Ergebnisse, Produktion/Absatz

Chipkonzern Broadcom profitiert weiter vom KI-Boom - Aktie hebt ab

13.12.2024 - 23:01:20

SAN JOSE - Der Chipkonzern Broadcom US11135F1012 rechnet mit einem starken Wachstum der GeschĂ€fte rund um KĂŒnstliche Intelligenz (KI).

(neu: Schlusskurs, Kursentwicklung, Börsenwert)

SAN JOSE (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Broadcom US11135F1012 rechnet mit einem starken Wachstum der GeschĂ€fte rund um KĂŒnstliche Intelligenz (KI). Der Umsatz mit KI-Produkten dĂŒrfte im bis Ende Januar laufenden ersten Quartal des neuen GeschĂ€ftsjahres um 65 Prozent zulegen und damit das allgemeine Halbleiterwachstum von geschĂ€tzten 10 Prozent deutlich ĂŒbertreffen, erklĂ€rte die UnternehmensfĂŒhrung am Donnerstagabend in einer Telefonkonferenz nach der Vorlage der Resultate des abgelaufenen GeschĂ€ftsjahres. Zudem werde der zugĂ€ngliche Markt fĂŒr KI-Komponenten, die Broadcom fĂŒr Betreiber von Rechenzentren entwickelt, bis zum GeschĂ€ftsjahr 2027 auf bis zu 90 Milliarden Dollar wachsen.

Die Aktien des Zulieferers von Apple US0378331005 und anderen Tech-Konzernen erklommen am Freitag ein Rekordhoch. Die Marktkapitalisierung knackte erstmals die Billionen-Dollar-Marke.

Wie der Chipkonzern Nvidia US67066G1040 profitiert auch Broadcom massiv vom KI-Boom und hohen Investitionen von Techunternehmen in Datenzentren. Die sind notwendig, um die fĂŒr große KI-Sprachmodelle notwendige Datenflut verarbeiten zu können und neue GeschĂ€ftsmodelle auf KI-Basis aufzubauen. Broadcom-Chef Hock Tan sagte in diesem Zusammenhang auch, dass zwei neue "Hyperscaler-Kunden" gewonnen worden seien. Damit sind die grĂ¶ĂŸten der Betreiber von Daten- und Serverzentren sowie der Cloudanbieter gemeint.

Im abgelaufenen GeschÀftsjahr 2023/24 steigerte Broadcom den Umsatz um 44 Prozent auf 51,6 Milliarden Dollar (49,2 Mrd Euro). Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um gut 37 Prozent auf 31,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Marge von rund 62 Prozent.

Das Nettoergebnis fiel allerdings von 14,1 auf 5,9 Milliarden Dollar, was auch an höheren Abschreibungen im Zusammenhang mit frĂŒheren Übernahmen, höheren Forschungs- und Entwicklungskosten sowie an gestiegenen Zinsaufwendungen und Steuereffekten lag.

FĂŒr das laufende erste Quartal strebt die KonzernfĂŒhrung einen Umsatz von rund 14,6 Milliarden Dollar sowie eine operative Marge von rund 66 Prozent an.

Analysten attestierten Broadcom solide Zahlen sowie einen ordentlichen Ausblick. Sie hoben ihre Kursziele fĂŒr die Aktie an - die von JPMorgan, Bernstein Research und Bank of America auf 250 Dollar und die Experten von Deutsche Bank Research und UBS immerhin auf 240 beziehungsweise 220 Dollar.

FĂŒr Harlan Sur von der Bank JPMorgan bleibt Broadcom der Halbleiterfavorit. Das Marktpotenzial im KI-Bereich impliziere ein Wachstum der KI-bezogenen UmsĂ€tze von Broadcom um durchschnittlich 40 bis 50 Prozent in den kommenden Jahren. Zudem sollte das KerngeschĂ€ft die Talsohle erreicht haben, erklĂ€rt Bernstein-Experte Stacy Rasgon. Er lobt zudem das SoftwaregeschĂ€ft, die herausragenden Margen und BarmittelzuflĂŒsse und die UnterstĂŒtzung durch das Thema KI.

Die Broadcom-Papiere schlossen am Freitag um rund ein Viertel höher. Innerhalb nur eines Tages hat das Unternehmen die Marktkapitalisierung um rund 206 Milliarden Dollar gesteigert. Dies ist einer der höchsten Gewinne gemessen am absoluten Wert der Börsengeschichte.

Seit Jahresanfang haben sich die Broadcom-Papiere nun mehr als verdoppelt. Im technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 sind sie unter den stÀrksten Werten. Nachdem der Kursanstieg seit Juni immer wieder im Bereich etwas unter 190 Dollar gebremst worden waren, erreichten die Titel am Freitag mit in der Spitze 228,70 Dollar eine Bestmarke. Broadcom ist an der Börse nun mehr als eine Billion Dollar wert.

@ dpa.de | US11135F1012 ERGEBNISSE