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SANDISK Aktie: Fünf Lieferverträge über elf Milliarden

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach heftigen Kursschwankungen sehen Analysten von BlackRock und Wells Fargo Potenzial für SanDisk. Milliardenverträge und starke Margen untermauern die Wachstumsstory.

SanDisk Aktie: BlackRock sieht KI-Chance, Wells Fargo erhöht Kursziel
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Silizium-Wafern und Präzisionstechnik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

SanDisk hat binnen weniger Handelstage eine heftige Berg-und-Talfahrt hinter sich. Nachdem die Speicherchip-Aktie im Zuge eines breiten Sektor-Ausverkaufs zeitweise um knapp acht Prozent einbrach, meldeten sich Analysten von BlackRock zu Wort und bezeichneten die Verkaufswelle bei Halbleiterwerten als übertrieben. Aus ihrer Sicht verbreitert günstigere Künstliche Intelligenz die Nachfrage, statt Investitionen zu bremsen – ein Argument, das am Markt Gehör fand. Im vorbörslichen US-Handel legte SanDisk daraufhin wieder rund acht Prozent zu, gemeinsam mit anderen Chipwerten wie Marvell und Intel.

Wells Fargo erhöht Kursziel deutlich

Noch am selben Tag reagierte Wells Fargo auf die Entwicklung. Analyst Aaron Rakers bestätigte sein Rating "Equal-Weight", hob das Kursziel für SanDisk aber von 1.250 auf 1.620 US-Dollar an. Das entspricht einem möglichen Aufwärtspotenzial von knapp 30 Prozent gegenüber dem damaligen Kursniveau. Die Anhebung fügt sich in ein Bild ein, in dem die Meinungen der Analysten weit auseinanderklaffen: Der durchschnittliche Kurszielkonsens liegt bei 1.418,14 US-Dollar, während die zuletzt veröffentlichten Einschätzungen im Schnitt bereits 2.666,67 US-Dollar erreichen. Susquehanna nennt sogar ein Street-High von 3.250 US-Dollar, während Goldman Sachs mit einem neutralen Rating und einem Kursziel von 1.100 US-Dollar deutlich vorsichtiger bleibt. BofA und Citigroup führen mit "Strong Buy"-Einstufungen, Bernstein votiert mit "Buy".

Milliardenverträge stützen die Wachstumsstory

Hinter der Kursvolatilität steht eine fundamentale Wachstumsgeschichte. SanDisk hat nach Angaben aus einer aktuellen Analyse fünf mehrjährige Lieferverträge unterzeichnet, die finanzielle Garantien von mehr als elf Milliarden US-Dollar umfassen. Allein die ersten drei dieser Vereinbarungen sollen einen Mindestumsatz von rund 42 Milliarden US-Dollar sichern. Der Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft wuchs in einem Quartal um 233 Prozent, während die bereinigte Bruttomarge auf non-GAAP-Basis bei 78 Prozent lag – mit einer Prognose von 79 bis 81 Prozent für die kommenden Perioden. Der bereinigte freie Cashflow erreichte im selben Zeitraum 2,955 Milliarden US-Dollar. Auf dieser Basis kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über sechs Milliarden US-Dollar an – ein Signal, das die Kapitalstärke unterstreicht und Investoren als Vertrauensbeweis in die eigene Bewertung werten dürften.

Eingebettet ist die SanDisk-Story in einen breiteren Marktzyklus: Die Deutsche Bank rechnet damit, dass die DRAM-Nachfrage das Angebot 2026 um zehn Prozent übersteigt, bis 2028 sogar um 29 Prozent. Diese strukturelle Verknappung treibt seit Monaten die Kurse der gesamten Speicherbranche, von Micron bis SK Hynix, und erklärt auch die enorme Schwankungsbreite, mit der SanDisk-Aktionäre inzwischen leben müssen.

Charttechnik zeigt Erholung nach schwachem Monat

Die jüngste Gegenbewegung spiegelt sich auch im Chartbild wider. Nach dem Schlusskurs von 1.410,00 Euro am Mittwoch steht auf Wochensicht ein Plus von 13,71 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen für die rasche Erholung nach dem Einbruch. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.060,00 Euro, erreicht Ende Juni 2026, bleibt die Aktie mit einem Abstand von 31,55 Prozent jedoch weiterhin ein gutes Stück entfernt. Die Diskrepanz zwischen kurzfristiger Erholung und dem nach wie vor deutlichen Abschlag zum Jahreshoch verdeutlicht, wie nervös der Markt die Halbleiterbranche derzeit einpreist – zwischen Euphorie über KI-getriebene Speichernachfrage und der Sorge vor überzogenen Bewertungen nach einem Kursanstieg, der SanDisk binnen zwölf Monaten um mehrere tausend Prozent nach oben katapultiert hat.

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob sich die optimistischen Stimmen von BlackRock und Wells Fargo gegen die zurückhaltenderen Einschätzungen etwa von Goldman Sachs durchsetzen. Die divergierenden Kursziele – von 1.100 bis 3.250 US-Dollar – zeigen, wie unterschiedlich die Wall Street das Chance-Risiko-Profil des Speicherherstellers derzeit bewertet.

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