SAP Aktie: Cloud-Erlöse springen 22 Prozent auf 6,3 Milliarden
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 08:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SAP hat am Donnerstagabend Zahlen vorgelegt, die den Markt überrascht haben. Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft wuchs deutlich stärker als erwartet. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kurssprung von 9,15 Prozent auf 140,80 Euro.
Cloud-Auftragsbestand treibt die Erholung
Der sogenannte Current Cloud Backlog stieg im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Währungsbereinigt legte er um 26 Prozent zu. Analysten werten das als Trendwende – zuletzt war der Auftragsbestand hinter dem Cloud-Umsatz zurückgeblieben.
CEO Christian Klein sieht darin einen Beweis für die Kundenresonanz auf die neue Strategie. Das Unternehmen setzt auf das Konzept des „autonomen Unternehmens" und eine neue Business-AI-Plattform. Finanzvorstand Dominik Asam betonte zudem den robusten freien Cashflow trotz eines volatilen makroökonomischen Umfelds.
Auch die Cloud-Erlöse zogen an. Sie stiegen um 22 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 24 Prozent. Besonders deutlich wuchs die Cloud ERP Suite: Ihr Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.
Prognose sinkt wegen KI-Zukäufen
Trotz des starken Cloud-Wachstums senkte SAP die Gewinnprognose für 2026 leicht. Das bereinigte Betriebsergebnis soll nun zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden Euro liegen.
Zuvor hatte der Vorstand eine Spanne von 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro angepeilt. Grund sind Verwässerungseffekte aus den Übernahmen von Dremio und Prior Labs, die SAP im Juli abschloss.
Für Prior Labs, einen Spezialisten für tabellarische KI-Modelle, plant SAP in den kommenden vier Jahren Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro. Der Konzern will damit seine Dateninfrastruktur für agentische KI stärken.
Der Markt ignorierte die Prognose-Anpassung am Freitag weitgehend. Marktbeobachter werten das als Signal, dass langfristiges Cloud-Wachstum derzeit schwerer wiegt als kurzfristige Margeneinbußen.
Analysten uneins, CEO kauft nach
Die Reaktionen der Bankhäuser fielen gemischt aus:
- Deutsche Bank: Kaufempfehlung, Kursziel 200 Euro
- JPMorgan: Neutral, Kursziel 175 Euro
- DZ Bank: Verkaufen, fairer Wert 120 Euro
Jefferies-Analyst Charles Brennan lobte die Dynamik bei den Cloud-Abonnements. Sie lag über den Markterwartungen. Die DZ Bank verwies dagegen weiter auf den anhaltenden Margendruck.
Kurz nach der Zahlenvorlage kaufte CEO Christian Klein SAP-Aktien im Wert von rund 325.219 Euro. Das gilt als Signal für sein Vertrauen in die eigene Strategie.
Seit Jahresbeginn steht die Aktie dennoch 32,42 Prozent im Minus, zum 200-Tage-Durchschnitt fehlen weiterhin rund 19 Prozent. Überwindet SAP die 50-Tage-Linie nachhaltig, wäre das ein technisches Kaufsignal für weitere Käufer.
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