Warnstreik legt Flugbetrieb am BER lahm
18.03.2026 - 11:55:02 | dpa.de(neu: Infos zum Flugbetrieb am Donnerstag)
SCHĂNEFELD (dpa-AFX) - Aufgrund eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi fĂ€llt seit dem Morgen und den ganzen Tag ĂŒber der gesamte Passagier-Flugverkehr am Hauptstadtflughafen BER aus. Der Arbeitskampf sei am frĂŒhen Morgen planmĂ€Ăig angelaufen, sagte Verdi-VerhandlungsfĂŒhrer Holger RöĂler. Der Ausstand soll demnach bis zum Betriebsende um Mitternacht andauern.
Terminals fast menschenleer
In den Terminals war am Morgen entsprechend wenig los. "Alle Passagiere wurden von ihren Airlines rechtzeitig informiert und sind gar nicht erst zum Flughafen gekommen", sagte eine Sprecherin der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). "Die FlĂŒge wurden umgebucht oder alternative Reisewege angeboten." Betroffen sind den Betreibern zufolge rund 445 Flugbewegungen mit etwa 57.000 Passagieren.
Aufgerufen zum Warnstreik sind rund 2.000 BeschÀftigte der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Darunter sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Feuerwehr, der Verkehrsleitung oder dem Terminalmanagement.
Die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs gilt deshalb als nicht möglich, auch wenn andere wichtige Bereiche wie die Bodenverkehrsdienste oder die Sicherheitskontrollen von Dienstleistern erfĂŒllt werden, die nicht bestreikt werden.
Senatorin mahnt beide Seiten zu rascher Einigung
Am Donnerstag soll der Flugbetrieb am BER wieder wie gewohnt laufen. Die Flughafengesellschaft geht aufgrund von Umbuchungen von einem erhöhten Verkehrsaufkommen aus. Rund 77.000 Passagiere werden demnach erwartet und damit etwa 10.000 mehr als ursprĂŒnglich geplant. EinschrĂ€nkungen soll es nicht mehr geben.
Die FBB kritisierte den Arbeitskampf als unverhĂ€ltnismĂ€Ăig, "gerade in einer durch den Iran-Krieg ohnehin sehr angespannten Lage", wie Flughafenchefin Aletta von Massenbach bereits vor einigen Tagen mitteilte. "Die nĂ€chste Verhandlungsrunde ist bereits fest fĂŒr den 25. MĂ€rz angesetzt. Wir sind zuversichtlich, dass eine Einigung zustande kommt." Verkehrssenatorin Ute Bonde hatte beide Tarifparteien am Vortag dazu aufgerufen, aufeinander zuzugehen und rasch zu einer Lösung im Tarifkonflikt zu kommen.
Die Arbeitgeberseite hat in der zweiten GesprĂ€chsrunde vergangene Woche ein erstes Angebot unterbreitet, das aus Sicht der Gewerkschaft aber nicht weit genug geht. Verdi fordert fĂŒr die FBB-BeschĂ€ftigten unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 250 Euro zusĂ€tzlich pro Monat je Gruppe beziehungsweise Stufe. AuĂerdem will sie einen zusĂ€tzlichen freien Tag fĂŒr Gewerkschaftsmitglieder durchsetzen. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.
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