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SCAM Act: US-Gesetz soll Banken-Phishing in Werbung stoppen

08.02.2026 - 13:40:12

Ein neues US-Gesetz soll Tech-Plattformen für betrügerische Werbeanzeigen haftbar machen. Die Bankenlobby unterstützt den Vorstoß, der auch Signalwirkung für Europa haben könnte.

Die USA starten einen nationalen Feldzug gegen gefälschte Bankenwerbung im Netz. Ein neues Gesetz soll Tech-Plattformen für Betrugsannoncen haftbar machen – mit Signalwirkung auch für Europa.

Bipartisaner Vorstoß gegen „Malvertising“

Washington reagiert auf eine Welle raffinierter Online-Betrügereien. Die Senatoren Ruben Gallego (Demokrat) und Bernie Moreno (Republikaner) brachten diese Woche den Safeguarding Consumers from Advertising Misconduct (SCAM) Act ein. Der Gesetzentwurf zielt direkt auf Social-Media-Konzerne und Suchmaschinen. Sie sollen künftig die Identität von Werbekunden überprüfen müssen, bevor Anzeigen geschaltet werden.

„Unternehmen, die mit Werbung Profit machen, tragen auch die Verantwortung, dass diese Anzeigen kein Betrugsvehikel sind“, betonte Senator Gallego. Sein Kollege Moreno sieht in den Geschäftsmodellen einiger Tech-Riesen ein Schlupfloch für Kriminelle, das geschlossen werden müsse. Bei Verstößen drohen den Plattformen Strafverfolgung durch die US-Handelsaufsicht FTC und Staatsanwälte.

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Banken-Lobby fordert schärfere Regeln für Tech-Konzerne

Die US-Bankenindustrie unterstützt den Vorstoß mit Nachdruck. Der Präsident des American Bankers Association (ABA), Rob Nichols, nannte das Gesetz einen „kritischen Schritt“. Zwar investierten Banken enorme Summen in Betrugsbekämpfung, doch der Kampf müsse weiter „stromaufwärts“ geführt werden – also bevor der Schaden entstehe.

Das Bank Policy Institute (BPI) legte zeitgleich einen „Betrugspräventions-Leitfaden“ vor. Die Institute kritisieren die Zersplitterung globaler Finanzregulierung und die mangelnde Verantwortung digitaler Plattformen. Ohne gesetzliche Verpflichtung hätten diese wenig Anreiz, Verbraucherschutz über Werbeeinnahmen zu stellen.

So funktionieren die raffinierte Logo-Fälschungen

Die Dringlichkeit erklärt sich aus der Professionalisierung der Cyberkriminalität. Betrüger nutzen „SEO-Poisoning“ und gezielte Social-Media-Werbung, um Opfer auf täuschend echte Phishing-Seiten zu locken. Die Anzeigen kopieren Logos, Schriftarten und Farben großer Banken perfekt.

Klickt ein Nutzer, landet er auf einer gefälschten Login-Seite. Sie stiehlt Zugangsdaten und sogar Zwei-Faktor-Codes. In anderen Varianten locken gefälschte „Support-Nummern“ die Opfer direkt in Telefonate mit angeblichen Bankmitarbeitern. Künstliche Intelligenz treibt die Qualität dieser Fälschungen laut FBI rapide voran – und macht sie schwerer erkennbar.

Milliardenschäden treiben Regulierungswille

Der politische Druck speist sich aus alarmierenden Zahlen. US-Verbraucher verloren 2024 schätzungsweise 12,5 Milliarden Euro durch Betrug, ein Großteil davon durch Social-Media- und Suchmaschinenwerbung. Ältere Menschen sind besonders betroffen, doch das Risiko trifft alle Altersgruppen.

Analysten des BPI vermuten, dass ein nennenswerter Teil der Werbeeinnahmen einiger Plattformen aus betrügerischen Anzeigen stammen könnte. Diese Vorwürfe befeuern die Forderung nach Transparenz und Haftung.

Was kommt auf die Tech-Branche zu?

Der SCAM Act geht nun an den Senatsausschuss für Handel. Der erwartete Streitpunkt: Was sind „angemessene Schritte“ zur Überprüfung von Werbekunden? Tech-Konzerne könnten sich gegen hohe operative Kosten wehren und argumentieren, legitime Kleinunternehmen zu benachteiligen.

Doch die Allianz aus Bankenlobby, Verbraucherschützern und Politikern aus beiden Lagern zeigt eine Wende im politischen Klima. Der Druck auf die Werbeökosysteme der Digitalkonzerne dürfte 2026 weiter steigen. Bis dahin raten Banken ihren Kunden: Nie auf gesponserte Suchergebnisse klicken, sondern immer direkt die offizielle Webseite aufrufen.

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