S&P 500, Iran-Krieg

S&P 500 vertieft Verluste: Iran-Krieg und Ölpreis treiben Index in Korrektur – Ominöse Signale mehren Bedenken

31.03.2026 - 08:21:20 | ad-hoc-news.de

Der S&P 500 Index hat seine Verluste nach dem schwächsten Handelstag seit Kriegsbeginn mit Iran weiter ausgebaut und notiert nun rund 9 Prozent unter seinem Jänner-Hoch. Technische Indikatoren wie ein Sell-Signal und ein drohender Death Cross signalisieren weitere Abwärtsrisiken, während steigende Ölpreise und geopolitische Unsicherheiten die Märkte belasten.

S&P 500, Iran-Krieg, Ă–lpreis - Foto: THN

Der S&P 500 Index vertieft seine Verluste und schloss den Montag mit einem Rückgang von 0,3 Prozent ab, was die Korrektur seit dem Höchststand im Jänner auf rund 9 Prozent ausdehnt. Dieser Abwärtstrend wird primär durch den anhaltenden Krieg mit Iran angetrieben, der Ölpreise auf über 102 Dollar pro Barrel getrieben hat und Inflationsängste schürt. Analysten von Ned Davis Research warnen vor ominösen technischen Signalen, die auf weitere Rückgänge hindeuten.

Stand: Dienstag, 31. März 2026, 08:19 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Iran-Krieg als Haupttreiber des S&P-500-RĂĽckgangs

Seit dem US- und israelischen Angriff auf Iran Ende Februar hat sich der S&P 500 Cash-Index um etwa 8 Prozent abgekühlt. Der Konflikt hat nicht nur geopolitische Risiken erhöht, sondern auch den Ölpreis massiv in die Höhe getrieben – ein direkter Übertragungsmechanismus auf den breiten US-Aktienindex. Höhere Energiekosten belasten Unternehmensgewinne, insbesondere in energieintensiven Sektoren, und nähren Befürchtungen vor einer "higher-for-longer"-Zinspolitik der Federal Reserve. Der S&P 500, der die Performance der 500 größten US-Notierer abbildet, spürt diese Makro-Druckwelle am stärksten, da er tech- und konsumlastig ist.

Am Montag, 30. März 2026 (US-Zeit, entspricht 31. März MESZ), fiel der Index während des Handels um 0,3 Prozent und verlängerte damit die schlechteste Woche seit Kriegsbeginn. Im Kontrast dazu kletterte der Dow Jones Industrial Average um 0,3 Prozent oder 130 Punkte, was eine Divergenz zwischen Value- und Growth-Titeln unterstreicht. Der Nasdaq Composite verlor 0,6 Prozent, betont durch Tech-Schwäche.

Technische Warnsignale häufen sich im S&P 500

Ned Davis Research (NDR) identifiziert drei kritische Indikatoren, die den S&P 500 in bearishes Territorium rücken. Erstens: Der Index schloss letzte Woche 9 Prozent unter seinem kürzlichen Hoch, was ein historisches Sell-Signal auslöst. Basierend auf 79 Jahren Daten signalisiert ein Rückgang von mindestens 7,2 Prozent vom Vorwochenhoch einen Wechsel von Aktien in kurzfristige Unternehmensanleihen (Commercial Paper). Dies dient als Stop-Loss-Mechanismus bei weiteren Verlusten.

Zweitens nähert sich der 50-Tage-Durchschnitt (bei ca. 6.803 Punkten) dem 200-Tage-Durchschnitt (ca. 6.636 Punkte) – ein potenzieller "Death Cross". Obwohl noch nicht eingetreten, steigen die Chancen rapide, es sei denn, es gibt eine plötzliche Erholung. NDR betont, dass dieser Indikator für längere Bärenmärkte wie 2009 oder 2022 besonders relevant ist.

Drittens: Das Volumen-Demand-Supply-Verhältnis verschlechtert sich. Am Freitag lag der Spread bei 1,25; ein Rückgang unter 0,8 würde ein Sell-Signal für Treasuries auslösen. Diese Konstellation deutet auf zunehmende Verkaufsinteressen hin.

Ă–lpreis als Inflationsbeschleuniger und S&P-500-Bremse

Der Benchmark-US-Ölpreis (WTI) stieg am Montag um 3,3 Prozent auf 102,88 Dollar pro Barrel, getrieben von Unsicherheiten um den Kriegsverlauf und die Straße von Hormus. Für den S&P 500 bedeutet das eine doppelte Belastung: Höhere Inputkosten drücken Margen bei den 500 Konstituenten, während persistente Inflation die Fed von Zinssenkungen abhält. Märkte preisen nun nur noch eine 25-Basispunkte-Senkung spät im Jahr 2026 ein, was das Wachstum bremst.

Europäische Investoren, insbesondere aus dem DACH-Raum, leiden unter Spillover-Effekten: Steigende Ölpreise treiben Euribor-Zinsen und belasten exportabhängige Titel. S&P-500-ETFs wie der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (CSPX) notieren ebenfalls im Minus, spiegeln den Indexverlauf wider, ohne eigenständige Dynamik.

Divergenz zu Dow und Nasdaq unterstreicht Sektorrotation

Im Gegensatz zum S&P 500 positioniert sich der Dow als potenzieller Value-Hafen. Nach einem Stopp bei 50.000 Punkten testet er Supports, die für eine Erholung attraktiv sein könnten. Der Nasdaq 100 kämpft mit "AI-Erschöpfung", trotz 700 Milliarden Dollar Capex in Tech-Datenzentren 2026. Der S&P 500, diversifizierter, leidet stärker unter der Tech-Schwäche, da die Magnificent Seven übergewichtet sind.

Historisch enden Korrekturen von 10 Prozent oft bei einer Bewertung, die 17 Prozent unter Vorkriegsniveaus liegt – genau dort liegt der S&P 500 nun, basierend auf erwarteten Gewinnwachstumsprognosen (Morgan Stanley). Solange keine Rezession eintritt, könnte dies das Ende der Korrektur andeuten.

Legacy der 2025-Tarife verstärkt Vulnerabilität

Die "Liberation Day"-Tarife vom 2. April 2025 (10 Prozent auf Importe, bis 45 Prozent auf China) haben den S&P 500 bereits 2025 an den Rand eines Bärenmarkts gebracht. Kombiniert mit aktuellen Öl-Schocks testen sie die Resilienz. Der Index fand Widerstand bei 7.000 Punkten im späten Jänner 2026, was zu einer signifikanten Umkehr führte. Aktuelle Supports liegen bei psychologischen Marken, die für opportunistische Käufe genutzt werden könnten.

Für DACH-Investoren relevant: Der starke US-Dollar verstärkt den Druck auf europäische S&P-500-ETFs, da Währungshedging Kosten verursacht. Dennoch bieten UCITS-konforme Produkte wie Vanguard S&P 500 UCITS ETF sichere Exposition.

Ausblick: Fed, Ă–l und Geopolitik entscheiden

Die nächsten Katalysatoren für den S&P 500 sind Fed-Entscheidungen zu Öl-induzierter Inflation und Kriegsentwicklungen. Ein anhaltend hoher Ölpreis könnte zu Zinserhöhungen führen, was Aktien weiter belastet. Positiv: Fundamentale AI-Investitionen und Gewinnerwartungen bieten einen Boden. Futures auf den S&P 500 (CME) handeln derzeit mit einem leichten Abschlag zum Cash-Index, signalisieren vorsichtige Stimmung.

Optionspositioning zeigt erhöhte Put-Aktivität, was Volatilität andeutet. Rebalancing-Effekte Ende Quartal könnten kurzfristig stützen, doch der dominante Trigger bleibt geopolitisch.

Risiken und Chancen für europäische Anleger

Aus DACH-Perspektive birgt der S&P 500-Rückgang Chancen für Cost-Average-Strategien in ETFs. Die Korrektur macht den Index günstiger, doch Risiken durch Tarife und Öl überwiegen. Sektoren wie Energie und Value (überrepräsentiert im Dow) könnten outperformen.

Langfristig bleibt der S&P 500 der Benchmark für US-Wachstum, mit historischer Annualisierung von 10 Prozent. Aktuelle Volatilität testet jedoch Disziplin.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Ned Davis Research zu S&P 500-Signalen
Fortune: Märkte und Ölpreis nach Iran-Krieg
Marketpulse Q2-Outlook US-Indizes

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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