie Energie, Finanzen und Value-Titel bevorzugen. Im März 2026 notierten Varianten wie der S&P 500 Ex-Tech mit -0,55 Prozent leichter als der Kernindex.
Vergleich mit anderen US-Benchmarks
Der S&P 500 unterperformt derzeit gegenüber dem Dow Jones Industrial Average, der wöchentlich nur 0,90 Prozent einbüßte und am Montag leicht anstieg. Der Nasdaq fiel stärker um 3,23 Prozent, da Tech-lastige Indizes empfindlicher auf Risiken reagieren. Der S&P 500, breiter gestreut, sitzt nun 6,68 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, während der Dow in Korrekturgebiet rutschte.
Diese Divergenz unterstreicht, dass der S&P 500 nicht als Monolith zu sehen ist: Während Growth-Komponenten leiden, stabilisieren Value- und Energie-Titel den Index teilweise. Europäische Investoren, die über ETFs wie den iShares Core S&P 500 UCITS ETF (ISIN IE00B5BMR087) exponiert sind, spüren diese Unterschiede direkt, da der Indexpegel den ETF-Preis diktiert.
Europäische Perspektive: Spillover-Effekte auf DACH-Märkte
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat der S&P 500-Abstieg unmittelbare Relevanz. Viele DACH-Portfolios halten S&P-500-ETFs oder -Futures, die auf den CME gehandelt werden. Der Spillover zeigt sich in fallenden europäischen Indizes: Während US-Märkte schwankten, stiegen europäische Börsen leicht, fielen aber in Asien scharf. Steigende Ölpreise belasten die deutsche Industrie, die exportabhängig ist.
Die Bewertung des S&P 500 erscheint nun attraktiver: Unter Berücksichtigung erwarteter Gewinnwachstums liegt der Index 17 Prozent unter Vorkriegsniveaus, vergleichbar mit früheren Wachstumssorgenphasen, solange keine Rezession eintritt. Deutsche Investoren könnten hier Einstiegschancen sehen, birgt aber das Risiko weiterer Eskalation.
Ausblick: Ölpreise und Fed als nächste Katalysatoren
Die nächsten Treiber für den S&P 500 sind Ölpreisentwicklungen und Fed-Signale. Sollte der Iran-Konflikt andauern, könnten Ölpreise über 110 Dollar klettern, was stagflationäre Szenarien nährt. Die Fed könnte Zinsen halten oder anheben, um Inflation zu bekämpfen, was den Index weiter drückt. Positive Szenarien umfassen Deeskalation oder starke Q1-Ergebnisse der Konstituenten.
Futures auf den S&P 500 deuten auf Vorsicht hin, mit leichten Rückgängen im Premarket. Optionen-Positionierung zeigt erhöhte Put-Käufe, was defensives Sentiment widersspiegelt. Langfristig bleibt der S&P 500 robust, mit 11,50 Prozent Jahresrendite bis dato, trotz Turbulenzen.
WeiterfĂĽhrende Quellen
- Ned Davis Research zu technischen Signalen
- S&P Dow Jones Indices Monatsrenditen
- Fortune zu Ă–lpreisen und Markt
- Clearbrook Weekly Commentary
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.
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