Dax, Hexensabbat

Schwacher Dax bleibt am Hexensabbat bei 25.535 Punkten im Minus

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:31 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Dax bleibt am Freitag zur Mittagszeit trotz großer TerminmarktverfĂ€lle im Minus, wĂ€hrend vor allem KI-nahe Werte wie Infineon gefragt sind. Steigende Erzeugerpreise und bewegte RohstoffmĂ€rkte prĂ€gen zusĂ€tzlich das Bild.

Dax startet leicht im Minus - noch keine Trendwende erkennbar
Frankfurter Börse (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax hat sich am Freitag nach einem schwachen Start auch bis zur Mittagszeit nicht erholen können und bleibt im Minus. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.535 Punkten berechnet, was einem Abschlag von 0,7 Prozent gegenĂŒber dem Schlusskurs vom Vortag entspricht.

Schwache Standardwerte, Infineon sticht heraus

Am unteren Ende der Kursliste standen zur Mittagszeit unter anderem die Aktien der Deutschen Telekom, von Volkswagen und Mercedes-Benz. Deutlich besser entwickelten sich dagegen die Papiere des Chipkonzerns Infineon, die sich dem negativen Trend im Leitindex klar entziehen konnten.

Marktbeobachter verweisen darauf, dass insbesondere KI-nahe Werte und Unternehmen, die vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren, sich der allgemeinen SchwÀche des Marktes teilweise entziehen. Diese Titel zeigen auch an einem insgesamt verhaltenen Handelstag eine höhere Nachfrage.

Hexensabbat hÀlt den Dax in enger Spanne

"Am Hexensabbat halten sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt auffallend zurĂŒck", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Der Dax scheint zunĂ€chst in einer engen Spanne zwischen 25.500 und 25.650 Punkten festgezurrt. GrĂ¶ĂŸere Bewegungen bleiben aus."

Lipkow sieht die TerminmĂ€rkte klar tonangebend: "Ansonsten haben die Terminmarktteilnehmer das Zepter in der Hand. Der Große Verfall kann den Dax bis zur Xetra-Schlussauktion in engen Bahnen halten, zwischendurch aber immer wieder fĂŒr grĂ¶ĂŸere AusschlĂ€ge bei einzelnen Aktien sorgen. Heute gehören die KassamĂ€rkte dem Terminmarkt - fundamentale Nachrichten dĂŒrften deshalb zumindest zeitweise nur die zweite Geige spielen."

Erzeugerpreise bremsen zusÀtzliche AktienkÀufe

ZusĂ€tzliche Impulse von der Konjunkturseite bleiben aus. "Ohnehin liefern die am Morgen veröffentlichten deutschen Erzeugerpreise wenig Argumente fĂŒr zusĂ€tzliche AktienkĂ€ufe", so Lipkow. Der Marktanalyst verweist auf einen stĂ€rker als erwartet ausgefallenen Preisauftrieb, der aus seiner Sicht zeigt, dass die lange Phase hoher Energiepreise ihre Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlĂ€sst.

Sinkende Ölpreise sorgten zwar aktuell fĂŒr Entlastung, doch die positive Wirkung komme zeitversetzt in der Wirtschaft an, sagte Lipkow weiter. "Die heutigen Erzeugerpreise sind damit noch einmal eine Rechnung fĂŒr die hohen Energiepreise der vergangenen Monate", so seine EinschĂ€tzung.

Euro, Gold und Öl im Blick

Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung zeigte sich am Freitagnachmittag etwas fester. Ein Euro kostete 1,1483 US-Dollar, ein US-Dollar war entsprechend fĂŒr 0,8709 Euro zu haben. Der festere Euro deutet auf eine leicht verbesserte Stimmung gegenĂŒber der europĂ€ischen WĂ€hrung hin.

Der Goldpreis legte im Tagesverlauf zu. FĂŒr eine Feinunze wurden am Nachmittag 4.380 US-Dollar gezahlt, das entspricht einem Plus von 1 Prozent. Umgerechnet ergibt das einen Preis von 122,63 Euro pro Gramm. Gold profitierte damit von der verhaltenen Risikobereitschaft der Anleger und der Suche nach Absicherung.

Der Ölpreis gab hingegen deutlich nach. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 103,30 US-Dollar und damit 1,54 US-Dollar beziehungsweise 1,5 Prozent weniger als am Ende des vorherigen Handelstages. Die sinkenden Notierungen dĂŒrften perspektivisch zur Entlastung bei Energiekosten beitragen, wirken aber zunĂ€chst vor allem dĂ€mpfend auf die Kurse von Unternehmen aus dem Öl- und Energiesektor.

Der Handel am deutschen Aktienmarkt steht am Freitag ganz im Zeichen des sogenannten Hexensabbats, dem großen Verfallstag fĂŒr Optionen und Futures auf Aktien und Indizes. An solchen Tagen bestimmen Terminmarktpositionen hĂ€ufig die kurzfristige Kursentwicklung, wĂ€hrend klassische Nachrichten und Unternehmensmeldungen in den Hintergrund treten. Der von Andreas Lipkow beschriebene enge Bewegungskorridor des Dax zwischen 25.500 und 25.650 Punkten zeigt, dass viele Marktteilnehmer Positionen absichern oder bestehende Engagements auslaufen lassen, statt neue Risiken einzugehen.

Einfluss von Terminmarkt und KI-Sektor

Dass insbesondere KI-bezogene Werte wie Infineon dem schwachen Gesamtmarkt trotzen, unterstreicht den strukturellen Trend zugunsten digitaler Infrastruktur und Halbleitertechnologie. Investoren setzen weiterhin darauf, dass der Ausbau von Rechenzentren, Cloud-Angeboten und KI-Anwendungen hohe Nachfrage nach leistungsfÀhigen Chips sichern wird. In einem von Derivaten dominierten Handelstag können solche Sektoren zusÀtzlich profitieren, wenn dort gezielt spekulative Positionen aufgebaut oder verteidigt werden, wÀhrend klassische Industrie- und Telekomwerte unter Druck stehen.

Erzeugerpreise, Energiekosten und RohstoffmÀrkte

Die am Morgen veröffentlichten deutschen Erzeugerpreise fĂŒgen sich in das Bild einer Wirtschaft, die noch spĂŒrbar mit den Folgen lĂ€nger erhöhter Energiepreise zu kĂ€mpfen hat. Steigende Erzeugerpreise verteuern die Produktion und können mittel- bis langfristig auf Margen, Investitionsbereitschaft und letztlich auch auf die Bewertung von Unternehmen drĂŒcken. Zugleich wirken die deutlich gesunkenen Ölpreise und der festere Goldpreis als Indikatoren fĂŒr eine gewisse Entlastung bei Energiekosten einerseits und eine erhöhte Nachfrage nach sicheren HĂ€fen andererseits. FĂŒr Anleger bedeutet diese Konstellation, dass kurzfristige Kursbewegungen am Verfalltag stark technisch getrieben sind, wĂ€hrend im Hintergrund die Frage bleibt, wie belastbar die Gewinnerwartungen der Unternehmen unter dem Eindruck anhaltender Kostensteigerungen tatsĂ€chlich sind.

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