ROUNDUPGlÀtte, Schnee

UnfÀlle, lange Staus und ZugausfÀlle

04.02.2026 - 10:17:02

Schnee und spiegelglatte Straßen haben in mehreren BundeslĂ€ndern zu UnfĂ€llen und langen Staus gefĂŒhrt.

Mitunter saßen Autofahrer stundenlang fest. Es gab mindestens einen Toten und viele Verletzte. Meist blieb es aber bei BlechschĂ€den. Über Stunden galten fĂŒr Regionen rund um Bremen Unwetterwarnungen. Die Rutschgefahr auf Straßen und Wegen bleibt weiter bestehen.

In Osthessen starb auf schneeglatter Straße ein Mann. Laut Polizei geriet bei Fulda ein 70 Jahre alter Fahrer eines Sattelzugs nach links in die Gegenfahrspur und stieß mit seinem Fahrzeug frontal gegen einen entgegenkommenden Kastenwagen. Bei der Kollision am Dienstag wurde der 51-jĂ€hrige Fahrer des Kastenwagens so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Stunden im Stau

Viele UnfĂ€lle meldete die Polizei zum Beispiel in Baden-WĂŒrttemberg in der Region Heilbronn, in ThĂŒringen und in Niedersachsen - dort auf der Autobahn 7. GrĂ¶ĂŸere Probleme gab es auch in Hessen. Aber nach dem Verkehrschaos am Dienstagabend entspannte die Lage am Morgen allmĂ€hlich. "Es hat sich deutlich beruhigt", sagte eine Sprecherin der Polizei Mittelhessen.

In der Nacht hatten sich immer wieder Lastwagen im Schnee festgefahren, wie ein Polizeisprecher berichtete. Manche Autofahrer standen Stunden im Stau. Auf der A3 hatte es einen 30 Kilometer langen Stau gegeben. Das "Problemkind" war vor allem die B49, wie ein Sprecher sagte.

Mehrere Lastwagen standen dort quer auf der Fahrbahn. Unter den Wartenden war auch der BĂŒrgermeister der Stadt Weilburg, Johannes Hanisch. Er sei auf dem Weg zu einem Termin gewesen und stehe seit nunmehr sieben Stunden, sagte er in einem Video auf Instagram. Und spĂ€ter postete er: "Nach zehn Stunden ist die Straße endlich wieder frei."

Winterdienst im Dauereinsatz

Bei vielen UnfĂ€llen war nicht sofort klar, ob das Wetter Ursache dafĂŒr war - zum Beispiel in Halle an der Saale. Dort verunglĂŒckte ein Feuerwehrfahrzeug bei einer Einsatzfahrt. Es stieß laut Polizei auf einer Kreuzung mit einem Auto zusammen - zehn Menschen wurden verletzt. Das Winterwetter könne Teil der ErklĂ€rung sein, sagte eine Sprecherin der Polizei.

Die Polizei OsnabrĂŒck registrierte in der Nacht und am frĂŒhen Morgen 45 UnfĂ€lle. In zwei FĂ€llen wurden Menschen leicht verletzt, ansonsten blieb es bei SachschĂ€den. Die Polizei appellierte, langsam zu fahren. Die MĂŒllabfuhr in OsnabrĂŒck stellte am Mittwoch ihren Betrieb komplett ein.

Der Winterdienst war im Dauereinsatz. In Hamburg seien seit 3.00 Uhr 728 EinsatzkrĂ€fte mit mehr als 360 Fahrzeugen unterwegs, teilte die Stadtreinigung mit. Dabei sollen unter anderem wichtige Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr, ein ausgewĂ€hltes Radwegenetz und Bushaltestellen gestreut und perspektivisch gerĂ€umt werden.

Kein Unterricht an Schulen

In mehreren BundeslĂ€ndern fiel der PrĂ€senzunterricht an Schulen aus - so in Teilen Hessens, Niedersachsens sowie in Bremen. Bei der Deutschen Bahn gab es am Morgen zahlreiche AusfĂ€lle. Wie die Bahn online mitteilte, fĂ€llt unter anderem der ICE-Sprinter zwischen Berlin und Bonn (ĂŒber Hannover und Köln) aus. Gleiches gilt fĂŒr die ICE-Linie von Berlin ĂŒber Braunschweig und Frankfurt nach Karlsruhe.

In Niedersachsen mussten sich Autofahrer wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf Umwege und schlecht gerĂ€umte Straßen einstellen. Weil die Gewerkschaft Verdi auch bei Straßenmeistereien zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen hat, sei mit EinschrĂ€nkungen im Winterdienst zu rechnen. "Wir raten dazu, witterungsangepasst zu fahren und mehr Zeit fĂŒr die Wege zur Arbeit einzuplanen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Vereinbart wurde aber ein Notdienst, damit die wichtigsten Straßen befahrbar blieben.

Experten: Bei GlÀtte kleine Schritte machen

Wer zu Fuß unterwegs ist, könne sich ein Beispiel an Pinguinen nehmen und kleine, langsame Schritte machen, wie die Deutsche Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie empfiehlt. Gut sei, den Fuß dabei möglichst flach aufzusetzen statt ihn abzurollen.

Laut Deutschem Wetterdienst soll sich die Lage im Laufe des Tages entspannen. Bis zum Mittag sei aber vor allem von Nordhessen bis ins Emsland und zur Nordsee mit gefrierendem Regen zu rechnen. In der Nacht zum Donnerstag drohe vom Erzgebirge bis in die Niederlausitz erhöhte Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen.

@ dpa.de